Frage von Molch, 8

Aktueller Trend --> Weniger Gehalt/mehr Arbeitszeiten - woran liegt das?

Guten Tag,

die Kluft nimmt zu. Immer mehr Menschen müssen länger arbeiten, für weniger Geld. Jeder Branche ist betroffen - sogar die Finanzbranche.

Ich würde gerne die genauen Gründe wissen - Globalisierung (billige Arbeitskraft mit gleichwertigen Abschluss?) - das System "Europa" ?

Ich habe einfach so ein ungutes Gefühl, dass es so nicht weiter gehen kann und kracht.

Antwort
von Finanzschlumpf, 2

Also ich denke es liegt vor allem an den gegebenen Machtstrukturen zwischen den Tarifpartnern. Eine hohe Arbeitslosigkeit schwächt natürlich die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer , die relativ unbedingte Arbeitspflicht ( in der NS-Zeit nannte man das noch Zwangsarbeit ) drückt auch massiv auf die Löhne, und dann kommt noch die generelle Einstellung der Menschen hinzu ( man bedenke : Die CDU, welche die von dir erwähnten Umstände niemals von sich aus ändern würde, hat fast die absolute Mehrheit bekommen bei der letzten Wahl ).

"Krachen" wird es deswegen aber in Deutschland nicht denke ich. Hier gilt : Erhöhe die Steuern, und Du hast eine Revolution , kürze die Löhne und alle sind froh.

Kommentar von Molch ,

Krachen im Sinne von: Weniger Lohn für alle --> Weniger Umsatz/Steuereinnahmen---> Weniger Angestellte ---> Weniger Umsatz/Steuereinnahmen ---> mehr Entlassungen --> Weniger Umsatz/Steuereinnahmen ------> Mehr Entlassungen ---> Weniger Umsatz/Steuereinnahmen ----> Zusammenbruch

Auf der anderen Seite: Schulden --> noch mehr Schulden --> noch mehr Schulden --> Zusammenbruch.

Kommentar von Rat2010 ,

Ist ja schon fast belustigend, was du rumphantasierst. Löhne, Umsatz und Beschäftigung steigen in Deutschalnd auf breiter Front.

Es kann alles schlechter werden nur sieht es erst mal so aus, als ob es noch besser wird.

Wenn es bei dir wirklich alles so düster aussieht und du denkst, dass es nicht nur am Herbstwetter liegt (oft ist es ja das). Schon mal über einen Tapetenwechsel nachgedacht? Kleiner Umzug, große Wirkung!

Kommentar von Molch ,

Ich glaub deine rosarote Brille reicht für den Anfang.

Der Reallohn ist um 2,3% gestiegen, dem gegenüber steht eine getürkte Inflationsrate von 1,7% - real viel höher! Ein Plus von 0,8% - WOW!

Es gibt mehr Beschäftigte, dass stimmt - hast du aber mal hinter den Zahlen geguckt? Der Wachstum ist durch ZEITARBEIT angestiegen!!!! Wer heute noch unbefristete Tarifverträge bekommt, kann sich glücklich schätzen.

Die dramatische Abwanderung der Fachkräfte ist dir scheinbar entgangen?

Kommentar von Rat2010 ,

Da hat eine rot-grüne Regierung etwas beschlossen (gemeint ist die Agenda 2010) und das hat unser Land modernisiert.

Dass die Beschäftigung steigt liegt jedenfalls daran, dass Sozialhilfeempfänger zu Gunsten von Arbeitslosen abgeschafft wurden. Der Einstieg geht oft über Zeitarbeit aber der Trend der Branche ist seit 2012 rückläufig.

Scheinbar gibt es derzeit noch genügend Leute, dass die Unternehmen Zeitarbeiter vorziehen. Die Wende ist im Gang!

Wenn aus manchen Regionen Fachkräfte abwandern liegt das auch daran, dass sie ihr Heil in anderen Regionen finden. Eine Abwanderung von Fachkräften ins Ausland??? Seit der Krise - also immerhin schon fünf Jahre - wandern nach Deutschalnd mehr zu als ab. 2012 hatten wir eineen Wanderungsüberschuss von 369.000 Menschen. Und das bei dem Sauwetter, möchte ich anmerken.

Kommentar von Molch ,

"wandern nach Deutschalnd mehr zu als ab."

s. mein Eingangswort: "billige Arbeitskraft mit gleichwertigen Abschluss"

Das ist eben das, was ich vermute.

Kommentar von Finanzschlumpf ,

ok, wenn man das damit meint, ja , dass kann durchaus passieren.

Umverteilung und zunehmende Ungleichheit hat nicht nur ökonomische Nachteile.

Falls man über die Feiertage noch was zum Lesen braucht zu dem Thema :

http://www.amazon.de/Gleichheit-ist-Gl%C3%BCck-gerechte-Gesellschaften/dp/394204...

Sehr interessante Erkenntnisse drin.

Antwort
von Rat2010,

Deine Feststellungen passen so gar nicht zu meinen. Die von dir angesprochen Finanzbrachen mal ausgenommen. Da ist zum 1.1.2013 eine Gesetzesänderung in Kraft getreten, die dafür sorgt dass wir tatsächlich einen schlechteren Stundenlohn haben. Nur hat die Gesetzesänderung natürlich auch die Komponente, dass der Kucehn durch weniger geteilt wird. Man verdient also auch mehr.

Kein Ahnung, ob in anderen Berufen auch die Dokumentationspflichten immer mehr werden. Wenn das kommt und man gleich viele Kunden (Mandanten oder Patienten) hat, muss man mehr arbeiten.

Sonst dürfte deine Grundfeststellung aber entweder Alters- oder Stimmungsschwankungsbedingt sein. Gehaltskürzungen (die schon gar nicht) und Arbeitszeitverlängerung gibt es derzeit garantiert nicht mehr als früher. In Kombination kenne ich keinen und da wirst auch du nach einem konkreten Fall suchen müssen.

Deine Beispiele unter calla hättest du vor 5, 10, 15 oder 20 Jahren auch schreiben können. Verschlechtert hat sich da in den letzten Jahren nichts. Mehr im Gegenteil.

Kommentar von Molch ,

Du kommst selbst aus der Finanzbranche - mich wundert deine Einschätzung zu 2007-08 (vor Beginn der Finanzkrise) - war das nicht der Höhenflug non plus ultra?

Zahnärzte vor 20 Jahren haben definitiv besser verdient! Jeder Statistik im Internet zeigt Dir das.

Von vielen Ärzten höre ich, dass es jeder Jahr schlechter wird und mir jedes mal die Abwanderung ans Herz legen.

Kommentar von Rat2010 ,

Wir hatten 2007/2008 realistische Bewertungen aber was tut das zur Sache. Einen Zahnarzt hatte ich erst letzte Woche zu Gast. Einkommen ist bei ihm jedenfalls das kleinste Problem. Es fällt auf, dass Ärzte (auch Zahnärzte) Praxisgemenschaften gründen und dort sehr gut verdienen. Einzeln weniger aber es ist normal, dass sich Zeiten ändern.

Die in einem Krankenhaus angestellten Nicht-wenigstens-Oberärzte jammern seit ich welche kenne. Das ist so normal.

Kommentar von vulkanismus ,

Es war doch schon immer so, dass der, welcher am lautesten jammmert, am besten dasteht. Wenn ich als Arzt anstatt 150.000 nur noch 100.000 Reingewinn habe, so erscheint dies enorm. Wenn ich als kleiner Beamter anstatt 38,5 nun 42 Stunden arbeiten darf, dafür aber das so.g. Weihnachtsgeld halbiert, das Urlaubsgeld gestrichen, den Großstadtzuschlag und den Fahrtkostenzuschlag gestrichen bekomme, so erscheint dies in Zahlen wenig. Aber schau mal in den Geldbeutel der beiden.

Kommentar von Molch ,

Ich habe ja nichts anderes geschrieben!!!!!

Kommentar von vulkanismus ,

Ist ja auch nur für Leute wie Rat2010 gedacht !!!

Antwort
von Candlejack, 1

Es ist das Prinzip des Kapitalismus, dass die Produzierenden so viel Arbeitskraft so billig wie möglich einkaufen wollen. Solange das Menschen mitmachen... Dabei helfen natürlich auch Krisen, schlechte Arbeitsmarktlage und ähnliche Faktoren. Denn wer froh ist, einen Job zu haben, verhandelt nicht noch ewig über Gehalt. Schon gar nicht, wenn hinter ihm noch 10 andere stehen und auch wollen. Und genau DAMIT argmentieren ja auch viele Personaler.

Antwort
von calla,

woraus hast Du diese Angaben ? Ich kann das für mich so nicht bestätigen. wo genau versteckt sich Deine "Finanzfrage"?

Kommentar von Molch ,

Beobachtungsgabe -

Als Floristin kann ich deine Einschätzung überhaupt nicht nachvollziehen. Bei uns sind insgesamt 5 Blumenläden innerhalb von 5 Jahren Konkurs gegangen.

Nein, ich mein viel mehr Studienberufe. Zahnärzte z.B: Die ZK WARNT ausdrücklich vor dem Studium aufgrund der hohen wirtschaftlichen Risiken.

Ärzte flüchten vermehrt ins Ausland --> Emirate, USA, Canada, eventuell noch die Schweiz.

Anwälte, mit Prädikat, kehren GANZ schnell DE den Rücken und begeben sich ebenfalls in die Emirate (Gehälter von 10-15k monatlich) oder nach London.

Germanistik, Sozialwissenschaften, brotlose Kunst. Reicht kaum noch zum Leben.

Antwort
von Privatier59,

Ich würde gerne die genauen Gründe wissen

Grübele erst mal darüber, was Du von uns wissen willst. Hier ist kein Diskussionsforum, hier werden konkrete Fragen gestellt. Nur mal als ersten Anhaltspunkt einige Beispiele:

----Wieviel Cent sind ein Euro.

----Worin investiert ein Aktienfonds

----Wie ist meine Schufa.

So und jetzt fragst Du was konkretes, Ansonsten habe ich nämlich das ungute Gefühl, dass Dein Beitrag morgen früh weg ist. Und daran ist dann nicht die Globalisierung schuld, sondern uns Jürgen.

Antwort
von gurusucher,

Ganz meine Meinung, es liegt an der Globalisierung.

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