Frage von kronprinz,

Als Selbständiger freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen?

Wenn ein Selbständiger (50 Jahre) und bis zum 48. Lebensjahr angestellt etwas für die Altersvorsorge tun will, macht es dann Sinn weiterhin freiwillig in die gesetzliche Rentenkasse einzuzahlen, oder sollte man das lieber in private Anlagen stecken?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Niklaus,

Diese Frage ist nicht ohne weitere Kenntnis der bestehenden Vorsorge zu beantworten. Gut wäre es, wenn du den freiwilligen Mindestbeitrag zahlen würdest, um die Anwartschaft der Erwerbsminderungsrente aufrecht zu erhalten. Wenn du allerdings seit 2 Jahren nichts eingezahlt hast, ist die Anwartschaft erloschen.


Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte lauten: „Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“? Die Altersvorsorge ist seit 2005 in 3 Schichten aufgeteilt. Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente). Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente. Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. Kapitallebensversicherungen und Aktienfondssparpläne etc. Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Jede Form der Altersversorgung hat unterschiedlich hohe Aufwendungen zum Ansparen einer gleichen Nettorente. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Denn es ist ein großer Unterschied, ob man von der ausgezahlten Rente noch Steuern und ggf. Krankenversicherung zahlen muss oder nicht.

Seit 1.1.2005 gilt das Alterseinkünftegesetz. Danach ist die Altersvorsorge in 3 Schichten aufgeteilt. Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente) Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente, Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. Kapitallebensversicherungen und Aktienfondssparpläne etc.

Beispiel:

Mann, ledig, 34 Jahre alt, Versorgungslücke ab dem 67. Lebensjahr 540 € monatlich (=erforderliche Nettorente)

Um die Versorgungslücke von 540 €/Monat netto abzudecken, werden folgende Bruttorenten je Schicht benötigt:

  • Basisrente: 779 €
  • Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse: 1.050 €
  • Unterstützungskasse, Pensionszusage: 1.050 €
  • Riesterrente: 779 €
  • Private Leibrente: 568 €
  • Investmentfonds-Auszahlungsplan: 690 €

Der erforderliche Beitragsaufwand monatlich, um die Versorgungslücke abzudecken, beträgt:

  • Basisrente: 210 €
  • Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse: 302 €
  • Unterstützungskasse, Pensionszusage: 302 €
  • Riesterrente: 210 € (damit wird aber nicht die komplette Versorgungslücke gedeckt)
  • Private Leibrente: 110 €
  • Investmentfonds-Auszahlungsplan: 116 €

Die Differenz zwischen Bruttorente und Nettorente sind Steuern und Beiträge für die Krankenversicherung. Ausgehend von den unterschiedlichen Bruttorenten, ist die Höhe des monatlichen Aufwands natürlich auch unterschiedlich. Bei der Ermittlung des Nettoaufwandes müssen nämlich noch die unterschiedlichen staatlichen Förderungen und die unterschiedlichen Renditen der Vorsorgeformen eingerechnet werden.

Antwort
von Lissa,

Lass dich dazu am besten bei der Deutschen Rentenversicherung beraten.

Es gibt eine Pflichtversicherung für Selbstständige, mit der du auch den Versicherungsschutz für eine Rente wegen Erwerbsminderung erhalten bzw wieder aufbauen kannst.

Beratungsstellen findest du hier: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/5_Services/01_...

Antwort
von obelix,

das ist eine letztlich individuelle Entscheidung, die jeder selbst für sich treffen muss. Ich hätte noch vor einiger Zeit gesagt: privat vorsorgen, aber in letzter Zeit hatte ich einige Diskussionen im Bekanntenkreise und hier sind einige freiwillig in die gesetzl. Rentenkasse zurück bzw. zahlen dort ein.

Den Argumenten kann ich mich nicht entziehen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community