Frage von Casavala, 7

Aktiv gemanagter Fonds oder Indexfonds - was ist die bessere Wahl?

Was ist die bessere Wahl aktuell? Ein aktiv gemanagter Fonds oder ein Indexfonds?

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds, 5

Diese Frage ist Unsinn. Das ist ungefähr vom gleichen Kaliber, als wenn ich fragen würde, welche Art von Auto besser ist: eins mit Benzin- oder eins mit Dieselmotor.

Man nimmt sich ein bestimmtes Anlagesegment vor, z.B. Aktien Europa. Dann überlegt man sich, mit welchen Instrumenten man dieses Segment besetzen könnte. Da gibt es aktiv verwaltete Fonds und ETFs. Man könnte aber auch bei entsprechendem Anlagevolumen selbst die einzelnen Aktien kaufen. Nach einem gewissen Auswahlprozeß wird man dann ein Ergebnis erhalten. Das könnten für kleinere Anlagevolumina aktiv verwaltete Fonds oder aber ETFs sein.

Generell sollte man davon ausgehen, daß in liquiden Märkten gute Fonds per Stockpicking und Abbildung von Sektorrotationen bessere Ergebnisse liefern als ETFs. Antizyklisch investierende Fonds können also insbesondere Kursrückgänge in Krisen besser puffern als ETFs, die mit dem Index 1:1 in die Tiefe rauschen. Schau mal den Eurostoxx 50 im Vergleich zum Comgest Growth Europe an.

In illiquiden Märkten kommt es noch mehr auf die Qualität und Kompetenz des Fondsmanagements an. Man wird beispielsweise sehen, daß ein ETF auf den MSCI Emerging Markets in letzter Zeit nicht mehr so gut lief. Viele Fonds, die eine sehr intime Marktkenntnis ihrer Anlagebereiche haben, liefen dennoch sehr gut. Das liegt daran, daß ein ETF sklavisch an die Index-Zusammensetzung gebunden ist. Ein Fonds kann weniger aussichtsreiche Märkte untergewichten und andere übergewichten. Beispiel: Russland und Indien konnte man eine lange Zeit untergewichten, Frontier Markets übergewichten. Inzwischen drehen sich einige Märkte wieder. Ein Index kann das nicht. Ein Index ist an seine feste Strategie gebunden.

Es wäre also von Fall zu Fall zu entscheiden, was wirklich besser ist. Bedenke auch, daß ETFs ggf. umzuschichten sind, wenn bestimmte Marktereignisse eintreten oder einzutreten drohen. Bei Renten- und Rohstoff-ETFs ist das noch sehr viel wesentlicher für einen Anlageerfolg als bei Aktien-ETFs.

Soviel erst mal dazu. Nun überlegst Du nochmals, wie die wirkliche Frage lauten soll :-)

Kommentar von detlef32 ,

Als Ergänzung (und Vereinfachung). Wenn man ein ETF und einen gemanagten Fond für das gleiche Marktsegment vergleicht ist es so wie der Vergleich zwischen einem Auto von 1980 (ohne ABS, Servolenkung, Bremsassistent, Kurvenlicht, mit Gangschaltung, ESP, Traktionskontrolle und Airbags) mit einem von 2013 mit all diesen Dingen, Vollautomatik und Headupdisplay vergleicht.

Der 80er Wagen wird von einem Schumacher schneller und besser gefahren werden können. Bei voller Konzentration und Aufmerksamkeit des Fahrers (im Vergleich : Du). Der von heute wird vielleicht nicht die absolute Spitzenleistung bringen aber von auch mit einem normalen Fahrer quietschfrei um die Ecken rasen.

Antwort
von GeoffHarper, 4

Das kommt darauf an, was du von der Anlage erwartest, wie risikofreudig du bist und wieviel du selbst bereit bist in die Anlage an Zeit zu investieren. Die momentan recht attraktiven Aktienfonds Europa empfehlen sich z.B vor allem als aktiv gemangte Fonds.

Antwort
von GAFIB, 5

Es gibt eine relativ kleine Zahl von aktiv gemanagten Fonds, die ihren Index schlagen. Leider kennt die niemand im Voraus, und im nachhinein nützt es nichts.

Was aber mit Sicherheit - insbesondere längerfristig - zum Vorteil gereicht sind die sehr viel geringeren Kosten von ETFs.

Ich setze deshalb ganz überwiegend auf ein gut gestreutes globales ETF-Portfolio mit einer nicht zu geringen Portion auch an Einzelaktien, die ab einer gewissen Portfoliogröße nicht fehlen sollten, soweit die nötige Risikostreuung gewahrt bleibt.

Allerdings muss man auch regelmäßig (ca. 1-2 mal pro Jahr) eine qualifizierte Portfolioanpassung vornehmen - bzw. vornehmen lassen.

http://www.finanzfrage.net/tipp/wie-hilfreich-sind-fonds-rankings

Kommentar von Niklaus ,

Wenn der Index nach unten saust, saust der Indexfonds in gleichem Masse mit. Das ist die Wahrheit.

Kommentar von GAFIB ,

Wer langfristig denkt, was bei Aktieninvestments auch nötig ist, der macht eine andere Rechnung auf:

Der Aktienmarkt generiert langfristig ca. 7-8% p.a. an Ertrag (Dividenden und Kurssteigerungen) bei global repräsentativer Aufstellung.

Wer diese volle Performance der Kapitalmärkte ohne weitere erhebliche Kostenabzüge erzielen will, muss passiv investieren. Das ist die erfolgreichste Strategie, da ist die Kapitalmarktforschung ganz eindeutig.

Vgl. auch: http://de.dfaeurope.com/philosophie/wie-markte-funktionieren.html

Antwort
von qtbasket, 4

Das klingt so ein bisschen nach der Wahl zwischen Pest und Cholera....

In Wirklichkeit ist es so, dass es gewisse objektive Marktvoraussetzungen gibt - an den meisten Märkten kann man eigentlich die Performance zwischen ETFs und aktiv gemanagten Aktienfonds genau beobachten und auch gut vergleichen.

Zunächst: aktiv gemanagte Fonds schlagen eigentlich nur sehr selten ihren ReferenzETF , und langfristig eigentlich nie. Selbst Warren Buffet hat einmal zugegeben, dass für den Kleinanleger ETFs eine gute Wahl sind.

Aktive Fonds haben einen Ausgabeaufschlag und ein TER Wert doch von ca. 2-3%, also die Fondsmanager lassen sich gut bezahlen. Aber trotzdem, da gibt es schon einige Leuchttürme, wie der Fonds DWS Deutsche Aktien beispielsweise.

Es kommt auf deinen Anlagebetrag und den zeitlichen Horizont an - und für kleinere Beträge, ca. 2000 -5000 € sind ETFs wie der db xtracker MSCI oder ishares MDAX günstig beim Kauf und eben gut und breit diversifiziert - das sollte der Kleinanleger nicht vergessen.

Fazit: Die Entscheidung nimmt dir keiner ab - du musst schon den Markt selbst genau beobachten. Ein Watchlist ist dabei das Tool, das du dafür unbedingt brauchst.

Kommentar von GAFIB ,

Die echten Gesamtkosten aktiv gemanagter Fonds betragen sogar 3 - 3,5% p.a., manchmal auch noch mehr (vgl. Link).

Bei ca. 7-8% langfristiger Aktienmarktrendite gehen somit ca. 40-50% der zu erwartenden Rendite für Fondskosten drauf. Dieses hohe Kostenlevel zu übertreffen durch geschickte Titelauswahl schaffen eben nur sehr wenige Fondsmanager (ca. 20%).

http://www.smarter-investieren.de/informations/ter_intro.php

Antwort
von Candlejack, 4

Das sind zwei völlig unterschiedliche paar Schuhe, aber ich selbst würde eher einen aktiv gemanagten nehmen.

Antwort
von freelance, 4

aktuell? Das ist nicht nur aktuell nicht vergleichbar, sondern generell.

Wenn du einen aktiv verwalteten Fonds nehmen würdest, der sehr nahe an einem Index ist, dann kannst du auch einen ETF auf denselben Index nehmen.

Bei einem aktiv verwalteten Fonds hast du jedoch die Möglichkeit, einen zu nehmen, der speziell deinen Wünschen entspricht - regional, Währung, Branchen etc. Das wirst du mit einem ETF nicht hinbekommen.

Ich finde, dass ETFs nur was sind für Leute mit Erfahrung - oder für welche, denen die Auswahl nicht so wichtig ist und die Kosten sparen wollen. Das mit den Kosten ist jedoch relativ, denn wenn man einen guten Fonds hat, dann ist man allemal besser aufgestellt.

Damit sind die beiden Produktklassen nicht vergleichbar.

Kommentar von GAFIB ,

... "einen zu nehmen, der speziell deinen Wünschen entspricht - regional, Währung, Branchen etc. Das wirst du mit einem ETF nicht hinbekommen."...

Oh doch, ganz bestimmt sogar, siehe im u.g. Link z.B. Regionen, Länder, innerhalb der Regionen auch nach Branchen etc. Es gibt sogar Strategie-Indizes mittlerweile, z.B. Eurostoxx Minimal Variance, Dax Dividend etc. pp.

Die ETF-Welt ist weit vorangekommen in den letzten 5-10 Jahren!

https://www.justetf.com/de/find-etf.html

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