Frage von hausklaus, 1.998

Allianz Unfall-Prämienrückgewähr-Versicherung (PUR) kündigen?

Hallo zusammen,

ich habe folgende Frage:

Ich habe bei der Allianz im Jahr 2003 im alter von 17 Jahren eine Unfall-Prämienrückgewähr-Versicherung abgeschlossen. Hierfür bezahle ich monatlich bis zum Jahr 2046 einen Betrag von 24,50€ (= jährlich 294€) ein.

Laut dem jährlichen Schreiben der Allianz bekomme ich beim "Erleben des vereinbarten Termins" im Jahre 2046 eine "erreichte garantierte Leistung" in Höhe von 11.607€ und eine Gesamtleistung in Höhe von 13.266€ bei der "derzeit gültigen Überschussbeteiligung".

Laut der Allianz beträgt die Rückkaufsumme 1.184€. Ich würde somit bei Kündigung einen "Verlust" von ca. 2.116€ machen.

Meine Fragen sind nun folgende:

  • Ist bei der von der Allianz ausgewiesenen Gesamtleistung bei Erleben des vereinbarten Termins im Jahr 2046 i.H.v. 13.266€ sowas wie Inflation berücksichtigt, sprich entsprechen die 13.266€ einem Betrag von 13.266€ heute oder im Jahr 2046, was natürlich einen erheblichen Unterschied ausmachen würde?
  • Ich habe das Ganze auch mal durchgerechnet unter der Annahme, dass die 13.266€ der Kaufkraft von 13.266€ im Jahr 2046 entsprechen und bin hier auf eine jährliche Verzinsung meiner Einzahlungen bei der Allianz i.H.v. 0,46% gekommen. Des Weiteren habe ich eine Rechnung erstellt, bei der ich über die verbleibenden 30 Jahre Laufzeit der Unfallversicherung hinweg die Differenz der jährlichen Versicherungsbeiträge bei der Allianz und zu einer Unfallversicherung mit gleicher Leistung für 90€/Jahr anlege (=jährlicher Anlagebetrag i.H.v. 204€). Zu Beginn der Zahlungsreihe habe ich im ersten Jahr die Rückkaufsumme von 1.184€ als Einzahlung berücksichtigt. Bei dieser Rechnung habe ich auch Zinseszinseffekte berücksichtigt, zum Jahresende habe ich den Endbetrag (= Betrag vom Jahresanfang + Zins) mit einer Inflationsrate von jährlich 2% abgezinst. Das Ergebnis der Berechnung ist, das sich eine Kündigung erst dann lohnt, wenn ich auf dem Kapitalmarkt für die Anlage der ersparten Versicherungsbeiträge einen jährlichen Zinssatz von >5,25% erreiche. Habe ich hier einen Logikfehler, da mir 5,25% enorm hoch erscheint?
  • Würdet ihr diese Versicherung rein von der Leistung im Falle eines Unfalls empfehlen oder eher wechseln (Max. Invaliditätsleistung von 200.000€, 400% Progression, 50.000€ Invaliditätssumme, 10€ Krankenhaustagegeld, 10.000€ Todesfallsumme, 3.000€ Kosten kosmetischer Operationen und 3.000€ Bergungskosten)?

Für eure Antworten bereits vielen Dank im Voraus :-).

Antwort
von nicolasstelter, 1.970

13.266 € ist der Betrag, den Sie im Jahr 2046 erhalten. Inflation wird nicht hinzugerechnet. Die 13.266 € werden also an Kaufkraft verlieren.

Ich verstehe leider nicht so ganz, was Sie da gerechnet haben, aber ich kann zumindest nachvollziehen, worauf Sie hinaus wollen. Vergessen Sie, was Sie mit der Versicherung bisher erwirtschaftet haben. Wichtig ist, ob es Sinn macht diese Police fortzuführen oder nicht.

Wenn Sie also die 1184 € einmal + 204 € jährlich über 32 Jahre anlegen würden, hätten Sie bei einem Zinssatz von 2,75 % ein Kapital von 13.357,85 € erreicht. http://www.zinsen-berechnen.de/sparrechner.php?paramid=zxk7fg1d2p

Im Allgemeinen halte ich nicht so viel von einer Unfallversicherung mit Premienrückgewähr. Sie verstehen die Police nicht richtig und es macht Sie nur unflexibel. Lieber eine einfach Unfallversicherung abschließen und das restliche Geld anders anlegen.

Es sollte auch überprüft werden, ob die Versicherungssummen vielleicht angepasst werden sollten. Die Versicherungssumme sollte im wesentlichen den Ausfall Ihres Einkommens bei einem Unfall abdecken. Ohne genauere Angaben lässt sich hierzu nichts sagen.

Ich würde übrigens die Zahlungsweise auf jährlich umstellen, wenn es für die unterjährige Zahlweise einen Zuschlag gibt.

Kommentar von hausklaus ,

nicolasstelter, vielen Dank für Ihre Antwort und Ihre Berechnung :-).

Ich hatte noch einen Logikfehler bzgl. der Inflation. Diese hatte ich fälschlicherweise bei der Geldanlage abgezogen, bei der Versicherung nicht. Ich kann es ja vergleichen, wenn ich die Inflation beidesmal weglasse :-)

Kommentar von nicolasstelter ,

Die Inflation lässt man bei einer solchen Berechnung immer weg, man sollte Sie aber nicht unbeachtet lassen.

Ich würde aber auch nochmal die Sinnhaftigkeit Ihrer Unfallversicherung überdenken. Eventuell ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoller. Vorerkrankungen wären dahingehend Nachteilhaft.

Antwort
von barmer, 1.523

Hallo,

generell ist eine Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr nichts Tolles. Eine andere Frage ist aber, ob sich eine Kündigung lohnt.

Zu den Berechnungen:

Von dem Verlust von ca. 2100 EUR muss man natürlich die Prämie für eine adäquate Unfallversicheng abziehen, in dem Beispiel also 1000 EUR. Der Restverlust von 1100 EUR ist bei einer kapitalbildenden Lebensversicherung (ja, das ist eine) normal

Ich rechne mal so in die Zukunft:

Wenn man noch 32 Jahre durchhält, gibt es 12.080 EUR mehr als heute. Dafür sind noch 32 x 204 EUR = 6500 EUR "Sparbeitrag" zu zahlen. Das ist o.k. und im Moment nicht leicht zu toppen.

Eine dritte Möglichkeit wäre eine Beitragsfreistellung. Ob der Versicherer das zum jetzigen Stand anbietet, wäre zu erfragen.

Egal, wie man sich entscheidet: weder als Unfallversicherung noch als Altersversorgung ist das wirklich ausreichend. Man kann also noch was dazumachen.

Viel Glück

Barmer

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