Frage von mikonos, 6

Abweichende Angaben auf EStErkl des Empfängers von Unterhaltsleistungen

a) muss der Unterhaltsempfänger diese Zahlungen bei sich in die EKSt-Erklärung reinschreiben?

b) wenn ja, was passiert, wenn beim Unterhaltszahler höhere Unterhaltszahlungen angegeben wurden, als beim Empfänger?

c) was passiert, wenn b) passiert, aber die Differenz der Angaben beim Empfänger keine steuerlichen Auswirkungen hätten, sondern eben nur für den Zahler?

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Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für einkommensteuer, 6

Die Kombination, Abzug von Unterhaltsleistungen bei einem und Besteuerung beim anderen gibt es nur über das Realsplitting gem. § 10 Abs. 1 Nr. 1 EStG.

Dazu wird die** Anlage "U"** ausgefüllt, auf der die unterhaltene Person auch gleich die Einwilligung gibt. Damit ist die Sache durch. Die Summen müssen somit übereinstimmen.

Antwort
von EnnoBecker, 5

Es geht hier wohl um nachehelichen Unterhalt an den/die Ex, nehme ich an, sonst wäre die Überlegung zum Empfänger ja sinnfrei. Hätte man aber sicher auch gleich hinschreiben können....

Man muss erst mal die Wirkungsweise von § 10 (1) Nr. 1 / § 22 Nr. 1a EStG verstehen, um hier zu einer Antwort kommen zu können.

Grundsätzlich sind Unterhaltszahlungen an den oder die Ex privater Natur und haben mit der Einkommensteuer nichts zu tun. Allerdings macht der Gesetzgeber eine Ausnahme aus mir unbekannten Gründen und sagt, dass bis zum Betrag von 13.805 Euro pro Jahr solche Unterhaltszahlungen als Sonderausgaben abgezogen werden können, wenn im Gegenzug dafür der Unterhaltsempfänger diese Leistungen versteuert.

Soweit dürfte das jedem klar sein, denke ich.

Das hat aber zur olge, dass steuerlich irrelevante Unterhaltszahlungen nur dann zu Sonderausgaben hochqualifiziert werden, wenn der Unterhaltsempfänger bestätigt (Unterschrift auf Anlage U), dass er die Zahlungen der Einkommensbesteuerung unterwirft.

Die beiden Finanzämter werden deshalb also miteinander in Verbindung treten und die Daten abgleichen. Kommt es zu Differenzen, weil vielleicht der eine schummelt, gibt es verschiedene Wege, die zu lösen.

Der mir bekannte Weg sieht so aus, dass das Finanzamt des Unterhaltsempfängers die Leistungen besteuert. Sind diese Zahlungen aber tatsächlich nicht geflossen, muss man sich halt mit einem Einspruch dagegen wehren.

Ich habe in dieser Sache gerade ein Verfahren gegen ein Berliner Finanzamt gewonnen.

Also, als Unterhaltsempfänger schön aufpassen!

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