Frage von Sven66538, 50

Ab wann Steuerpflichtig? Als Student mit freiberuflicher Nebentätigkeit und Minijob?

Hallo,

folgendes Szenario ich bin Student und arbeite jeden Monat auf Minijob-Basis. Habe zudem aber eine freiberufliche Nebentätigkeit im fotografischen Bereich.

  • Frage 1: Wie verhalten sich die beiden Einnahmen aus Minijob und freiberufliche Nebentätigkeit zueinander? Werden die Einkünfte am Ende des Jahres zusammengezählt und ich darf zusammen eine bestimmte Grenze nicht überrschreiten, oder werden sie getrennt betrachtet?

  • Frage2: Sollte ich daher, auch wenn ich unter dieser Grenze bin jedes mal eine Rechnung in meiner freiberuflichen Tätigkeit stellen? Und gibt es evtl. ein Beispielformular wie diese dann auszusehen hat, da ich dann ja evtl. nicht steuerpflichtig bin?

  • Frage 3: Ab welchem Betrag wäre ich nicht mehr familienversichert. (Also dass ich nicht mehr familienversichert bin)

Ich hoffe mir kann jemand weiter helfen. Vielen Dank bereits im Voraus! Gruß Sven

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Sven66538,

Schau mal bitte hier:
Steuern Minijob

Antwort
von Kevin1905, 50
  1. Wenn der Minijob pauschal versteuert wird spielt er im Bezug auf die Einkommensteuererklärung keine Rolle. Warst du allerdings so schlau deine Lohnsteuerabzugsmerkmale (Steuerklasse etc) deinem Chef zur Verfügung zu stellen, werden die Einkünfte aus nicht-selbständiger Arbeit mit denen aus selbständiger Arbeit bei der Summe der Einkünfte addiert. Einkommensteuer wird fällig, wenn das zu versteuernde Einkommen 8.130,- € im Jahr übersteigt.

  2. Einkommensteuerpflichtig sind Einkünfte aus selbständiger Arbeit grundsätzlich (Ausnahmen zu vernachlässigen). Diese hast du gegenüber dem Finanzamt zu erklären. Deine Einnahmen werden deinen Betriebsausgaben gegenüber gestellt (Gewinnermittlung). Beispielformulare für Rechnungen gibt es zu hauf im Internet. Du solltest nur keine Umsatzsteuer ausweisen, wenn du Kleinunternehmer bist, weil diese dann ans Finanzamt zu zahlen ist. Vorsteuer dürfen KU generell nicht in Abzug bringen

  3. Wenn die Einkünfte aus der selbständigen Tätigkeit und dem Minijob zusammen 450,- € im Monat übersteigen, oder du mehr als 15 Stunden die Woche für beide Tätigkeiten gemeinsam aufwendest.

Kommentar von phlips ,

Was ist denn für mich als Arbeitnehmer der Unterschied, wenn der Minijob nicht pauschal versteuert wird? Ich habe doch da laut deiner Aussage den großen Nachteil, dass der Lohn zum Grundfreibetrag dazugerechnet wird.

Wenn ich nun also noch anderes zu versteuerndes Einkommen (Mieteeinnahmen, Kapitalerträge,...) habe und meinem Minijob dazuzählen muss (insgesamt dann über dem Grundfreibetrag), bin ich verpflichtet Einkommenssteuer zu zahlen?

Kommentar von barmer ,

Richtig: wird der Minijob nicht pauschal versteuert, zählt er bei Dir mit. Genau wie Zinsen und andere Einkünfte.

Ja, wenn das Jahreseinkommen aus allen Einkunftsarten nach Abzug der jeweiligen Werbungskosten und ggf. Sonderausgaben den Freibetrag übersteigt, muss man Steuern zahlen. Um das rechtssicher festzustellen, gibt man eine Einkommensteuererklärung ab.

Antwort
von wfwbinder, 31
  1. Der Minijob kommt nicht in Deine Steuererklärung, weil alle Abgaben pauschal von Deinem Arbeitgeber gezahlt werden

  2. Welchen umfang hat denn die freiberufliche Tätigkeit? Bei weniger als 9.000,- fällt wegen Grundfreibetrag und anderen Freibeträgen garantiert keine Einkommensteuer an.

  3. Bei der Familienversicherung ist es ein Problem. Der Minijob wäre unschädlich. Wenn die selbständige Tätigkeit dazu kommt ist es m. E. ein Fall ab dann in die Studentische KV gehen zu müssen.

Antwort
von SBerater, 37
  • Minijob ist aussen vor bei der Steuererklärung. Andere Einnahmen gehören in die Steuererklärung
  • die Grenze ist bei ca. 9.130 Euro zu versteuerndes Einkommen (nochmal: der Minijob zählt hier nicht). Bis zu dieser Grenze fallen keine Steuern an.
  • du solltest auf jeden Fall eine Rechnung stellen bzw. alternativ kann der Auftraggeber Gutschriften erstellen. Du benötigst für die Tätigkeit eine Steuernummer und ggf. einen Gewerbeschein
  • Rechnungen benötigen Angaben. Hier die Vorgaben http://www.ofd.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=17514&article_...
  • die Familienversicherung (GKV) geht bis 450 Euro pro Monat. Wer mehr verdient, muss einen Zusatzbeitrag zahlen. Wer mehr als 20h/ Woche arbeitet, verliert auch den Studentenstatus.
Antwort
von barmer, 24

Hallo,

wir nehmen mal an, dass es um Einkommensteuer geht.

Der Minijob wird - in der Regel ! - vom Arbeitgeber pauschal versteuert und zählt daher nicht mit.

Die Einkünfte aus der FB-Tätigkeit sind also allein relevant. Sie dürfen nach Abzug der Werbungskosten und Sonderausgaben den Grundfreibetrag von gut 8000 EUR im Jahr nicht übersteigen. Danach zahlt man Steuern. Steuerpflichtig ist vorher auch schon.

Eine Rechnung würde ich schon deshalb schreiben, damit Auftraggeber und Finanzamt Dich nicht für einen Schwarzarbeiter halten. Notwendig aber nicht unbedingt.

Nicht mehr familienversichert ist man ab 450 EUR im Monat. Dabei zählt der Minijob mit !!!

Nach Umsatzsteuer wurde ja nicht gefragt, aber dazu hat sicher schon jemand was geschrieben.

Viel Glück

Barmer

Antwort
von vulkanismus, 21

Was meinst Du mit "nicht steuerpflichtig" ? Umsatzsteuer § 19 ?

Kommentar von EnnoBecker ,

Antwort von der Kanzel:

Umsatzsteuer kann nicht gemeint sein, da er schrieb "da ich dann ja evtl. nicht steuerpflichtig bin. Umsatzsteuerpflichtig sind aber nicht Personen, sondern Umsätze.

Antwort aus dem Leben:

Ich bin auch auf die Antwort gespannt.

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