Frage von Michaelklemens,

Ablesen bei Auszug

Guten Tag, und habe gleich eine neue Frage -der Abrechnungszeitraum /Ablesung wird mit meinen Auszug fällig.Nun sagt mein Vermieter die Beauftragte Firma hätte sich noch nicht gemeldet wegen ablesen.Wer trägt die kosten wenn nun kurzfristig eine andere Firma beauftragt wird?obwohl die Zeit zum Ablesen fällig wird? mein Vermieter meint wenn ich das wolle zum Auszug müsse ich die Kosten selbst tragen?! vielleicht kann mir ja auch da jemand etwas Raten oder Mitteilen. Vielen Dank in voraus ! Michaelklemens.

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Antwort
von LittleArrow,

Die sehr vollständige Antwort von Privatier59 ist noch etwas zu ergänzen. Neben der BGH-Entscheidung ist nämlich auch die Heizkostenverordnung zu beachten, die in § 9b grundsätzlich die Pflicht und Art der Zwischenablesung regelt:

"(1) Bei Nutzerwechsel innerhalb eines Abrechnungszeitraumes hat der Gebäudeeigentümer eine Ablesung der Ausstattung zur Verbrauchserfassung der vom Wechsel betroffenen Räume (Zwischenablesung) vorzunehmen.

(2) Die nach dem erfassten Verbrauch zu verteilenden Kosten sind auf der Grundlage der Zwischenablesung, die übrigen Kosten des Wärmeverbrauchs auf der Grundlage der sich aus anerkannten Regeln der Technik ergebenden Gradtagszahlen oder zeitanteilig und die übrigen Kosten des Warmwasserverbrauchs zeitanteilig auf Vor- und Nachnutzer aufzuteilen.

(3) Ist eine Zwischenablesung nicht möglich oder lässt sie wegen des Zeitpunktes des Nutzerwechsels aus technischen Gründen keine hinreichend genaue Ermittlung der Verbrauchsanteile zu, sind die gesamten Kosten nach den nach Absatz 2 für die übrigen Kosten geltenden Maßstäben aufzuteilen.

(4) Von den Absätzen 1 bis 3 abweichende rechtsgeschäftliche Bestimmungen bleiben unberührt."

Man müsste also wissen, ob der Mietvertrag zu diesem Thema was hergibt. Wenn nicht, gelten die Anforderungen der Heizkostenverordnung: http://www.buzer.de/gesetz/3769/index.htm. Die Gradzahltage kommen also nur im Sonderfall zum Tragen.

Fehlt im Mietvertrag gar die Verteilung der Zwischenablesekosten, dann hat gem. dem von Privatier59 genannten BGH-Urteil allein der Vermieter diese Kosten zu tragen. Der Vermieter kann diese Zwischenablesungskosten auch nicht argumentativ unter Ziff. 17 Sonstige Betriebskosten der Betriebskostenverordnung packen. Denn derartige Sonstige Kosten müssen zur Anerkennung als verteilungsfähige Betriebskosten im Mietvertrag spezifiziert sein!

Die Zwischenablesung ist übrigens bei Mietvertragsende, spätestens bei Auszug, erforderlich. Das Mietvertragsende kann bei vorzeitiger Nachvermietung oder Übernahme der Wohnung durch den Vermieter (z. B. für Modernisierungsarbeiten) auch vor dem Kündigungstermin liegen. Der Mieter trägt also grundsätzlich auch nach Auszug die Heizkosten für die leerstehende Wohnung.

Du kannst Dich ganz entspannt zurücklegen, wenn die erforderliche (und bei Dir offenbar auch technisch mögliche) Zwischenablesung nicht erfolgt, dann kommt § 12 Abs. 1 der Heizkostenverordnung zur Anwendung:

"Soweit die Kosten der Versorgung mit Wärme oder Warmwasser entgegen den Vorschriften dieser Verordnung nicht verbrauchsabhängig abgerechnet werden, hat der Nutzer das Recht, bei der nicht verbrauchsabhängigen Abrechnung der Kosten den auf ihn entfallenden Anteil um 15 vom Hundert zu kürzen."

Dieses Kürzungsrecht gilt auch bei nichterfolgter Zwischenablesung, was Du dem Vermieter mitteilen darfst, wenn er nicht für rechtzeitige Ablesung sorgt. Es kommt dabei nicht nur auf die rechtzeitige Beauftragung, sondern auch auf die rechtzeitige Durchführung der Ablesung an. Immerhin besteht nach Deiner Kündigung idR ausreichend Zeit für die Disposition des Ablesetermins. Selbstverständlich solltest Du bei einer kleinen zeitlichen Differenz zwischen Ablesetag und Mietvertragsende so fair sein und (nur) hierfür die Gradtagzahlenmethode zum Ausgleich zulassen und deswegen nicht gleich auf § 12 Abs. 1 pochen.

Kommentar von Michaelklemens ,

Ach herje, lach, danke auch ! Kontrollieren werde ich es Morgen für Heute bin ich erledigt gerade meinen neuen Mietvertrag abgewickelt; Ist auch so ein Ding gewesen;egal erstmal ! Wirklich gut ! Mk.

Antwort
von MrHypo,

ich kenne es aus der Praxis auch so, dass der Mieter hier die Kosten einer Sonderablesung zu tragen hat.

Antwort
von Privatier59,

Die Sache hat gleich verschiedene Aspekte:

Zum einen, was meinst Du mit "andere Firma" beauftragen? Es kann nur die Firma tätig werden, die die Geräte auch installiert hat. Und wenn diese Firma mit "I" anfangen sollte, dann kann ich nur sagen, dass mich da garnichts mehr wundert.

Sodann ist die Frage der Bezahlung und da ist der Grundsatz: Zwischenablesungskosten trägt der Vermieter:

http://www.bmgev.de/mietrecht/urteile/detailansicht/kosten-der-verbrauchserfassu...

Das aber hilft Dir keinen Deut weiter: Der Vermieter nämlich kann sich auf den Standpunkt stellen, dass man bei Nutzerwechsel ja keine Zwischenablesung braucht, sondern nach Gragtagsanteilen aufteilen kann. Wenn Du dann auf der Zwischenablesung wegen der größeren Präzision bestehst, dann mußt Du auch die Kosten tragen.

Kommentar von Michaelklemens ,

Ja Danke für den Tip und allen Antwortern noch eine gute Woche. Mk.

Antwort
von holgerrehberg,

Der Zählerstand sollte ins Übergabeprotokoll. Was willst du mehr?

Antwort
von robinek,

Eine andere Firma kann, wie bereits beschrieben, auf gar keinen Fall eingeschalten werden. Aber es besteht die Möglichkeit um Kosten zu sparen, dass der Vermieter mit Dir diese Zwischenablesung vornimmt, beide dies protokollieren und die Werte der Firma "T" oder "M" oder wie sie auch heissen mag mitteilt. (Habe auch mit "M" keine bessere Erfahrung) Aber denke daran, nicht nur die Heizkosten sondern auch Warm. und Kaltwasserstände müssen zwischenabgelesen werden. Strom natürlich auch!

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