Frage von WFinanzA, 26

Aktien sind unsicher, Lebensversicherungen bringen nix mehr, wie soll man noch fürs Alter vorsorgen?

Anlage von Aktien ist sehr unsicher, die Lebensversicherungen taugen nimmer (Garantiesatz ging noch weiter runter), wie soll man denn noch fürs Alter vorsorgen? Es soll sicher sein und Ertrag bringen, ist wohl ein Widerspruch? Was ratet Ihr? Bisher hab ich gesetzliche Rente, VBL und eine Eigentumswohnung (daran zahle ich noch). Danke

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Antwort
von Bernd23, 13

Du hast wenig Angaben zu deinen persönlichen Verhältnissen gemacht. Und du hast auch keine Angaben über deine Risikobereitschaft gemacht.

  1. Zu LV

Allgemeine Aussagen sind immer mit Vorsicht zu genießen. LV sind schlecht, stimmt nicht für jeden. Hast du z.B. wie ein Beamter keine Vorsorgeaufwendungen durch die gesetzlichen Sozialversicherungen, hast du durchaus einen erheblichen Steuervorteil.

Du kann LV auch relativ günstig beleihen. In diesen Fällen ist die Sicherheit schon durch die LV gegeben. Keine zusätzliche Sicherheit erforderlich.

Normalerweise wird einem davon abgeraten, Versichern und sparen zu verbinden. Aber ich denke, man muss auch schauen, was der Beitrag dann jeweils einzeln wäre. Kommt man dann unbedingt günstiger weg.

  1. Ich finde auch immer wieder die staatlich geförderten Anlagen sehr interessant. Sie sind natürlich durch bestimmte höchstförderbare Beträge begrenzt.

2.1. Wenn Du z.B. mit VL einen Aktienfondssparvertrag abschließt, kommst du auf eine sehr hohe Förderquote. Zusätzlich musst Du auch noch bedenken, dass du bei den VL einen Zuschuss vom Arbeitgeber bekommst. Du kannst hierbei in der Regel von mindestens 6 € monatlich ausgehen. Jetzt rechne dir bitte mal die jährliche Förderquote für einen derartigen Vertrag aus: Bei 480 € sind das damit mindestens 98 €. das ist aber nur der Ertrag aufgrund der staatlichen Förderung. Hinzu kommt jetzt noch die Wertsteigerung des Aktienfonds über die Jahre (Voraussetzung: 6 Jahre Einzahlung, 1 Jahr stehen lassen). Dann muss du natürlich noch einen Aktienfonds finden, der keinen Ausgabenaufschlag erfordert. Aber hier gibt es genug bei den verschiedenen Fondsvermittlungen.

Für mich ist diese Anlageform, wie ich sie oben beschrieben habe, durch aus eine sinnvolle Maßnahme, vielleicht auch nur als Teil seiner Altersvorsorge.

2.2 Bausparverträge

Je nachdem welchen Anbieter du findest, kannst du auch mit einem Bausparvertrag schon gar keine so schlechte Rendite im Vergleich zu einer Anlage als Tagegeld erzielen. Und jetzt kommen die stattlichen Zulagen in Form von VL/VL-Zulagen und Wohnungsbauprämie dazu. In der Summe kommst du fast auf 9 % jährliche Förderquote + der Verzinsung, die einige Unternehmen noch durch einen Zinsbonus erhöhen, wenn du am Ende nach Zuteilung, dass Bauspardarlehen nicht in Anspruch nimmst.

2.3 Riesterverträge.

Eine sehr interessante Anlage für Personen mit einem begrenzten Einkommen bis hin zu niedrigen/sehr niedrigen Einkommen. Für den Mindestbetrag von jährlich 60,-- € bekommst du die jährlich Förderung in vollem Umfang. Das muss erst einmal einer mit einer anderen Anlage erreichen(154/184 € je Kind). Rechne Dir diese Förderquote mal aus.

Auch hier gibt es sehr günstige Anbieter.

Du kannst einen Riester-Vertrag aber auch als Steuermodell sinnvoll nutzen.

Am besten verdeutlicht sich dass an meinem eigenen Beispiel. Ich habe den Vertrag mit 50 abgeschlossen. Ich lassen diesen Vertrag mir nach meinem 62. Geburtstag auszahlen. Ich beantrage keine Zulagen für diesen Vertrag und keine jährliche Anrechnung bei der Einkommenssteuer. Im Ergebnis heißt das, dass bei Auszahlung nur 50 % des Ertragsanteils mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern sind.

Ich habe einen guten Vertrag über eine gute Fondsvermittlung gefunden (sehr geringe Kosten), die ich eigentlich nur empfehlen kann, d.h. DWS RiesterRentePremium über Fondsvermittlung24 abschließen. Einfach mal im Internet informieren.

Ich hoffe dir haben diese Informationen bei der Beantwortung deiner Frage geholfen.

Antwort
von Kevin1905, 10
Anlage von Aktien ist sehr unsicher,

Stimmt so nicht! Ein ausgewogenes aber gewinnortientiertes Portfolio mit langfristigen Anlagen (Value-Investments) kann, wenn professionell ausgewählt und zusammengestelt, je nach Marktlage problemlos 10-30% Rendite im Jahr machen.

die Lebensversicherungen taugen nimmer (Garantiesatz ging noch weiter runter)

Tun sie schon seit 2005 nicht mehr (Alterseinkünftegesetz).

Es soll sicher sein und Ertrag bringen, ist wohl ein Widerspruch?

Was verstehst du unter Sicherheit, dass die Anlage keinen Marktschwankungen unterworfen ist? Es gibt keine Dax-Aktie die über einen Betrachtungszeitraum von 15 Jahre oder mehr keinen Gewinn erwirtschaftet hätte.

Und dass du nur diese beiden Investments aufzählst, zeigt, dass du dringenden Nachholfbedarf in Finanzfragen hast. Aktien sind nicht gleich Aktien. Fonds nicht gleich Fonds. Es gibt so viele verschiedene Anlage- und Risikoklassen, dass es für einen Laien schwer ist durchzublicken.

Was ratet Ihr?

Finanz- und Versicherungsmakler aufsuchen mit entsprechendem Schwerpunkt. Du machst keine Angaben zum Einkommen, Berufsstand (ich würde auf angestellt tippen wegen dem Hinweis zur gesetzlichen RV), Familie etc.

Wir können anhand deiner Informationen nicht mal ansatzweise eine Bedarfsanalyse erstellen.

Antwort
von Niklaus, 8

Deine Aussagen sind, ich muss es leider so sagen, ziemlich deutsch. 54 % des Kapitals in den 30 DAX-Unternehmen ist in ausländischer Hand. bei 18 Unternehmen sogar mehr als 70 %. Erst vor ein paar Wochen hat ein Scheich aus Katar sich für 6 % bei der Deutschen Bank eingekauft. Von VW gehören ihm schon 17 %. Die ausländischen Investoren wissen, dass man in Deutschland auf dem Aktienmarkt viel Geld verdienen kann. Was machen die Deutschen. Sie legen ihr Geld in Tagesgeld, Festgeld, Sparbriefen, Bausparverträgen und Versicherungen an. Das zeugt wirklich von absolut mangelndem Finanzwissen. Altersvorsorge kann man damit nicht betreiben, das führt direkt in die Grundsicherung im Rentenalter. Ich versuche den Menschen klar zu machen, dass sie in Aktienfonds investieren und nicht ihr Geld in Geldwertanlagen der Inflation aussetzen und derzeit auch noch schlecht verzinst bekommen. Der DAX hat von 1965 bis 2014 ca. 1800 % Wertentwicklung erreicht und das trotz aller Krisen. Das sollten die Menschen in Deutschland für ihre Altersvorsorge nutzen. Noch ein Hinweis. Natürlich nur dann in Aktienfonds investieren, wenn man den nötigen Zeitrahmen für die Anlage hat

Zugegeben, Investitionen in einzelne Aktien bergen ein großes Risiko, wenn das Unternehmen insolvent würde, wäre das Geld weg. Deshalb plädiere ich für Aktienfonds. Da wird das Kapital der Anleger in viele Aktiengesellschaften unterschiedliche Branche oder Länder aufgeteilt. Somit sind Aktienfonds insolvenzsicher. Weil es nämlich quasi nicht vorkommt, dass alle Unternehmen, in manchen Fonds bis zu 100, alle gleichzeitig insolvent würden. In den letzten 20 Jahren hat der DAX immerhin, trotz großer Krisen nocjh 467 % Gewinn gemacht (siehe Chart)

Aktienfonds sind Sachwerte und unterliegen damit nicht der Inflation. Aktienfonds stellen ein Sondervermögen dar und sind bei der Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt. Kein Insolvenzverwalter kommt an die Kundengelder. Aktienfonds schwanken, das hat aber nichts mit Sicherheit tun.

Man kann Aktienfonds auch mit einem dynamischen Trailinglimit absichern. Das bedeutet, dass das Limit immer dem Kurs folgt. Wenn die Märkte fallen geht es raus aus dem Aktienfonds in einen Geldmarktfonds und bei steigenden Märkten wieder zurück in den Aktienfonds. Durch die intelligente Kombination der Stopp-Loss-Order und der Start-Buy-Order kann man Kursverluste reduzieren und- Kursgewinne mitnehmen. Durch den Einsatz des Trailinglimits kommt der Cost-Average-Effekt in Sparplänen erst richtig zur Geltung. Es fällt kein Ausgabeaufschlag beim Tauschen an.

Antwort
von gandalf94305, 9

Warum sind Aktien unsicher?

Auf einen Horizont von 7+ Jahren kann man mit Mischfonds, die Aktienvolatilitäten durch andere Assetklassen puffern, durchaus eine sinnvolle Marktrendite erreichen.

Auf einen Horizont von 15+ Jahren sind Aktienfonds die einzige wirklich sinnvolle Partizipation an einer wirtschaftlichen Entwicklung, d.h. ein Instrument, das auch den Inflationsausgleich beherrscht. Natürlich kann das nicht naiv durch Kaufen eines bunten Straußes von Aktien erfolgen, sondern muß systematisch und wohlüberlegt anhand einer klaren Allokation verschiedener Anlagesegmente und in verschiedene Werte diversifizierend passieren.

Aktien sind letztendlich deshalb sicher, da sie zwar kurzfristig volatil sind, d.h. im Wert schwanken können, aber langfristig weisen die Aktienmärkte inflations- und wachstumsbedingt einen Aufwärtstrend auf. Das bedeutet, daß Aktien letztendlich auf den längeren Horizont "sicherer" sind, da sie die Kaufkraft eines Investments erhalten und sogar ggf. eine Überrendite abwerfen. Dividenden sind laufende Ausschüttungen, die zusätzlich zu Kursgewinnen entstehen. Man wird daher eine Kombination von nicht zu vielen Fonds suchen, die entsprechend der Anlageziele, des Zielhorizonts und des Risikoempfindens eines Anlegers passen.

Nur so zum Vergleich: mit meinem Portfolio von ca. 6% Immobilien, 20% Renten und dem Rest in Aktien/Beteiligungen erreiche ich seit 1998 eine Durchschnittsrendite von ca. 8-9% vor Steuern. Schraubst Du die Anforderungen an Performance zugunsten einer geringeren Volatilität etwas herunter, lassen sich ohne weiteres 3-4% p.a. vor Steuern erreichen. Das ist nach Steuern inflationsausgleichend und deutlich mehr, als man mit Sparanlagen oder Versicherungsprodukten heute bekommen kann.

Wo Risiken lauern, sind auch Chancen. Diversifikation und intelligente Auswahl von Investmentprodukten reduzieren Risiken und verstärken die Chancen.

Du brauchst Beratung.

Antwort
von betroffen, 7

Ja - da sind ja viele die dir sagen, Aktien wären so toll.

Aber du hast Recht! Im Moment sind Aktien besonders riskant. Der DAX zum Beispiel sank innerhalb 1ner Woche um -4,81%; 1nes Monats um -7,23%; 3er Monate um -3,57%. - Ganz aktuelle Zahlen von heute.

Also hast du für den aktuellen Zeitpunkt Recht und die vielen Kommentatoren Unrecht. Es hat sich eben eine Blase gebildet.

Hier mein Tipp, den ich für dich als besten halte, der aber noch nicht erwähnt wurde: Informiere dich inwieweit es für die Wohnung die Möglichkeit der Zwischentilgung gibt.

Oft sind 5% der Anfangssumme per Jahr möglich. Nutze sie (die Zwischentilgung) möglichst voll aus.

Das wird ja trotzdem dann noch ein paar Jahre dauern und vielleicht sind dann die Anlagemöglichkeiten besser. (Für das Geld, was du dann nicht mehr der Bank monatlich zahlen musst).

Weitere Möglichkeit: Bring deine Wohnung auf den neuesten Stand: Energiesparende Elektrogeräte, LED-Lampen, Solaranlage...

Antwort
von Privatier59, 7

Wer sich immer unnötig Sorgen macht wird ohnehin nicht alt. Also mach Dir ruhig weiter Sorgen, fang auch noch mit Rauchen und Trinken an. Dann kommt Gevatter Hein bevor Altersvorsorge ein Thema wird. Kannst Dich natürlich alternativ auch mal erkundigen, wie sich Aktion langfristig entwickeln. Darauf kommt es nämlich an und nicht auf kurzfristige Schwankungen. Wer allerdings zur Anlegerfraktion der Hosenträger gehört und ich bei kurzfristigen Wertschwankungen in die Buntkarierten macht, dem bleibt wirklich nur noch Rauchen und Trinken.

Kommentar von Privatier59 ,

Aktion raus, Aktien rein.

Billy hat im uebrigen recht: Die Seite von ff spinnt immer mal wieder. Jetzt z.B. kann man wieder nicht nachträglich korrigieren.

Kommentar von Niklaus ,

Das Problem hatte ich gestern auch. Aber nur einmal.

Antwort
von Rentenfrau, 7

Hallo WFinanzA, momentan ist es wirklich nicht ganz leicht, Altersvorsorge zu betreiben. Ich bin nun kein ausgewiesener Fachmann, aber ich würde Dir zu einem Anlagemix raten: also Immobilienvermögen (Du hast ja schon eine Eigentumswohnung, das ist gut), Betriebsrentenansprüche (auch die hast Du durch Deine Beschäftigung beim öff. Dienst), falls du noch etwas Geld übrig hast, dann könntest Du noch einen bestimmten Betrag in Aktien oder besser in Fonds investieren. Ein kleiner Betrag in Gold anzulegen, ist auch nicht schlecht. Du bist -so denke ich-nicht ganz schlecht aufgestellt.

Antwort
von althaus, 7

Wieso bringen LV nicht mehr. Habe einige und bekomme für 2013 eine Verzinsung von 3,6% für eine sichere Anlage. Das muss man erst einmal schlagen. Natürlich kann man noch mehr Rendite einfahren, dann muss man aber mehr Risiko eingehen. Das Risiko hält sich in Grenzen, wenn man auf Raten spart. Immer wieder ein paar Fonds oder Aktien kaufen, somit drückt man den Einstiegskurs. Noch ist es nicht zu spät. Aber zahle erst einmal die Eingentumswohnung ab, dann hast ja schon eine Rente (Miete) dazugewonnen.

Kommentar von kostolany ,

ich würde sogar noch weiter gehen, denn die meisten Lebensversicherungen werden storniert (nach Aussage von Finanztest 50-70!!). Wenn man einen Altvertrag mit einem Garantiezins zwischen 3% und 4% privat übernehmen kann, ist man eigentlich fein raus. Bewerten lässt sich jede Police mit KLV-Check. Einfach mal im Bekanntenkreis herumfragen. Händler würde ich allerdings meiden, denn bei deren Marge wird das Ganze schon wieder uninteressant.

Antwort
von Candlejack, 7
Aktien sind unsicher

Nicht, wenn Du es richtig machst.

Lebensversicherungen bringen nix mehr

wer sagt das ? Gibt gute moderne Konzepte.

Es soll sicher sein und Ertrag bringen, ist wohl ein Widerspruch ?

Das ist kein Widerspruch, kommt nur auf die Höhe des Ertrags an ;-)

Bisher hab ich gesetzliche Rente, VBL und eine Eigentumswohnung (daran zahle ich noch).

Das erste wird ca. 43% bringen, beim zweiten fragt sich ob Zwangsbaustein oder VBLextra und wenn ja wie, das dritte ist ein guter Baustein, aber nicht der einzige.

Eine Beratung sollte hier helfen.

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