Frage von kupferstrahler, 47

Abgemeldet aus Deutschland - unter Steuerfreibetrag geblieben - wie Steuerklärung abgeben um Geld zurückzubekommen?

Meine Freundin hat dieses Jahr 3,5 Monate in Deutschland gearbeitet und etwa 5600 € brutto verdient. Sie hat sich danach aus Deutschland abgemeldet und wohnt jetzt wieder in Polen. Frage: Kann sie trotzdem eine Steuerklärung abgeben um die Lohnsteuern wiederzubekommen?

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Antwort
von traube, 6

In der BRD wird das Welteinkommen besteuert dh sie muss auch die Einkünfte aus Polen mittels der Anlage EU /EWR bei der deutschen Steuererklärung angeben.Die einkünfte aus Polen werden im Rahmen des Progressionsvorbehalts berücksichtigt dh die Einkünfte aus Polen werden zu den deutschen Einkünften hinzugerechnet und aus dieser Einkünftshöhe wird der Steuersatz ermittelt, der dann nur auf die deutschen Einkünften angewandt wird. So könnte evtl Steuer. entstehen

Kommentar von kupferstrahler ,

Achso, danke, dann könnte es etwas eng werden mit dem Freibetrag. Sollte aber trotzdem passen. Kommt es dann drauf an, wann das Geld erarbeitet wurde, oder wann es erhalten wird. Im Januar hat sie noch viel Geld aus einer Tätigkeit, die sie bis zum 2.1. ausgeübt hat bekommen, inklusive Boni. Zählt das dann voll für 2016 oder zumindest teilweise für 2015?

Antwort
von wfwbinder, 36

Hat Sie in 2016 hier einen  Wohnsitz gehabt?

Dann kann sie hier auch eine Einkommensteuererklärung abgeben.

Die polnischen Einkünfte unterliegen hier dann dem Progressionsvorbehalt.

Kommentar von kupferstrahler ,

Sie hat 2016 einen Wohnsitz hier gehabt ja. Für etwa 5 Monate. Danke für die Antwort.

Kommentar von wfwbinder ,

Nur für ggf. spätere Jahre, würde sie hier nur ein paar Monate weniger als 183 Tage) arbeiten, aber keinen Wohnsitz begründen, sondern nur in einem möblierten Zimmer, oder bei Freunden wohnen, dann kann sie sich vom Heimatfinanzamt eine "Anssässigkeitsbescheinigung" geben lassen. Dann bleibt sie hier vom Lohnsteuerabzug völlig verschont.

Kommentar von Snooopy155 ,

Alternativ kann sie den Antrag auf Austellung einer Bescheinigung für den Lohnsteuerabzug stellen und beim Finanzamt in D vorlegen, dann werden nach Steuerklasse 1 oder 3 - je nach Familienstand - die Steuern einbehalten.  Bei der Einkommensteuererklärung im Folgejahr ist dann die gleiche Prozedur für das abgelaufene Jahr nochmals durchzuführen, allerdings trägt dann das polnische Finanzamt die in Polen angefallenen steuerpflichtigen Einkünfte ein.

Kommentar von kupferstrahler ,

Danke auch für diesen Hinweis. Gibt aber glaub ich nicht so viele Arbeitgeber in Deutschland, die Leute ohne Wohnsitz in Deutschland einstellen. Und auch mit Bankkonto ist das ja dann etwas schwieriger.

Kommentar von wfwbinder ,

Bitte nicht verwechseln, eine Meldeadresse ist nicht unbedingt ein Wohnsitz.

Antwort
von traube, 15

Auch wenn Sie weniger als 183 Tage in der BRD arbeitet, bleibt sie vom Steuerabzug nicht verschont, wenn es sich um einen Arbeitgeber handelt, der seinen Betriebssitz in der BRD hat. Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt nach deutschem Steuerrecht ist anders einzuordnen als nach dem Doppelbesteuerungsabkommen.

Kommentar von kupferstrahler ,

Verstehe ich das jetzt richtig, dass sie kein Geld zurückbekommt, obwohl sie weniger als den Steuerfreibetrag verdient hat? Arbeitgeber hat seinen Sitz in Deutschland ja. Ich habe keine Ahnung, was es mit dem Doppelbesteuerungsabkommen auf sich hat.

Kommentar von traube ,

In der BRD wird das Welteinkommen besteuert dh die Einkünfte aus Polen werden bei der Ermittlung des Steuersatzes mit berücksichtigt.Deshalb muss die Anlage EU/EWR von der polnischen Steuerverwaltung ausgefüllt oder bestätigt und der deutschen Steuererklärung beigelegt werden.

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