Frage von Steuerdisaster, 56

Abgeltungssteuer auf Einkommensteuerrückerstattung?

Ich habe eine Einkommensteuerrückerstattung erhalten. Die ESt umfasste die Einkommensarten Lohn aus nichtselbständiger Arbeit und Vermietung einer Wohnung. Das Finanzamt setzt den vollen Rückerstattungsbetrag zur Berechnung der Abgeltungssteuer an. 1. Frage: Ist das richtig so? 2. Frage: Ich wollte bei der Bank die Jahresbescheinigung einholen, um die Anlage KAP einzureichen. Die Bank teilte mir mit, dass die Bescheinigung gar nicht nötig sei, weil das Finanzamt automatisch über den Zinsverbrauch (Freistellungsauftrag) informiert wird, da ja bei der Bank die Steuernummer hinterlegt ist. Ist das so?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Valeskix, 17

Steuererstattungen sind keine Kapitaleinkünfte. Meinen Sie etwa die miterstatteten Guthabenzinsen?

Zinsen auf Steuererstattungen (§ 233a AO) zählen im Jahr des Zuflusses zu den Kapitalerträgen, von denen kein Steuerabzug einbehalten wurde (§ 20 Abs. 1 Nr. 7 S. 3 EStG); einzutragen in Anlage KAP, Zeile 19.

Um einen eventuell noch nicht ausgeschöpften Sparer-Freibetrag geltend zu machen bzw. die Günstigerprüfung durchführen zu lassen, müssen Sie u.a. den bereits in Anspruch genommenen Betrag erklären. Dafür brauchen Sie auf jeden Fall die Originalbescheinigung, um einen Nachweis zu erbringen. Meldungen der Banken reichen nicht.

Kommentar von Steuerdisaster ,

Ja, vermutlich sind es die miterstatteten Guthabenzinsen und ich habe sie nicht als solche erkannt. Danke Ihnen ganz herzlich für die ausführliche Antwort. :)

Antwort
von Petz1900, 34

Ein Rückerstattungsbetrag wird nicht zur Berechnung der Abgeltungsteuer herangezogen, für mich ist die Ausgangsfrage insofern unverständlich.

Vielleicht kann jemand anderes damit was anfangen oder der Fragesteller konkretisiert den Sachverhalt, damit es seinem Namen nach zu urteilen nicht noch zu einem wiederholten "Disaster" kommt.

Kommentar von EnnoWarMal ,

Nein, ich habe die Frage auch nicht verstanden.

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für einkommensteuer, 22

Basis für die Berechnung der Abgeltungssteuer sind die Kapitaleinkünfte und keine Steuerrückerstattungen.

Was richtig ist, wenn Du einen Freistellungsauftrag erteilt hast, meldet die Bank die Erträge für die ein Freistellungsauftrag vorliegt, an die Finanzverwaltung. Hierdurch würde auch herauskommen, wenn ein Stpfl. versehentlich für mehr als 801,- Euro Freistellungsaufträge erteilt hat.

Trotzdem muss die Bank Dir doch Unterlagen über eventuelle Kapitalsteuerabzüge erteilt haben.

Kommentar von Petz1900 ,

Wenn aber keine Abgeltungsteuer einbehalten wurde ?
Der "disaster" aber Kapitalerträge hatte, die nicht der Abgeltungsteuer unterlagen ?

Viele mögliche Konstellationen, die wir hier nicht wissen.....

Kommentar von wfwbinder ,

Stimmt schon, aber der Hinweis auf seinen Steuerbescheid und den der Bank auf den Freistellungsauftrag  lassen mich vermuten, dass er nicht damit gerechnet hatte, dass Zinseinkünfte und Abgeltungssteuer im Bescheid auftauchen.

Somit mein erster Gedanke, zuviele Freistellungsaufträge.

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