Frage von Stupsi1,

Als junger Mensch Einmalbetrag als Altervorsorge - sinnvoll?

Macht es Sinn, bereits als junger Mensch einen Betrag, z.B. 20.000 Euro als Einmalbetrag zur Altervorsorge einzuzahlen. Welches Modell ist empfehlenswert? Das Geld habe ich nach dem Tod meiner Oma erhalten. Bisher habe ich noch keine zusätzliche Altersvorsorge abgeschlossen. Bin 26 Jahre alt und erst vor kurzem mit Studium fertig geworden.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Niklaus,

Die flexibelste und sicherste Anlage sind Investmentfonds. Diese gehören zur Schicht drei der Altersvorsorge. Das gut daran ist, du kannst jede Zeit ohne Abzüge an dein Kapital.

Meine Empfehlung ist sich einen von Finanzberater mit hoher Investmentfondskompetenz beraten zu lassen und dann gemeinsam mit ihm ein vernünftiges Fondsportfolio zusammen zu stellen. Der Berater sollte natürlich außer der absoluten Sachkompetenz auch das komplett verfügbare Fondsuniversum bieten können. Kosten sind nur zweitrangig. Denn es wichtig, das man die richtigen Fonds mit der richtigen Performance und der richtigen Streuung (Portfoliozusammenstellung) in seinem Depot hat.

Bei der Fondsauswahl kann man viel falsch machen. Es gibt in Deutschland über 10.000 möglichen Fonds und die Wahrscheinlichkeit hier auf die falschen Fonds zu setzen ist groß. Es gibt:

  • Geldmarkt-, Renten-, Aktien-, Absolut-Return-, Misch, Multi-Asset-, Dach- oder Immobilienfonds
  • Branchenfonds, Länderfonds
  • Risikoklasse
  • geografische Region
  • richtige Aktiengröße Small-, Mid.- Largecap-Fonds
  • der richtige Anlagestile (Value, Growth, Blend, Momentum, Top-Down, Bottum Up)

Ich behaupte kein Laie kann für sich die richtige Asset-Allocation zusammenstellen.

Meine Empfehlung ist sich einen Finanzberater mit hoher Investmentfondskompetenz zu suchen. Er sollte außer der absoluten Sachkompetenz auch das komplett verfügbare Fondsuniversum bieten können. Kosten sind nur zweitrangig. Denn es wichtig, das man die richtigen Fonds mit der richtigen Performance und der richtigen Streuung (Portfoliozusammenstellung) in seinem Depot hat. Ein Fonds mit guter Rendite und Ausgabeaufschlag ist natürlich besser als ein Fonds ohne Ausgabeaufschlag mit schlechter Rendite. Finanztest & Co. helfen nicht wirklich weiter.

Kommentar von jsch1964 ,

Was ist denn "richtig" und wie lange hält diese Empfehlung? Und wer sagt dem Kunden, dass er umsteigen soll/muss? Woher weiß der Kunde, dass der Berater jetzt nicht gerade Geld braucht und deshalb ein bisschen bei seinen Kunden umschichtet?

Welcher Fondsberater hat von sämtlichen Kunden sämtliche Portfolios wirklich ständig im Blick und weiß, wem er wann was dringend mitteilen muss? Hat er die Zeit und das Personal, die Kunden dann auch zeitnah anzurufen?

Was ist, wenn der ganze Markt ins Schleudern gerät?

Investmentfonds als Anlage zu empfehlen, bei der man jederzeit ohne Abzüge an sein Kapital kommt, zu empfehlen ist Augenwischerei. Natürlich kommt man an sein Kapital, aber nur in der Höhe des Verkaufswerts der Fondsanteile - und das kann deutlich unter dem Einkaufswert sein. Von "Sicherheit" ist das meilenweit entfernt.

Kommentar von Niklaus ,

Was ist denn "richtig" und wie lange hält diese Empfehlung?

Investmentfonds sind immer richtig. Das gilt auch für Aktienfonds. Vor allem wegen der Flexibilität, vielleicht wird einmal ein Teilbetrag benötigt. Auch der voraussichtlich lange Anlagezeitraum spricht für Aktienfonds.

Woher weiß der Kunde, dass der Berater jetzt nicht gerade Geld braucht und deshalb ein bisschen bei seinen Kunden umschichtet?

Sorry aber das ist Polemik . Arbeiten sie etwa so??

Welcher Fondsberater hat von sämtlichen Kunden sämtliche Portfolios wirklich ständig im Blick und weiß, wem er wann was dringend mitteilen muss? Hat er die Zeit und das Personal, die Kunden dann auch zeitnah anzurufen?

Ja das habe ich.

Von "Sicherheit" ist das meilenweit entfernt.

Sicherheit bedeutet inflationssicher und insolvenzsicher. Das sind Aktienfonds. Marktschwankungen haben mit Sicherheit überhaupt nichts zu tun. Außerdem kann man Investmentfonds mit einem dynamischen Trailinglimit absichern. Trailinglimit bedeutet in diesem Fall, dass das Limit immer dem Kurs folgt. Wenn die Märkte fallen geht es raus aus den Aktien und bei steigenden Märkten wieder rein in die Aktien. Durch die intelligente Kombination von der Stop-Loss-Order und der Start-Buy-Order ist es möglich mehr Rendite aus dem Aktienfonds-Depots zu erwirtschaften. Geht der Fonds nach der Kursumkehr um einen bestimmten Prozentsatz nach unten, wird der komplette Bestand in einen Geldmarktfonds geswitcht. Steigt der Kurs des Fonds wiederum einen bestimmten Prozentsatz, wird das Kapital wieder vom Geldmarktfonds in den ursprünglichen Fonds geswitcht. Es ist auch der Erwerb eines anderer Fonds möglich. Diese alles erfolgt natürlich ohne Ausgabeaufschlag.

Kommentar von jsch1964 ,

Ein "Daumen hoch!" für das Ja das habe ich.

Ich wünsche Ihnen, dass das auch immer so bleiben wird. Das schränkt zwar die Obergrenze der möglichen Kundenzahl ein - dafür sind die aber dann gut betreut.

Sie glauben sehr stark an die Dinge, die Sie tun. Das finde ich ebenfalls gut, auch wenn Ihre und meine Ansichten sich unterscheiden.

Kommentar von Candlejack ,

Ein Berater, der für Kundengelder verantwortlich ist und der nicht an das glaubt, was er tut, ist in dem Job falsch. Mögen noch viele von diesen "Beratern" vom Markt verschwinden, damit die guten übrig bleiben. Allerdings habe ich auch bei diversen Strukkibuden Leute erlebt, die an das glaubten, was sie taten und da war das leider fatal...

Kommentar von Candlejack ,

Rentenversicherungen sind inzwischen genauso flexibel wie ein Fondssparplan und haben darüberhinaus einige Vorteile. Habe ich diese Woche erst einem Verfechter des Fondssparplans erläutert und ich glaube, er steigt demnächst um ;-) Auch bei Teilentnahmen, obwohl ich bisher keine solchen Notfälle erlebt habe, die den Angriff der Altersvorsorge rechtertigen.

Kommentar von Rastetter ,

Der Niklaus verdient nach meinen Recherchen selbst an dem Verkauf von solchen Finanzprodukten. Als Käufer wurde ich mich mehr nach solchen Beratern und Informationen umsehen, die unabhängig sind und objektive Ratschläge erteilen können.

Kein Autoverkäufer wird Sie gleich auf die Nachteile seines Autos aufmerksam machen. Warum sollte es ein Verkäufer von solchen Finanzprodukten machen, nur weil er eine Krawatte trägt und scheinheilig grinst?

Kommentar von Candlejack ,

Nicht nur Niklaus, sondern die meisten der hier ehrenamtlich antwortenden Experten verdienen im normalen Leben ihr Geld mit der Beratung und dem Verkauf dieser Produkte. Genauso wie meine Werkstatt an jedem Schaden verdient, den mein Auto hat. Trotzdem schaffe ich mein Auto regelmäßig dorthin und unterstelle keinem Schadenskreativität aus Profitgier.

Warum er das tun sollte ? Weil die meisten Berater trotz einem scheinheiligen Grinsen eine Beraterhaftung hat, die ihm den Hals umdreht, wenn er Nachteile verschweigt. Wenn Du uns nicht leider kannst, ist das Deine Sache. Berater-Bashing auf einer Ratgeber-Plattform ist was anderes...

Kommentar von Niklaus ,

@Rastetter. Woraus schließt du, dass ich nicht unabhängig sei?? Wer ist denn deiner Meinung nach unabhängig. Alle Menschen die ich berate erfahren von allen Vorteile und Nachteilen meiner Vorschläge. Du behauptest hier, dass sich alle Berater unethisch verhalten. Meinst du nicht, dass du damit über das Ziel hinausschießt.

Jeder kann in meinem Profil meine Tätigkeit nachlesen. Da habe ich überhaupt kein Problem damit. Lies dir erstmal mehrer antworten von mir durch bevor du hier ein solches Urteil loslässt.

Antwort
von jsch1964,

Hallo,

kurze Antwort: Ja, das ist eine sehr gute Idee. Über die Jahre entsteht durch den Zinseszins eine schöne große Summe.

Längere Antwort: Die Herausforderung ist die Auswahl der Anlage. Dazu hat hier jeder der teilnehmenden Finanzberater seine eigenen Vorstellungen und wird Dir letztendlich auch nur das empfehlen, was es selber für gut und richtig hält. Dabei ist es auch egal, ob jemand eine Riesenauswahl an vermittelbaren Anlagen hat oder nicht - im Endeffekt wird er immer für die Produkte mehr werben, die er für die besten hält. Das ist einerseits verwirrend, andererseits aber auch gut, weil Du damit einen Überblick darüber erhältst, was alles möglich ist. So, und jetzt kommt hier meine Meinung zu den Möglichkeiten:

  1. Fonds und Aktien - Fonds oder Aktien sind schön und gut, solange die Kurse einigermaßen stabil bleiben. Im Grunde genommen machen diese Anlageformen aber nur Sinn, wenn Du in der Lage bist, Dich selber darum zu kümmern - auch wenn hier 90% der anwesenden Berater immer die offenen Fonds hochjubeln (aber die kümmern sich ja auch selber darum). Denn wenn es einmal so knallt, wie vor 4 Jahren und Dein fabelhafter Berater hat nur 100 Kunden und Dein Nachname fängt mit einem Buchstaben aus der zweiten Hälfte des Alfabets an - was glaubst Du wohl wann Du in der Reihe der zu erledigenden Anrufe dran bist - und warum so viele Leute so viel Geld beim letzten Börsencrash verloren haben? Sie haben sich darauf verlassen, dass der Finanzberater sich schon rechtzeitig meldet.
  2. Gemanagte Anlageformen, z.B. Private Equity (PE) Dachfonds oder Vermögensverwaltung - Die meisten Menschen wollen sich nicht selber kümmern und das ist auch ok. Es gibt auch dafür sehr schöne Produkte am Markt, bei denen sicher gestellt ist, dass die Dinge mehr oder weniger von alleine laufen, weil die Grundkonstruktion so gestaltet ist, dass die Geschäfte im Sinne der Kunden geregelt sind. Die Rendite ist dann zwar vielleicht nicht zweistellig, aber bei der langen Laufzeit ist das relativ egal. Ich erwähne hier besonders die PE-Dachfonds, weil die gerade beim letzten Crash bewiesen haben, dass dort noch Rendite erzielt wurde, als die meisten anderen schon lange abgestürzt sind. Nach einer Runde PE könntest Du dann auf Vermögensverwaltung umsteigen.
  3. Der Vollständigkeit halber sollte man hier auch noch Versicherungen erwähnen. Da gibt es allerdings für mich in Deutschland nur eine einzige, die ich persönlich für empfehlenswert halte: Friends Provident, weil sie nämlich die Gelder ihrer Kunden nicht nach deutschem Recht anlegen muss, sondern relativ frei nach englischem Recht handeln kann und eine ziemlich niedrige Kostenquote hat. Bei denen ist auch eine recht nette Rendite zu erwarten. Ansonsten sind deutsche Lebens- und Rentenversicherungen nicht zum Sparen fürs Alter geeignet.
  4. Im Grunde genommen müsste man das Geld auch noch über verschiedene Anlageformen streuen, aber das macht meiner Meinung nach bei 20.000,- Euro nicht viel Sinn. Lieber eine oder zwei vernünftige Anlageformen mit überschaubaren Laufzeiten wählen und dann alle 5 oder 10 Jahre prüfen, ob es noch passt.

Es ist wohl ziemlich klar was ich empfehlen würde. :-)

(Das wird wieder schöne Kommentare geben, aber wie heißt es so schön: Wer an die Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen....)

Kommentar von Niklaus ,

Fonds und Aktien - Fonds oder Aktien sind schön und gut, solange die Kurse einigermaßen stabil bleiben

Wenn sie nur stabil bleiben, wäre es die falsche Anlage.

Gemanagte Anlageformen, z.B. Private Equity (PE) Dachfonds

Wenn überhaupt PE mit dem totalen Ausfallrisiko, dann nur als kleine Beimischung in ein bereits bestehenden gut diversifiziertes Vermögensportfolio.

Der Vollständigkeit halber sollte man hier auch noch Versicherungen erwähnen

Hier scheinen Informationen zu fehlen. Es gibt mehrere Versicherung die nach englischen Recht anlegen dürfen.

Im Grunde genommen müsste man das Geld auch noch über verschiedene Anlageformen

Gegen eine Diversifizierung spricht überhaupt nichts.

Kommentar von jsch1964 ,

Ich zitiere hier mal nicht, der jeweilige Bezug ergibt sich automatisch.

  1. Mit stabil meine ich eine Aufwärtsbewegung über eine längere Zeit, trotz Schwankungen. Das hätte ich eindeutiger formulieren können, stimmt.

  2. Als ob Aktien keine Unternehmensbeteiligung mit totalem Ausfallrisiko wären. Da scheinen wohl bei Ihnen Informationen zu fehlen... Geht das Unternehmen pleite, sind die Aktien nichts mehr wert. Der einzige Unterschied zwischen public equity (Börse) und private equity (geschlossene Beteiligungen) ist doch der, dass man public equity im Notfall vielleicht noch schnell verscherbeln kann. Vor einem Totalverlust dieser Position schützt das aber auf keinen Fall. Das ist jetzt schon das zweite Mal, dass Sie von der Realität unbeeinflusst, alle PE-Beteiligungen über einen Kamm scheren. Für Sie gilt anscheinend: Unternehmensbeteiligungen als Aktie = gut, Unternehmensbeteiligungen als PE = böse. Das spricht nicht für Ihre geistige Barrierefreiheit und angebliche Unabhängigkeit. Wenn Sie verstanden hätten, wovon ich schreibe, nämlich von Dachfonds, wäre Ihre Anmerkung sogar völlig überflüssig gewesen.

  3. Ich weiß, dass es mehrere Versicherungen nach englischem Recht gibt. Für mich persönlich ist aber nur Friends Provident wirklich empfehlenswert. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

  4. Bezüglich der Diversifizierung haben wir offensichtlich unterschiedliche Meinungen. Sie dürfen Ihre aber gerne behalten.

Kommentar von Niklaus ,

Für Sie gilt anscheinend: Unternehmensbeteiligungen als Aktie = gut, Unternehmensbeteiligungen als PE = böse.

Sie scheinen meine Antwort nicht richtig gelesen zu haben.

Das spricht nicht für Ihre geistige Barrierefreiheit und angebliche Unabhängigkeit.

Was soll dieser Satz??

Bei denen ist auch eine recht nette Rendite zu erwarten

Das ist nur eine Annahme. Wissen tun sie es noch nicht. Es gibt noch keine abgelaufenen Verträge von Friends Provident in Deutschland.

Kommentar von jsch1964 ,

A) Denselben Hinweis gebe ich gerne zurück an Sie.

B) Ich ziehe den Satz zurück und bitte um Entschuldigung. Er ist sehr unsachlich und an dieser Stelle nicht angebracht.

C) Das ist Haarspalterei. Es gibt jede Menge abgelaufene Verträge in England und die deutschen Kunden bekommen auch englische Verträge.

Kommentar von Candlejack ,

@jsch1964: Du bist scheinbar eher am Kollegen-Bashing interessiert als an wirklich Antworten.

Fonds und Aktien sind trotz Krisen immer stabil geblieben, sofern Du ja mit stabil einen Aufwärtstrend trotz Krisen meinst. Der Aufwärtstrend ist trotz 2000 und 2008 da und er ist auf allen Märkten da (S&P, DAX...). Krisen gehörten zur Börsen schon immer dazu (wieviele Krisen es die letzten 60 Jahre doch gab und trotzdem Aufwärtstrend), gehören aktuell dazu und werden immer dazugehören.

Wieso die Leute so viel Geld beim letzten Crash verloren haben ? Viele, die Geduld hatten und langfristig dachten, ohne kurzfristig in Panik auszusteigen, haben kein Geld verloren und hatten keine Berater. Wie viele Kunden, die ich die letzten Jahre getroffen haben, haben eigene Entscheidungen über ein Direktdepot getroffen ohne Beratung :-( Mein Depot existiert seit 96 und besteht aus Markowitz, Buffet, Kostolany und meiner eigenen Erfahrung. Trotz 2000 und 2008 kein Verlust im Depot.

Gegenargument: wer ernsthaft mit Leuten Fondanlage betreibt, muss sich auch ernsthaft aktiv mit den Kunden beschäftigen in solchen Zeiten. Das kostet nicht Unmengen an Zeit, schafft aber gute Kundenbeziehungen.

edit: Wer an die Quelle will... ich liebe diese schönen PE-Werbeslogans. Vielleicht komtm er ja sogar aus den Prospekten der RWB ;-)

Kommentar von jsch1964 ,

Lieber Candlejack,

vielen Dank für Deinen Kommentar. Echt.

Wenn Du meine diversen Anmerkungen vielleicht noch einmal liest, fällt Dir hoffentlich auf, dass ich mich immer dann ereifere, wenn Pauschalaussagen getroffen werden, insbesondere zum Thema PE.

Wenn ich von angeblichen Fachleuten immer wieder lesen muss, dass PE grundsätzlich und immer hochriskant sind und bestenfalls als Beimischung geeignet sind, dann hat das ungefähr die gleiche fachliche Qualität, wie eine Aussage à la "nur in materielles Gold investieren ist das einzig Wahre!"

Da platzt mir inzwischen tatsächlich der Kragen. Ich will kein Kollegen-Bashing betreiben, aber wenn Leute, der sonst eigentlich durch hervorragende Beiträge glänzen und z.B. auch bei der Altersvorsorge immer wieder gerne auf die Details der steuerlichen Betrachtungen hinweist und auch sonst den Wert einer individuellen und spezifischen Beratung betonen - wenn solche Leute dann auf einmal solches Pauschal-Bla-Bla von sich geben, dann bin ich persönlich vor den Kopf gestoßen. Wo ist denn da auf einmal die individuelle Betrachtung und vor allem - wo ist denn da der Marktüberblick oder die Produktkenntnis?

Es gibt weder alleinseligmachende Aktien-, noch Währungs-, noch PE- oder sonstige Fonds. Es gibt Risikoklassen, ja, aber selbst diese sagen nicht unbedingt etwas darüber aus, wie es mit der individuellen "Sicherheit" der Anlage aussieht. Wieviele Großunternehmen sichern ihre Währungsrisiken mit Optionen ab und fahren sehr gut damit? Wieviele ganz sichere Staatsanleihen sind heute wirklich noch sicher? Da gäbe es noch viele andere Beispiele, aber ich denke mein Punkt ist klar. Also noch einmal: Ich hasse pauschale Aussagen und wenn mir jemand so etwas als Argument unterjubeln will, dann bekommt er ein Echo. Das insbesondere, wenn die Beiträge dieser Personen mir sonst extrem sympathisch sind. Ich schreibe nur nicht immer hin: "Toller Beitrag", aber da ich ja genau wie Ihr alle Benachrichtigungen bekomme, kannst Du jedesmal, wenn nichts von mir darunter steht, davon ausgehen, dass ich mit den Worten der dort Schreibenden inhaltlich völlig einverstanden bin. :-)

Ich habe mehrfach versucht, auch zu anderen Themen Diskussionen über die Pauschalaussagen zu führen, und habe Antworten von "Ich kenne mich damit aus, und darum ist das so", "es gibt nichts, was ich nicht kenne" bis "Das kannst Du überall nachlesen" bekommen. Sorry, aber wenn mir jemand so kommt, dann "krieg ich Plack!" (wie man bei uns im Rheinland sagt). Beim nächsten Mal bin ich dann auch nicht mehr so freundlich.

So, und jetzt noch kurz drei Sachen:

  1. Mir scheint, Du bist der einer der wenigen, die meinen Diskussionsanstoß zum Thema "Unabhängigkeit" verstanden haben. :-)
  2. Das Zitat stammt meines Wissens von Konfuzius, wobei mir einige RWB-Produkte durchaus sympathisch sind. (Trotz der relativ hohen Kosten)
  3. Ich gelobe Besserung in meiner Wortwahl, werde aber vermutlich nicht abschließend verhindern können, dass ich das ein oder andere Mal doch ausraste. Es ist aber sicher nicht persönlich gemeint. Es liegt mehr daran, dass ich fassungslos bin, wenn Leute, die ich für intelligent halte, dumme Sachen schreiben.
Kommentar von GAFIB ,

@jsch1964: Wenn hier ernsthaft PE als geschlossene Beteiligung mit Totalverlustrisiko für einen jungen Menschen - deren/dessen primäres Vermögen vermutlich diese Erbschaft darstellt - empfohlen werden soll, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Das hielte ich für in hohem Maße unverantwortlich.

Kommentar von jsch1964 ,

@GAFIB: Wer immer so tut, als ob nicht bei jeder "normalen" offenen Fondsanlage auch unterschrieben werden muss, dass es ein Totalausfallrisiko gibt, macht sich und seinen Kunden etwas vor (um mal nicht bösere Worte zu wählen). Es ist gut, wenn Sie bei dem bleiben, was Sie kennen und wovon Sie Ahnung haben.

Von meinen Kunden mit von mir vermittelten PE-Fonds hat in den letzten Krisenjahren kein einziger Geld verloren, sondern es wurden trotzdem Gewinne gemacht. (Von mir hat aber auch noch nie jemand ein Schiff oder einen Steuerspar-Immobilienfonds bekommen.) Können Sie das von sich und ihren Kunden auch sagen?

Es gibt sehr schlechte offene Fonds und es gibt sehr gute geschlossene Fonds. Alle sind Beteiligungen an Unternehmen. Geht es den Unternehmen gut, laufen die Fonds gut. Geht es den Unternehmen schlecht, geht es den Fonds schlecht. Die Auswahl der im Fonds enthaltenen Unternehmen und das Fondsmanagement haben dabei den größten Anteil am Erfolg des Fonds - und nicht, ob der Fonds offen oder geschlossen ist.

Antwort
von GunniA,

An deiner Stelle würde ich mich auf jeden Fall beraten lassen. Gerade das Sparen für die eigene private Rente sollte gut durchdacht sein. Schließlich soll die Versicherung über mehrere Jahrzehnte bestehen und zwischendurch mal eben die Versicherung kündigen oder so, sollte dann eigentlich wegfallen.

An deiner Stelle würde ich mich erkundigen, welche Vorsorge für dich als junger Mensch das beste ist. Bietet denn dein Arbeitgeber zum Beispiel eine betriebliche Altersvorsorge an? Wäre ja vielleicht auch erstmal eine Möglichkeit.

Das habe ich gefunden: http://www.rente.com/vorsorge/altersgruppen/30-jaehrige

Du bist zwar noch nicht 30, aber die Varianten würden schon hinkommen. ;-) Viel Spaß bei der Suche nach einem passenden Produkt.

Liebe Grüße

Kommentar von Niklaus ,

Der Link führt zu einem professionellen Leadgenerator, der pro Adresse 60 € von interessierten Vermittler generiert.

Antwort
von althaus,

20.000 Euro ist nicht viel, aber besser als gar nichts. Es gibt im Moment kaum Anlagen die ich empfehlen könnte. Am besten Du belässt es auf Tagesgeld, bis entweder die Zinsen steigen oder es an der Börse wieder eine starke Korrektur (1000 Punkte) oder so gibt. Dann könnte man mit einem Teilbetrag in Fonds einsteigen. Von Anleihen rate ich dringend ab, da das Zinsnineau zu niedrig ist und attraktive Anleihen mit hohem Kupon sich hoch riskant daher auch nicht zu empfehlen. Einzeltitel (Aktien) rate ich ebenfalls ab, da man keine risikostreuung hat. Daher parke das Geld am Tagesgeld und warte ab. Nach einer Korrektur von 15 oder 20% kannst Du anfangen zu investieren. Für die Fondsauswahl solltest Du Dich an einen Experten wenden, wenn Du Dich nicht auskennst. Oder auch mal hier fragen. Vielleicht hat ja jemand einen Tipp für dich. An einer indivuduellen Beratung kommst Du aber nicht vorbei. NIe alles zu einem Zeitpunkt investieren. Warte lieber ab wie sich die Börse entwickelt und lass Dir dabei ein paar Monate Zeit um das Timing zu streuen. Lese dich doch in der Zwischenzeit etwas ein und kaufe Dir Zeitschriften. Habe auch mit der Stiftung Warentest angefangen und irgend einer Börsenzeitung wie der Aktionär. Es macht Sinn, wenn Du das verstehst was dir dann der Berater zu erklären versucht. Auch kannst Du dann qualifizierte Fragen stellen. Und nie gleich festlegen. Lass Dir mit Deiner Entscheidung immer noch ein paar Tage Zeit um alle Fragen zu beantworten. Nehme Dich vor möchtegernberater in Acht, vor allem von Struckies vom AWD oder wie die alle heisen. Lass Dich auch mal in der Bank beraten und nehme das Wissen mit, musst ja nicht gleich was abschließen, sondern dich nur Informieren.

Antwort
von GAFIB,

Im Alter von 26 Jahren fließt noch viel Wasser den Rhein hinunter bis zur Rente. Da ist also vor allem Flexibilität gefragt, auch beim Vermögensaufbau. Deshalb ist eine freie, Aktien-orientierte Fondsanlage zu bevorzugen. Ein wenig Tagesgeld kann auch nicht schaden.

Ich empfehle auch, ein Grundwissen aufzubauen zur Kapitalanlage, das "verzinst" sich nämlich ganz enorm. Gute Literatur gibt es z.B. von Prof. Martin Weber (Mannheim) oder Gerd Kommer (London). Einen Kurzeinstieg ermöglicht auch die Seite www.ARERO.de.

Bei Beratungsbedarf zur weiteren Vorsorgegestaltung empfiehlt sich die Nutzung unabhängiger Berater.

Kommentar von jsch1964 ,

Ich behaupte hier mal: Es gibt keine unabhängigen Berater, bestenfalls ungebundene Berater. Gegen die Schranken im eigenen Hirn ist kein Kraut gewachsen. :-)

Jeder berät nur das, was er selber für gut hält. Selbst wenn jemand tatsächlich alle Aktien, Fonds und sonstige Anlagen der Welt vermitteln könnte, würde er davon vielleicht 10 oder maximal 20 wirklich verkaufen, weil er vom Rest nicht überzeugt ist. Jemand der selber auf Gold oder Immobilen steht, wird keine Fonds vermitteln - und umgekehrt. Wer selber Spaß an der Börse hat, wird seine Kunden auch dafür begeistern; wer die Börse für ein Spielfeld von Meinungsmache hält, wird eher Unternehmensbeteiligungen oder Anleihen empfehlen.

Dabei ist es auch egal, ob er für Provisionen vermittelt oder gegen Honorar, das sind nur kosmetische Faktoren. Dabei unterstelle ich grundsätzlich, dass jeder Berater tatsächlich im Sinne des Kunden handeln will. Aber es führen immer viele Wege nach Rom.

Kommentar von Niklaus ,

Ich behaupte hier mal: Es gibt keine unabhängigen Berater, bestenfalls ungebundene Berater

Das ist schlichtweg falsch.

Kommentar von jsch1964 ,

Es ist immer schön zu sehen, wenn jemand genau weiß, was richtig und was falsch ist.

Lustig dazu ist, wenn so ein Scheuklappenträger dann behauptet, er wäre in seinem Denken und Handeln frei und unabhängig...

Ihre Meinung ist nur für SIE persönlich richtig oder falsch, genau wie meine für mich. Daraus eine allgemeingültige Wahrheit abzuleiten, halte ich für fragwürdig, aber das ist wieder nur meine Meinung. Dennoch wage ich zu behaupten, dass auch Sie sich nicht gegen die Barrieren in Ihrem Kopf wehren können und daher auch nicht komplett objektiv und unabhängig von Meinungen, persönlichen Werten und Glaubenssätzen handeln, sprich: beraten, können. Das ist weder gut noch schlecht, es ist einfach so.

Kommentar von Niklaus ,

Es ist immer schön zu sehen, wenn jemand genau weiß, was richtig und was falsch ist. Lustig dazu ist, wenn so ein Scheuklappenträger dann behauptet, er wäre in seinem Denken und Handeln frei und unabhängig...

Alleine diese Aussage ist nur unlogisch. Sie können niemals behaupten, das es keine unabhängigen Berater gibt, weil sie dies all gar nicht kennen können. Alleine schon die Annahme ist falsch. Das Wort keine bedeute wirklich niemand auf dieser Welt sei unabhängig. Ist es das was sie sagen wollten?

Kommentar von jsch1964 ,

Das Wort keine bedeute wirklich niemand auf dieser Welt sei unabhängig. Ist es das was sie sagen wollten?

Ja. Weil jeder nur das empfiehlt, wovon er meint, dass es richtig und gut ist. Diese Meinung entsteht aber nicht objektiv, sondern als Folge von gelernten Erfahrungen, Verhaltensweisen und Glaubenssätzen. Sonst hätten ja alle Menschen auf der Welt sofort und immer die gleiche Meinung und es gäbe keine Diskussionen. Diese eingeschränkte Sichtmöglichkeit ist weder gut noch schlecht, aber sie ist auch a) kaum wegzuignorieren und b) eine echte Beschränkung, wenn auch eine hilfreiche, weil ohne sie keine Entscheidung möglich wäre. Aber Unabängigkeit besteht nur im Kopf.

Es gibt nie ein absolut richtig oder ein schlichtweg falsch - aber auch darüber lässt sich diskutieren, denn ich glaube nicht daran, Sie aber schon. :-)

Kommentar von Niklaus ,

Aber Unabängigkeit besteht nur im Kopf.

Meine Unabhängigkeit nicht.

Kommentar von Candlejack ,

Niemand im Berufsleben ist wirklich unabhängig. Keine Autowerkstatt, kein Autohändler, kein Supermarkt, kein Bäcker, kein Fleischer, kein Finanzberater. Aber wieso ist das nur beim Finanzberater böse und schlecht...

Und was die Scheuklappenträger betrifft: ich war diese Woche bei einem Kunden zur Beratung. Der hat mir dann auch Alternativangebote vorgelegt und ich konnte zu jedem etwas sagen (Deckung, Anbieter, Preise...). Da hat der mich gefragt, ob ich nicht doch Makler sei, weil ich mich so auskenne. Ich sagte: nein, aber ich arbeite seit 16 Jahren in dem Job und wer in den Zeiten von Internet und Maklern seinen Markt und seine Wettbewerber nicht kennt, der geht unter.

Kommentar von jsch1964 ,

Ich beziehe den einen Satz jetzt mal auf meine anfängliche Aussage:

Aber wieso ist das nur beim Finanzberater böse und schlecht...

Meine Bemerkung war nicht wertend gemeint, eher im Sinne einer generellen Gegebenheit, die Du mit Deinem ersten Satz ja auch bestätigst.

Kommentar von Rastetter ,

Mir kommen die Ausführungen von Niklaus mehr als rhetorische und dialektische Feinkünsteleien zur Pointierung seines Egos vor, die ja angabeemäß auch seine Hobbies sind.

Kommentar von Candlejack ,

Und mir kommen Deine Äußerungen eher regelmäßig wie Blutgrätsche vor. Beteilige Dich bitte sachlich und fachlich an den Ratschlägen und Kommentaren oder lass es bitte !

Kommentar von Niklaus ,

@Raststetter: Ich bin erstaunt, wie locker du hier über Menschen urteilst. Ich sage dir was mir geht es um Präzision und nicht um mein Hobby. Du dagegen scheinst nach dem Motto zu leben. Lieber Gott behüte mich und meine Vorurteile.

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