Frage von Osseria, 1.093

62, Arbeitslos ohne Bezüge,

Möchte mit 63 in Rente gehen, Arbeitsamt möchte, dass ich mich bei der Rentenversicherung melde, da sich bei mir finanziell nichts mehr in einem Jahr ändern wird, so dass ich im letzten Jahr in keine Maßnahme seitens Arbeitsamt gesteckt werden kann.

Antwort
von Gaenseliesel, 779

Hallo Osseria,

das Arbeitsamt möchte ? Klar doch, dann würden Leistungen eingespart und für die Arbeitslosenstatistik würde sich diese Art der Entledigung auch gut machen.

Solange du Anspruch auf Alg I hast und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst, werden bei Alg 1 Bezug noch wertvolle Rentenbeiträge gezahlt, dadurch steigt auch der spätere Rentenanspruch.

Nutze die verbleibenden Monate und suche dir einen Minijob, falls dir Anrechnungszeiten fehlen sollten. Mit einem Minijob ( auch der Kleinste ) lässt sich eine mögliche Lücke legal schließen.

Primus Vorschlag, einen Beratungstermin beim Rentenversicherer wahrzunehmen, ist allemal lukrativer für dich, als vorzeitig die Rente zu beantragen ! K.

Antwort
von billy, 895

Leider fehlen in der Fragestellung ein paar wichtige Einzelheiten. Sind die Voraussetzungen für die abschlagfreie Rente mit 63 Jahren und 45 Beitragsjahren gegeben ? Oder fehlen womöglich noch einige Monate Beitragszeiten, dann wäre wie in den Vorantworten schon teilweise ausgeführt eine zu frühe Abmeldung bei der Bundesagentur für Arbeit / Jobcenter eher kontraproduktiv. Einen Beratungstermin bei der zuständigen Geschäftsstelle der DRV kann auch unabhängig davon vereinbart und wahrgenommen werden. Weitere Voraussetzungen neben den Beitragszeiten wären das Alter so kann z. Bsp. der Jahrgang 1952 mit 63 Jahren die „Altersrente für besonders langjährig Versicherte“ bekommen, der Jahrgang 1953 mit 63 Jahren und 2 Monaten, derJahrgang 1954 mit 63 und 4 Monaten, der Jahrgang 1955 mit 63 und 6 Monaten usw. Sollte eine der Voraussetzungen für die abschlagfreie Rente nicht erfüllt werden können, ist ein Abschlag von 7,2 % (0,3 % / Monat) für den vorzeitigen Bezug der Altersrente in Kauf zu nehmen.

Antwort
von Primus, 982

Ich vermute mal, dass Dir dieses eine Jahr, welches Du früher in Rente gehen sollst fehlt, um abschlagsfrei in Rente gehen zu können.

Sollte das Arbeitsamt Druck ausüben, dann bestehe darauf, dass man Dich für die kurze Zeit bis zum Rentenantrag vermittelt.

Auch ein 450 € Job würde reichen, denn davon werden ebenfalls Rentenversicherungsbeiträge eingezahlt.

Du musst jetzt besonders aufpassen, denn schon ein fehlender Monat kann für Dich fatale Folgen haben.

Ich würde Dir zu einem Beratungstermin beim Rentenversicherer raten, um auf Nummer sicher zu gehen.

Antwort
von Rentenfrau, 800

Hallo Osseria, solange Du Anspruch auf Arbeitslosengeld I hast, darfst Du dieses natürlich beziehen, bis die Anspruchsdauer endet, ABER solange Du Leistungen beziehst, wirst Du natürlich in Arbeit vermittelt und mußt evtl. auch in Maßnahmen (wie z. Bewerbungstrainings) gehen.  

Du bekommst aber auch Förderungen von der Arbeitsagentur wie z. B. Bewerbungskosten und Fahrtkosten für Vorstellungsgespräche oder auch (für den Arbeitgeber) Einstellungszuschüsse. 

Durch den Alg-I-Bezug steigt Deine Rente noch, da vom Alg I noch Rentenbeiträge gezahlt werden. 

Beachte: zu den 45 Jahren (die man für die abschlagsfreie Rente mit 63 J. braucht) zählt der Alg-I-Bezug nicht, Tipp: wenn Du nebenbei einen Minijob (mit Rentenversicherungspflicht ausübst) zählen die Zeiten doch. 

Antwort
von Carabella, 701

Wer in den zwei Jahren vor Rentenbeginn arbeitslos war, bekommt diese Zeit nur auf die erforderlichen 45 Jahre angerechnet, wenn der Grund für die Arbeitslosigkeit die Pleite oder Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers war.

Diese neue Regelung kann man aber umgehen, wenn man sich arbeitslos meldet und nur wenige Stunden in der Woche in einem versicherungspflichtigen Minijob arbeitet. Diese Beschäftigungszeit wird angerechnet und man kann mit 63 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen!

Aus diesem Grund ist es nicht von Vorteil, nicht mehr vermittelt zu werden

Kommentar von billy ,

DH, super Antwort.

Kommentar von Carabella ,

Danke.

Kommentar von Kevin1905 ,
versicherungspflichtigen Minijob

Wie hat man denn das zu verstehen? Bezug zur RV-Pflicht bei Minijobs?

Antwort
von Werniman, 657

Wäre ja auch Schwachsinn,wenn dich das Arbeitsamt jetzt noch in eine Maßnahme stecken würde,da sich ja in deinen beruflichen Perspektiven nun auch nichts mehr ändert. Obwohl man das berühmte Sprichwort mit den Pferden vor der Apotheke immer im Hinterkopf haben sollte,wenn das Arbeitsamt im Spiel ist.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten