Frage von Hefferlum, 151

§35a Estg - Darlehen mit Kfw Anteil

Hallo, im Zuge einer Dachsanierung, die aufgrund von Nässe Eintritt dringend nötig war, beschlossen wir auch das Dach auszubauen. Das Gesamt Darlehen blief sich über 120.000€, der kfw Anteil betrug 50.000€, der Lohnkosten Anteil der Maßnahme 35.000€. Das Finanzamt weigert sich mit der Begründung, die Maßnahme diente zur Schaffung von neuem Wohnraum, mir die Lohnkosten an zu erkennen. Ich kann das ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen, schließlich, denn der Dachabriss als solches hat ja nichts mit der Schaffung von neuem Wohnraum zu tun, auch das Eindecken des Daches nicht. Beim Innenausbau und dem Dachgestell/Dachbau kann ich es verstehen....hat jemand ähnlich Erfahrungen gemacht, oder einen Rat, das geht nun schon seit April 2013 hin und her....

Antwort
von LittleArrow, 134

Ob hier noch was zu retten ist, kann ich Dir nicht versprechen. Lies mal diesen Link und dort insb. Textziffer 14 des BFH-Urteils (Az. VI R 61/10):

http://www.finanzfrage.net/tipp/neu-u-umbau-auch-hier-handwerkerkosten-geltend-m...

Es geht bei Dir zunächst um die Abgrenzung zwischen Erhaltungs- und Herstellungsaufwand. Aber dann kommt noch das KfW-Darlehn in die Quere. Ich kenne ja nicht Deine Kreditantragstellung, ob dort das Darlehn für den Gesamtaufwand (einschl. Dachsanierung) oder nur für auf Basis der Kosten der Schaffung neuen Wohnraums beantragt wurde. Letzteres wäre die Basis für die Abgrenzungsproblematik, sofern auch die Handwerkerrechnungen entsprechend gestaltet wurden (nicht: "werden").

der Lohnkosten Anteil der Maßnahme

Unabhängig von diesem Einzelfall möchte ich noch auf das Mißverständnis "Lohnkosten" hinweisen. Der Begriff Lohnkosten wird im Gesetz nicht verwendet, sondern "Arbeitskosten". Dies umfaßt wesentlich mehr, z. B. Gerüst-, Gerätemiet-, Entsorgungs- und weitere Kosten, eben "Alles außer Material!", wenn dies vom gleichen Handwerker fakturiert wird.

Kommentar von LittleArrow ,

Zum Thema hier das BMF-Schreiben vom 15.02.2010:

http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuera...

Und dort zu den Arbeitskosten bitte Textziffer 35 beachten. Bitte auch Stichwort Entsorgungskosten in Textziffer 12 und Anlage 1 lesen.

Kommentar von LittleArrow ,

Und hier was ganz Neues:

http://www.finanzfrage.net/tipp/neues-bmf-schreiben-zu-haushaltsnahen-dienst--un...

Beachte dort auch die Textziffern 20, 21, 34, 35 und 57.

Antwort
von Hefferlum, 77

Die Antwort auf meine Frage wurde super von Little Arrow beantwortet. Die Dachaufstockung wurde in mehreren Schritten vollzogen und entsprechend in Losen wie bei einer Ausschreibung aufgeteilt. LOS 1 Planung LOS 2 Abriss LOS 3 Dachaufstockung LOS 4 Dacheindeckung/Schornstein LOS 5 Innenausbau. Damit konnte ich entsprechende Lose die nichts mit dem Ausbau zu tun hatten, geltend machen. Das Dach war 1974 eingedeckt worden, musste dringend erneuert werden, der Schornstein war marode, die Dachfenster undicht usw.

Antwort
von billy, 86

"......beschlossen wir auch das Dach auszubauen." Heisst für mich nichts anderes als das Dachgeschoss wurde zu Wohnzwecken ausgebaut, damit ist die Argumentation des FA schlüssig und nachvollziehbar.

Antwort
von vulkanismus, 74

Ich kann das Finanzamt verstehen. Lies´ die genannte Vorschrift nochmals genau durch und versuche, ihren Sinn zu verstehen. Auch ich kann nichts haushaltsnahes erkennen.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ich schon - es kommt nur darauf an, ob meine zurechtgelegte Argumentation irgendwie zur Relität passt.

Antwort
von EnnoBecker, 68
das geht nun schon seit April 2013 hin und her....

Also wenn es hin- und hergeht, dann werden beide Seiten ja sicherlich schon ein wenig mehr vor getragen als das, was im Sach Ver Halt geschrieben worden ist.

Was denn?

BTW: Diese Deppen Leer Zeichen greifen auch immer mehr um sich :-( Ich musste eine Weile überlegen, wer "Nässe Eintritt" ist.

Kommentar von Zitterbacke ,

Die Schwester von Nasser Fleck ??

Kommentar von wfwbinder ,

Ohne die "Ä" Pünktchen hätte ich ja getippt, das Ulrike Nasse-Meyfarth (für nicht Sportinteressierte, die zweifache Hochsprung Olypiasiegerin, damals noch ohne "Nasse-")zu Besuch kam.

Kommentar von Zitterbacke ,

Das Ä ist die weibliche Form . Ohne "H" natürlich . ;-)))

Kommentar von wfwbinder ,

Nur als Ergänzung den Text:

§ 35a EStG (3) 1Für die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen ermäßigt sich die tarifliche Einkommensteuer, vermindert um die sonstigen Steuerermäßigungen, auf Antrag um 20 Prozent der Aufwendungen des Steuerpflichtigen, höchstens jedoch um 1 200 Euro. 2Dies gilt nicht für öffentlich geförderte Maßnahmen, für die zinsverbilligte Darlehen oder steuerfreie Zuschüsse in Anspruch genommen werden.

Bisschen Textanalyse machen. kann nicht klappen.

Kommentar von EnnoBecker ,

Bleibt aber immer noch ein nicht geförderter Anteil von 70.000.

Und de´n sollte man doch schlüssig aufteilen können in einen Anteil "Neubau" und einen Anteil "35a".

Jedenfalls wäre dies der Rat eines Steuerberaters VOR Beginn der Maßnahme gewesen. Hier keinen Steuerberater aufzusuchen können sich nicht allzuviele Leute leisten.

Kommentar von wfwbinder ,

Stellt sich für mich die Frage wie "Dies gilt nicht für öffentlich geförderte Maßnahmen, für die zinsverbilligte Darlehen oder steuerfreie Zuschüsse in Anspruch genommen werden."

Ich interpretiere es als Gesamtmaßnahme, die mit einem verbilligten Darlehn gefördert wurde und damit raus ist.

Wenn man natürlich durch rechtzeitige Definition 2 Maßnahme draus machen kann: 1 Reparatur der Stelle, wo die Nässe eintrat und dann einer zweiten Umbau- und Dämmungsmaßnahme mit vergünstigten Darlehn.

Für die erste würde dann der 35a mit der Ermäßigung eine Punktlandung sein.

Wie Du schon sagst, etwas Beratung vorher und die 1.200,- wären in der Kasse.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ich interpretiere es als Gesamtmaßnahme, die mit einem verbilligten Darlehn gefördert wurde und damit raus ist.

Ist es ja auch. Deswegen wäre es wichtig gewesen, VORHER

durch rechtzeitige Definition 2 Maßnahme draus machen

so etwas zu steuern.

Beratung vorher und die 1.200,- wären in der Kasse.

Abzüglich der vielleicht 180 Euro Steuerberatungskosten.

Kommentar von wfwbinder ,

Wären noch immer 1020,- mehr als jetzt.

Kommentar von EnnoBecker ,

Neinnein, Steuerberater sind zu teuer.

Kommentar von vulkanismus ,

So isses. Und deswegen schenken wir das Geld lieber den Banken und/oder dem Staat.

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