Frage von Meyerfeldt,

Änderung der Kleinunternehmerregelung nach 5 Jahren

Ich habe seit 2009 eine Fotovoltaikanlage und auf Umsatzsteuer optiert. Die UST für den Kauf habe ich erstattet bekommen. Seit 2009 habe ich für die Stromeinspeisung eine UST-Erklärung abgegeben. Wenn ich jetzt nach 5 Jahren die Regelung ändere, muß ich damit rechnen, daß das Finanzamt die erstattete UST zurückfordfert ?

Antwort
von monetaer,

solange Sie die Voraussetzung erfüllen:

  • Umsatz im Vorjahr nicht höher war als 17.500,00 EUR und
  • der Umsatz im laufenden Jahr nicht höher sein wird als 50.000,00 EUR

sollte der Wechsel nach 5 Jahren möglich sein. Zurückgefordert wird da nichts, wenn Sie alles korrekt in den letzen Jahren gemacht haben.

Gruß, Markus

Kommentar von EnnoBecker ,

der Umsatz im laufenden Jahr nicht höher sein wird als 50.000,00 EUR

Das ist so nicht richtig. Woher soll man denn wissen, wieviel Umsatz man im laufenden Jahr haben wird?

Antwort
von EnnoBecker,

Wie die KU-Regelung funktioniert, muss ich sicherlich nicht erläutern. Außerdem habe ich das hier http://www.finanzfrage.net/tipp/kleinunternehmer ja bereits getan. Dein Problem ist ja ein anderes:

Der Wechsel von KU zur Regelbesteuerung bzw. umgekehrt wird umsatzsteuerrechtlich als Änderung der Nutzungsverhältnisse. Bei einer solchen Änderung muss grundsätzlich auch die Vorsteuer korrigiert werden und dies nach folgendem Schema:

Bei Grundstücken beträgt der Berichtigungszeitraum 10 Jahre, sonst 5 Jahre ab dem Zeitpunkt der erstmaligen Verwendung. Nun kommt es darauf an, ob deine PVA als Grundstück zu werten ist. Höchstwahrscheinlich nicht, so dass wir im 5-Jahreszeitraum sind.

Da du aber wahrscheinlich nicht am 1. Januar 2009 die PVA in Betrieb genommen hast, aber andererseits die KU-Regelung eine Jahresbetrachtung ist, und überlagern sich die Zeiten etwas. Nehmen wir mal an, du hast die PVA am 1. November 2009 in Betrieb genommen:

Der 5-Jahreszeitraum für die Berichtigungsberechnung endet am 31. Oktober 2014. Die Option zur Regelbesteuerung kannst du aber bereits zum 1. Januar 2014 (eben wegen der Ganzjahresbetrachtung) widerrufen.

Die PVA hat (angenommener Wert) 6.000 Euro an Vorsteuern gebracht. Das sind bei 5 Jahren = 60 Monaten umgerechnet 100 Euro pro Monat. Durch den Wechsel zur KU-Regelung müsstest du also die Vorsteuern in der Weise berichtigen, dass du 1.000 Euro (Januar bis Oktober 2014) an Vorsteuer ans FA zurückzahlen musst.

Mir ist sowieso nicht klar - auch ohne die Betrachtung der Vorsteuerkorrektur - warum du zurück zur KU-Regelung willst. Das ist wirtschaftlich Unsinn. Wenn du Geld verbrennen willst, kannst du es auch lieber mir geben.

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