Frage von bemgoma, 56

Absetzbarkeit von Noten bei Musiklehrern

Ich bin hauptberuflicher Musiklehrer an einer kommunalen Musikschule (öffentlicher Dienst). Bei EKS 2012 erkennt der Finanzbeamte nur noch 50% der Anschaffungskosten von Musiknoten, die ich zur Ausübung meiner Unterrichtstätigkeit angeschafft habe an. Jahrzehnte lang wurden 100% anerkannt. Selbst auf meinen Protest hin zeigte er sich uneinsichtig. Wer hat Recht?

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Antwort
von Meandor, 53

Die Frage ist, ob die Noten ausschließlich beruflich genutzt werden.

Wenn Du die daheim mal runterorgelst zur Unterrichtsvorbereitung ist da noch nix dabei, fraglich ist halt, was Du mit den Noten sonst noch so machst.

Antwort
von vulkanismus, 53

Wer Recht hat, kannst du bei EnnoBecker nachlesen. Was als Recht gesprochen wurde, weiss ich nicht. Der Finanzbeamte war inkonsequent. Die 50 % sind wohl auf seinem eigenen Nichtwissen gewachsen und somit ein Kopromiss mit sich selbst. Nach meinem (uninteressanten) Rechtsempfinden hättest Du garnichts bekommen sollen. Du bist Beamter und richtest Dich hauptsächlich nach dem Lehrplan. Und dafür stehen Dir Noten zu Verfügung. Selbstanschaffungen sind vom Privatbereich nicht zu trennen und somit zu 100 % nicht absetzbar.

Antwort
von Privatier59, 48

Na ja, es kommt ja immer darauf an, welche Arbeitsmittel auch privat genutzt werden können und da wird Dir eben jetzt unterstellt, dass bei Noten ein Privatanteil von 50% besteht. Auch bei Fachliteratur wird das ähnlich gehandhabt:

http://www.lehrerfreund.de/schule/1s/werbungskosten-lehrer-buecher-steuererklaer...

Wie hast Du denn den "Protest" formuliert? Wenn das schriftlich geschehen ist, wird das FA diesen Protest als Einspruch gehandhabt haben und dann steht für Dich jetzt bei Zurückweisung des Einspruchs der Klageweg zum Finanzgericht offen.

Antwort
von EnnoBecker, 33

Wer hat Recht?

Derjenige, der sich durchsetzt. Wie genau verlief denn dein Protest?

Ich kann nicht erkennen, warum nur die Hälfte anerkannt werden sollte. Ich bin gerade dabei, die Anschaffung eines Notebooks und eines E-Klaviers zu 100% für einen Sänger durchzusetzen. Zur Not klage ich.

Frage: Was gedenkst du zu tun?

Kommentar von Privatier59 ,

Na ja, ein Musiklehrer der privat ein Musikmuffel ist, dürfte eher selten vorkommen. So ganz von der Hand zu weisen wäre das nicht. Ich kann mich erinnern, in ferner Vergangenheit mal was zur Absetzbarkeit von Notenblättern bei Musiklehrern gelesen zu haben, kann aber nicht mehr sagen, wo. Sagt Deine Wunderkiste etwas dazu?

Kommentar von EnnoBecker ,

Sagt sie nicht.

Aber dein Argument ist von der Hand zu weisen. Kaum jemand übt seinen Beruf aus nur um des Erwerbs wegen.

Würde dein Argument Raum greifen, so dürfte ich meine Steuerliteratur auch nur zur Hälfte absetzen können, weil ich auch private Lust empfinde beim Steuerliteraturlesen.

Ich werde aber morgen im Büro mal ein wenig herumsuchen, vielleicht finde ich was. Alternativ könnte der Fragesteller auch schreiben, mit welcher Begründung das Ginanzamt doe Aufwendungen kürzen möchte.

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