Frage von mck18877,

Änderung der Nutzungsart während Immobilienfinanzierung

Hi Community,

folgendes Szenario: Ich habe ein altes Mehrfamilienhaus gekauft welches ich nach Komplettsanierung vermieten möchte. Dazu habe ich einen Immobilienkredit abgeschlossen welcher zu ca. 2/3 aus einem KfW-Darlehen besteht und zu ca. 1/3 aus einem Bankkredit.

Bei der Beantragung des Kredits habe ich angegeben, dass ich eine der sanierten Wohnungen später selbst bewohnen möchte, also z.T. selbstgenutztes Immobilieneigentum schaffe. Jetzt ist es allerdings so, dass ich lieber alle Wohnungen vermieten möchte da ich berufsbedingt oft in einer anderen Gegend bin.

Muss ich diese Änderung der Nutzungsart der Bank anzeigen? Prüft die Bank ob ich tatsächlich umgezogen bin? Was kann schlimmstenfalls passieren? Kann die Bank evtl. sogar die Kreditzusage widerrufen?

Danke für Eure Antworten!

Antwort
von diekert,

Solange die Kreditvergaben nicht unmittelbar und ausschließlich an die bei Antragstellung angegebene Nutzung gebunden wurde ( siehe Kreditzusagen ), halte auch ich die Änderung für unproblematisch. Würde die Bank sich schlechter stellen und damit ein erhöhtes Kreditrisiko eingehen sähe es anders aus. Auf jeden Fall erhöht sich die Kapitaldienstfähigkeit des Beleihungsobjektes. Wie sich die Änderung auf die Gesamtbelastung auswirkt, kann nicht beurteilt werden, da die neuen Kosten ( z. B. für Miete ) nicht bekannt sind. Insofern würde ich den Kontakt zu Bank suchen.

Antwort
von Franzl0503,

mck: Gegenfrage: Welche (überzeugende) Argumente willst du anführen, wenn deine Bank über kurz oder lang als Ergebnis der alljährlichen Sicherheiten Prüfung von dir wissen möchte, aus welchem Grund du ihr die Änderungen der Objektnutzung und deiner Anschrift vorenthalten hast?

Den Verwendungszweck der KfW-Mittel hast du geprüft. Die Vollvermietung erhöht den Ertrag und damit den Sicherheitswert des Beleihungsobjekts und die Mitteilung über die Änderung deiner Anschrift dürfte doch eine Selbstverständlichkeit sein, oder soll etwa die Bank beim Einwohnermeldeamt recherieren?

Antwort
von gandalf94305,

Solange Du nicht Vertragsbedingungen verletzt, ist das alles ok.

Die Bank ist glücklich, wenn die Sicherungsleistung und die laufende Bedienung der Raten des Darlehens weiterhin stimmen.

Sofern also nicht das KfW-Darlehen nur für eigengenutzte Wohnimmobilien gilt, gibt es keine Probleme.

Auch die Nutzungsart ändert sich nicht. Eine solche wäre beispielsweise die Änderung von Wohnimmobilie in Gewerbeimmobilie oder der Abriss des Hauses und der Bau eines Parkhauses.

Antwort
von baufibemu,

Bei dem Programm 151 ist es egal, ob vermietet oder eigengenutzt. Wenn es sich um das Wohneingentumsprogramm handeln würde, wäre es nicht egal. Hier ist eine Eigennutzung Pflicht. Und zwar mindestens für ein Jahr. Danach kann auch hier eine Vermietung vorgenommen werden.

Beste Grüße

Antwort
von Privatier59,

Die Frage ist leichter gestellt als beantwortet: Vom Sicherungszweck her gesehen entsteht der Bank kein Nachteil, im Gegenteil, durch die höhere Mieteinnahme ist die Absicherung sogar noch besser. Allerdings ist natürlich die Frage, ob die Darlehen zur Finanzierung selbstgenutzten Wohnraums vergeben wurden und ich denke da an das Kfw-Darlehen. Schau besser mal in die Vertragsunterlagen.

Kommentar von mck18877 ,

Das entsprechende KfW-Programm hat die Nummer 151. Und so wie ich das lese ist es unerheblich ob das Darlehen für selbstgenutztes oder vermietetetes Immobilieneigentum verwendet wird. In den Bedingungen des Bankvertrages steht allerdings drin, dass die Bank vom Vertrag zurücktreten kann wenn "wesentliche Angaben, die zur Erlangung des Darlehens gemacht worden sind, (sich) als unrichtig oder unvollständig erweisen". Ist halt die Frage ob dies wesentliche Angaben sind?

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