Frage von aldiger, 27

Ab welchen Depotvolumen Rohstofffonds oder auch evt. Immobilieninvestments mit ins Depot nehmen?

Mein Depot umfasst jetzt knapp 35000 Euro und besteht aus folgenden Fonds: DWS Top Dividende , Robeco Global Premium Equities , Comgest Growth Europe , First State Emerging Markets, Fidelity EMEA, Franktin Frontier Markets, Schroder Frontier Markets und Templeton Global Total Return.

Ab welchem Depotvolumen würdet Ihr die Beimischung von Rohstofffonds oder Immobilienfonds vornehmen? Gibt es dazu eine Art Grundsatz? Zu mir, ich bin 23 Jahre alt und bespare die Fonds seit ich 18 bin. Bis auf den EMEA und die beiden Frontier Market Fonds - die habe ich jetzt erst mit ins Depot genommen.

Sollte ein Immobilieninvestment über einen klassischen Immobilienfonds (zB. Hausinvest) laufen oder doch eher in einen Infrastrukturfonds (zB. Julius Baer Infrastructure Fund)? Im Bereich der Rohstoffe ebenfalls, eher in Rohstoffaktien (zB. Baring Global Resources Fund (EUR) ) oder eher quasi zB durch einen Rohstofffonds (zB. Deutsche Invest I Commodity Plus LC ) ?

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds, 27

Das ist eine religiöse Frage.

Die Immobilienfonds haben Handelseinschränkungen und geringe Rendite, verlaufen jedoch recht stabil und sorgen für 2-3% Ertrag - meist sogar steuerbegünstigt, so daß die Nettorendite höher ist also bei einem gewöhnlichen Aktienfonds mit gleicher Bruttoausschüttung.

REIT-Fonds enthalten zwar mehr aktienartige Eigenschaften, da sie ja Aktien von Immobiliengesellschaften enthalten, sind jedoch in ihrer Entwicklung und in Bezug auf Ausschüttungen deutlich attraktiver als Immobilienfonds. REIT-Fonds bekommt man auch spezifisch für einzelne Regionen, z.B. Asien, Europa, Deutschland, Entwickelte Länder, USA, ...

Rohstofffonds sind eine andere Anlageklasse als die übrigen. Rohstoffe werfen nämlich keinen Gewinn ab, wenn man sie über eine gewisse Zeit hält. Weiterhin sind Rohstoffinvestments in typischerweise Terminkontrakte zeitlich begrenzt, d.h. es kann zu Rolleffekten kommen, wenn die einen Kontrakte auslaufen und in neue "gerollt" werden müssen. Rohstofffonds sind also immer eine Spekulation auf eine bestimmte Preisentwicklung bei Rohstoffen. Aktienfonds oder Anleihenfonds profitieren ja von laufenden Erträgen ihrer Konstituenten.

Rohstoffklassen (Energie, Edelmetalle, Industriemetalle, Agrarprodukte, Fleisch) entwickeln sich recht unterschiedlich und daher ist ein Fonds, der alle mischt, nicht unbedingt das beste Investment. Man könnte jedoch in einzelne Rohstoffklassen investieren, z.B. bei einem tiefen Ölpreis bieten sich Energie-Fonds/ETFs an, im Winter kann man gut auf Agrarfonds setzen, und in einer Deflation läßt sich gut Gold kaufen.

Meine These: Dein Portfolio benötigt weder Immobilien-, noch Rohstofffonds.

Antwort
von rotetiger, 24

Mein Tipp, kauf dir ETC von Öl. Und das mit der Depotgröße ist Individuell, es kommt auf die Stückelung an.

Und ganz nebenbei, überleg dir mal mehr ETFs zu kaufen anstatt Fonds, du zahlst ja unmengen an Gebühren. Das dürfte deine Rendite ordentlich reduzieren und viel besser abgesichert bist du damit sicher nicht.

Kommentar von gandalf94305 ,

Aha... und da ja schon konkrete Fonds genannt sind, wirst Du jetzt zu jedem der genannten Fonds einen ETF nennen, der eine bessere Perfornance als die genannten Fonds aufweist. Ja?

Warum sollte jemand ein ETC auf Öl kaufen, wenn überhaupt nicht klar ist, was dies zum Portfolio beiträgt?

Es geht nicht um "billig", es geht um "sinnhaft".

Antwort
von TBergmann, 23

Das klingt so als ob du schon recht professionell unterwegs bist. Herzlichen Glückwunsch.

Da Aktienfonds schon eine Weile recht gut laufen, was hast du für eine Ausstieg-Strategie hinterlegt? Wann willst du konkret aussteigen und wie?

Bei der letzten Krise gingen die Kurse bei Schwellenländern und Rohstoffen um über 50%, teilweise bis zu 80% zurück.

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