Frage von Zylinderkopf,

Alleinerbe: Was ist die Basis für die Berechnung des Pflichtteils?

Guten Tag!

Ein alter Herr ist gestorben. Im Testament hat er ein Kind als Alleinerben aufgeführt. Das Kind hat Geschwister bei denen es nicht mit Wohlwollen rechen kann.

Außerdem hat der alte Herr der langjährigen Lebensgefährtin einen Teil des Vermögens vermacht.

Meine Fragen:

  1. Wird der Pflichtteil für die Geschwister auf Basis des gesamten Nachlass berechnet oder wird der Wert der an die Lebensgefährtin geht abgezogen?

  2. Im Nachlass ist auch ein Haus. Wie wird der Wert des Nachlasses bestimmt? Kann der Alleinerbe die Kosten die für die Ermittlung des Werts anfallen auf die (Pflicht-) Erben umlegen?

  3. Um den Pflichtteil auszubezahlen muss das Haus vermutlich verkauft werden. Können alle Kosten die für den Verkauf anfallen (z.B. Entrümpelung) von der Nachlasssumme abgezogen werden oder muss das alles der Alleinerbe tragen?

Mir scheint, unter Umständen ist es nicht attraktiv Alleinerbe zu sein.

Antwort von Bernd2009,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

...für den Haupterben ist es auf jeden Fall viel Arbeit: Es gilt zwar, die Hinterlassenschaft des Erblassers zum Todeszeitpunkt schriftlich zu erfassen (Excel-Tabelle z. B.), davon sind aber alle Kosten (Totenschein, Grabstätte, Beerdigung, Grabpflege für die Liegezeit, Totenanzeige, Trauerkarten, Danksagung, Porto, Totenkaffee, Blumenschmuck Kirche/Kapelle, Spende für die Messe, Wertgutachten für Immobilie usw.)abzurechnen (Belege geordnet sammeln). Sind alle Werte und Kosten/Abgänge mit den dazugehörigen Belegen erfasst, ist ein Fachanwalt für Erbrecht gefragt......

Antwort von wfwbinder,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Basis ist das Gesamtermögen, also vor jeglicher Teilung, somit inkl.des Teils den die Lebensgefährtin bekommt.

Man müßte hier strenggenommen 2 Pflichteilsbestimmungen durchführen.

1 Prüfen, ob der Teil für die LG acuh weniger als die Hälfte ist, damit für die Kinder, bzw. wenn die nicht mehr leben, deren Kinder, sprich den Enkeln, die Hälfte bleibt.

Dann an hand des Gesamtvermögens nochmal für die Kinder (einschl. des extra bedachten Kindes), die Hälfte ermitteln und für jedes Kind (Enkel, ggf.), den anteil an dieser Hälfte ermitteln, als endgültigen Pflcihtteil.

Diese Pflichtteilberechtigten sind dann in dieser Höhe von den beiden Testamentarischen Erben auszuzahlen.

Die Sache ist sehr kompliziert in diesem Fall, man sollte sich auf jeden Fall einen Anwalt nehmen.

Es richt nach Arbeit für die Gerichte.

Antwort von qtbasket,

Der Fall bedarf sicher einer ausführlichen Rechtsberatung. Hier einige allgemeine Grundsätze zur Pflichtteilregelung:

Der Pflichtteil umfasst die Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils. Die Pflichtteilsberechnung orientiert sich am Zeitwert des Nachlasses, nicht etwa an einer vom Erblasser getroffenen Wertbestimmung.

Pflichtteilsberechtigt sind die Kinder und Enkel, ebenso der Ehegatte und die Eltern des Erblassers, wenn sie zu gesetzlichen Erben berufen wären, aber im Testament durch eine Verfügung ausgeschlossen wurden.

Entferntere Verwandte wie Geschwister haben kein Recht auf einen Pflichtteil. Die Pflichtteilsberechtigten sind in derselben Reihenfolge wie bei der gesetzlichen Erbfolge berechtigt.

Der Erbe hat dem Pflichtteilsberechtigten auf Verlangen über den Bestand des Nachlasses Auskunft zu erteilen. Der Berechnung des Pflichtteils wird der Bestand und der Wert des Nachlasses zur Zeit des Erbfalls zugrunde gelegt.

Link : www.erbrecht-ratgeber.de/erbrecht/pflichtteil/index.html

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