Frage von bylvie, 1.050

Akademiker nun arbeitslos - inwieweit muss er schlecht bezahlteren Job annehmen?

Wie ist es, wenn man als Akademiker, mit bisher recht gutem Einkommen arbeitslos wird? Inwieweit muss man einen wesentlich schlechter bezahlten Job, bei dem man eigentlich überqualifiziert ist, annehmen?

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von VirtualSelf, 1.050

Im Arbeislosengeldbezug nach SGB III greift § 140 SGB III:

(1) Einer arbeitslosen Person sind alle ihrer Arbeitsfähigkeit entsprechenden Beschäftigungen zumutbar, soweit allgemeine oder personenbezogene Gründe der Zumutbarkeit einer Beschäftigung nicht entgegenstehen.
...
(3) Aus personenbezogenen Gründen ist eine Beschäftigung einer arbeitslosen Person insbesondere nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt. In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit ist eine Minderung um mehr als 20 Prozent und in den folgenden drei Monaten um mehr als 30 Prozent dieses Arbeitsentgelts nicht zumutbar. Vom siebten Monat der Arbeitslosigkeit an ist einer arbeitslosen Person eine Beschäftigung nur dann nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Nettoeinkommen unter Berücksichtigung der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen niedriger ist als das Arbeitslosengeld.

Im Alg2-Bezug gibt es eine solche pekuniäre Regelung nicht.
Hier ist nach § 10 SGB II im Grundsatz alles zumutbar, was nicht sittenwidrig oder illegal, es sei denn, wichtige Gründe sprechen dagegen.

Eine Art Berufsschutz gibt es nach beiden Regelungen - § 140 SGB III und § 10 SGB II - nicht.

Antwort
von Primus, 859

Bei Bezug von ALG I gilt, dass während der ersten drei Monate der Arbeitslosigkeit eine Beschäftigung unzumutbar ist, deren Bezahlung 20% unter dem Arbeitsendgeld liegt, dass zur Berechnung des Arbeitslosengeldes zugrunde gelegen hat.

Bei längerer Arbeitslosigkeit sinkt der Prozentsatz und man darf immer weniger wählerisch sein

Weitere Informationen hier: http://www.sozialleistungen.info/arbeitslosengeld/zumutbare-beschaeftigung.html

Bei Bezug von ALG II ist man verpflichtet, jeden Job auszuüben, der dafür sorgen kann, Steuergelder zu sparen.

Kommentar von Primus ,

sinkt der Prozentsatz

Ich meine natürlich dass der Prozentsatz steigt.......

Antwort
von dhhf33, 773

sprichst du von Alg I oder II?

Bei Alg I gibt es nur einen geringen Zwang dazu, wenn z.B. klar ersichtlich ist, dass der Kandidat keine Motivation hat, irgendeinen Job anzunehmen. In so einem Falle kann es zu einer Kürzung der Zahlung kommen - was aber eher die Ausnahme ist.

Bei Alg II sind die Regeln ganz anders.

Antwort
von HartzEngel, 689

Wenn der Akademiker Alg II nach dem SGB II bezieht, gilt der Grundsatz: jede Arbeit ist zumutbar (§ 10 SGB II), nur gesundheitliche Gründe zählen. Daher mein Rat: er soll sich schnell und viel bewerben, damit er schon den besseren Job in der Tasche hat. Aber auch beachten: selbst wenn er einen schlechteren entlohnten JOB hätte, muß man den nicht ewig machen, man ist dann raus aus dem Alg II und kann sich natürlich weiter auf bessere Jobs bewerben.

Antwort
von qtbasket, 633

Ganz einfach: auch ein Uniabschluß ist keine Lebensversicherung und schützt nicht gegen sozialen Abstieg.

Wenn man beim ALG 1 Bezug zumutbare Stellenangebote ablehnt, ist natürlich eine Kürzung des Betrages nicht vermeidbar.

Aber wenn man Abitur gemacht hat, einen universitären Abschluß in der Tasche hat, sollte man doch meinen, dass man eine selbstständige und unabhängige Persönlichkeit ist, und selbst in der Lage ist mittelfristig einen passenden Job zu finden...

...oder doch Mamas Liebling und Generation Praktikum ???

Kommentar von VirtualSelf ,

Wenn man beim ALG 1 Bezug zumutbare Stellenangebote ablehnt, ist natürlich eine Kürzung des Betrages nicht vermeidbar.

Was natürlich - wie nicht anders von dir zu erwarten - eine Plattitüde ist.
Die Frage ist ja gerade, ob es zumutbar ist, einen schlechter bezahlten Job anzunehmen, und nicht, was passiert, wenn man eine zumutbare Arbeit ablehnt.

Und hier zeichnest du dich - wie fast immer bei dieser Thematik - durch Unwissen aus, wobei natürlich die übliche Trollerei nicht fehlt:

Aber wenn man Abitur gemacht hat, einen universitären Abschluß in der Tasche hat, sollte man doch meinen, dass man eine selbstständige und unabhängige Persönlichkeit ist, und selbst in der Lage ist mittelfristig einen passenden Job zu finden...
...oder doch Mamas Liebling und Generation Praktikum ???

Es kann doch nicht so schwer sein, einfach mal die Fres.se zu halten, wenn man keine Ahnung hat .... oder steht da irgendein psychisches Problem deinerseits dahinter?

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