Frage von rothma,

Aktien der Fa.Fotex WKN A0RLEQ ist vom Kurszettel verschwunden. Pflicht der Bank?

Ich habe seit Jahren Aktien der Fa.Fotex WKN A0RLEQ in meinem Depot bei der Comdirect. Leider ist die Aktie plötzlich vom Kurszettel verschwunden. Eine E-Mail an die Firma blieb unbeantwortet. Nachfrage bei Comdirect ergab nur, dass die Aktie nicht mehr gehandelt wird. Ist meine Bank nicht verpflichtet mir mehr Informationen zu beschaffen? Ich meine das wäre ja eine gute Gelegenheit Geld über Aktien einzusammeln und nach einer gewissen Zeit vom Kurszettel zu nehmen und man ist die lästigen Aktionäre los!

Besten Dank im Voraus Rothma

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Antwort
von gandalf94305,

Fotex wurde bereits am 25.06.2010 in Wien delisted. In Deutschland erfolgte das Delisting schon im März 2012 mit der Begründung, daß die Heimatbörse ebenso ein Delisting durchführt. Dort findet man dies: http://bse.hu/newkibdata/110133111/Fotex_ceo_res_21032012_eng.pdf

Fotex hat im März 2012 bekanntgegeben, daß ein Delisting in Luxembourg nicht beabsichtigt sei. In der Tat scheinen die Aktien dort noch gehandelt zu werden (siehe Link unten). Die comdirect hatte doch mal einen Zugang zur Börse in Luxembourg.

Das Delisting selbst ist keine Kapitalmaßnahme - nur über diese muss die Depotbank informieren. Ein Delisting ist in Deutschland noch nicht einmal ad-hoc-pflichtig, d.h. man muss hier tatsächlich die Nachrichten des Unternehmens selbst laufend lesen, denn nur dort muss der Beschluß eines Delistings auch publiziert werden. Weiterhin haben die einzelnen Börsen in Deutschland eine Übersicht, in der kommende Delistings aufgeführt werden.

Das ist also kein Problem einer Direktbank vs. Filialbank, sondern einfach ein Problem der Regularien.

Man kann dennoch nicht einfach Aktien ausgeben und dann wieder verschwinden, denn für diesen Vorgang (der technisch gesehen natürlich durchaus machbar wäre) gibt es eine Reihe von begleitenden Vorgängen und Beschlüssen, die wiederum die Aktionäre einschließen müssen. Man kann die Komplexität dieses Vorgangs ja gerade auch bei Dell beobachten.

Kommentar von rothma ,

Vielen Dank für Deinen fundierten Kommentar. Ich frage mich allerdings, warum die Firma „Namensaktien“ ausgibt, aber daraus keine Informationspflichten entstehen. Ich habe leider keinen Link auf die Börse in Luxemburg gefunden. Kannst du mir den noch mal senden? Gruß Rothma

Kommentar von gandalf94305 ,

Ei, wie könnte die Börse in Luxembourg wohl heissen... www.bourse.lu

Kommentar von rothma ,

Vielen Dank für Deinen fundierten Kommentar. Ich frage mich ob es möglich ist, den aktuellen Handelswert zu erfahren ohne dass ich mich gleich kostenpflichtig an der Börse anmelde.

Gruß Rothma

Antwort
von althaus,

Ich denke da wirst Du bei keiner Bank erfolg haben. Ich nehme an daß das Unternehmen pleite ist. ES gibt dazu keine Notierung und keine Nachrichten. Habe den letzten Kurs bei 51 Cent gesehen, weiss aber nicht wie alt der ist. Auch werden Pennystocks einfach vom Handel genommen, wenn sich das nicht mehr lohnt. Es ist halt das Risiko wenn man in Pleiteunternehmen investiert, weder Informationen noch Kurse zu erhalten. Bleibt Dir nur noch die Möglichkeit deiner Bank anzuschreiben die Werte auszubuchen, denn verkaufen kannst Du ja nicht mehr. Konzentriere ich lieber auf bekannte und solide Unternehmen. Beispiel: Nestle, Basf, Unilever usw.

Kommentar von rothma ,

Vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich frage mich ob es denn keine offizielle Möglichkeit gibt festzustellen, ob die Fa. tatsächlich Konkurs ist? Nach dieser Erfahrung weiß ich auch nicht, ob die „soliden Unternehmen“ nicht auch einfach verschwinden können. Habe immer gedacht dass Firmen, die in Deutschland gehandelt werden, auch eine gewisse Informationspflicht haben. Ich verstehe jetzt was Räuberkapitalismus meint. Der letzte Kurs scheint übrigens über einem Euro gelegen zu haben. Es ist also keineswegs ein Pennystock!

Gruß Rothma

Antwort
von SBerater,

na ja. So einfach vom Kurszettel verschwinden Aktien nicht. Wer sich auf exotische Werte einlässt, der unterliegt Risiken.

Es gibt an jeder Börse unterschiedliche Segmente mit unterschiedlichen Auflagen. Es geht nicht von heute auf morgen und ohne Ankündigung, wenn es Zwangswechsel bei den Segmenten stattfindet. Damit bekommt man mit, was mit einer Firma passiert, ausser man befindet sich in einem langen Winterschlaf.

Ob die Bank helfen muss? Nein.

Antwort
von Privatier59,

Das eben ist der Nachteil bei Direktbanken: Sie brauchen den Kunden in derartigen Situationen nicht zu unterstützen.

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