Frage von Freeze, 398

2.Meinung zu Wohnriester und Bausparen

Hallo liebe Community,

ich stecke in folgender Situtaion.

Ich habe im Zeitraum 2012 und 2013 einen Bausparvertrag und zusätzlich einen Wohnristervertrag abgeschlossen.

Nach Prüfung meiner Unterlagen ist folgendes aufgefallen:

Bausparen: Von mit wurde eine Sparrate von 100€ gewünscht. Mir wurde aber eine Bausparsumme von 50.000€ verkauft (Soll-Regelsparrate 200€) -> Bausparsumme also viel zu hoch.

Wohnrister: Mir wurde eine Sparrate von 130€ festgelegt. Die Bausparsumme ist aber auf 68.000 angesetzt (Soll-Regelsparate 272€) -> Bausparsumme ebenfalls zu hoch.

Mir wurde dringends empfohlen die Bausparsummen auf die von mir gewünschten Sparrate zu senken und mir entsprechend die hohen Gebühren erstatten lassen. Das ganze habe ich auch durchgeführt, nun ruft die LBS mich an und fragt mich warum ich das tun möchte? Ich hätte dadurch nur Nachteile.Meiner Meninung nach wurde ich falsch Beraten und "abgezockt"

Eine 2.Meinunng würde mir sehr helfen, um weiter auf die Reduzierung der Bausparsumme zu bestehen.

PS. Mir wurde ebenfalls empfohlen, wenn ich die Steuervorteile nutzen möchte anstatt einer Wohn-Riester eine Riester-Rente abzuschließen. Da die Nachteile der Wohnriester zu hart ausfallen.

Vorab besten Dank für die hilfreichen Antworten.

Gruß

Antwort
von Hanseat, 319

Hallo, der Begriff Wohnriester wird, insbesondere von den BSK, sehr häufig mit riestergeförderten BSVs oder Darlehen gelichgesetzt. Das zu Grunde liegende Gesetz ("Eigenheimrentengesetz") regelt aber deutlich mehr als nur BSVs. Man kann aus jedem Riester-Vertrag, gekoppelt an bestimmte Regeln, Geld für ein Eigenheim entnehmen. und man kann das Guthaben aus riester-Verträgen ohne größere Probleme jederzeit in einen anderen Riester-Vertrag übertragen (lassen wir mal den Kostenaspekt außen vor). Deswegen ist z.B. der Rat von Finanztest für solche Fälle wie dem Ihren (natürlich typisch Finanztest als Quasi-Dogma, aber immerhin) auch, erste einmal einen Banksparplan abzuschliessen und dann ggf. zu übertragen. Da soll nur als Beispiel dienen für mögliche Lösungen.

Natürlich gibt es für BSVs gute Gründe, u.a Zinssicherung über einen langen Zeitraum. Aber, die Planung einer Finanzierung in einigen Jahren ist sowieos schon hochkomplex und wenn Riester ins Spiel kommt, wird es nicht einfacher.

Ihr unabhängiger Berater hat m.E. auch nicht den kompletten Überblick. Die angeführten "Nachteile" haben mit dem o.g. "Eigenheimrentengesetz" zu tun und kommen in der Tat nicht nur bei BSVs sondern auch bei Wohnriester generell zum Tragen. Aber, Ihre Absicht ist es doch in erster Linie, ein Eigenheim zu erwerben, da hilft die Aussage "dann doch einfach eine Rentenversicherung" überhaupt nicht weiter. Nach meiner Erfahrung haben die wenigsten unabhängigen Berater / Makler Ahnung von Wohnriester, das ist komplex und u.U. verdient man relativ wenig daran.

Zum letzten Punkt, wenn Sie sich beraten lassen, kostet das Geld. Entweder ein Honorar bei einem Versicherungsberater (da wäre zu prüfen ob der Ahnung von der Materie hat) oder als Provision/Courtage bei einem Makler. Sie brauchen einen Makler der sowohl in Sachen Immobilienfinanzierung / BSVs als auch in Sachen (Wohn(Riester sachkundig ist, die gibt es.

Die Ausgangslage sollte Ihre BSVs sein. Dafür haben Sie ja schon min. 1.180,- Euro Abschlussgebühren bezahlt und nun einfach kündigen (mit der Folge dass bei dem riestergeförderten Sie die Zulagen und Steuerförderung zurück zahlen müssen) macht m.E. keinen Sinn.

VG,

Kommentar von Freeze ,

Hallo,

Ihre Antworten waren sehr hilfreich, vielen Dank.

Ich werde in erster Linie jetzt versuchen die Bausparsumme zu reduzieren und verlangen ein Teil der Gebühren erstatten zubekommen. Das Guthaben der "Wohn-Riester" werde ich dann sehr wahrscheinlich in die Renten-Riester übertragen. Für die generelle Altersvorsorge scheint mir das schon ein gutes Konzept zu sein und die Rendite ist gut. Naja ich hoffe es zu mindestens...

Den Bausparvertrag werde ich (da bereits Gebühren bezahlt sind) ruhen lassen. Anschließend mich dann vermutlich beraten lassen...

Vielen Dank.

Antwort
von Hanseat, 243

Hallo, je höher die Bausparsumme, je höher die Provision !

Nun zu Ihrer Frage - da fehlt zwar Einiges an Infomrationen aber ich versuche es mal,

Es ist schon erstaunlich dass die LBS überhaupt noch eine Besparung von 2 Promille erlaubt. Viele BSK sind da, Gott sei dank, inzwischen rigoroser. Wenn keine zusätzlichen Einmalzahlungen verinbart wurden, macht das keinen Sinn und treibt nur die Provision nach oben. Solches Vorgehen sollte man doch von der Bausparkasse schlechthin nicht erwarten :-).

Bei Wohnriester muss man noch die zufliessenden Zulagen berücksichtigen aber trotzdem erscheint mir auch hier die Bausparsumme zu hoch.

Welche Nachteile hat die LBS Ihnen denn dargelegt ? Das würde mich wirklich mal interessieren.

Zu Ihrem PS: Es ist sehr einfach gegen riester-geförderte BSV (und bitte nicht Wohnriester - hierzu gehört viel mehr als nur BSVs) zu wettern. Leider wurden und werden diese als "Allheilmittel", insbesondere von der LBS und Schwäbisch-Hall (Ups ..!) verkauft. Und auch Finanztest bläst voll in dieses Horn. Tatsache ist, wenn es passt, dann mag im Einzelfall ein riestergeförderter BSV Sinn machen. Nach meiner Erfahrung haben die meisten Leute die sowas abgeschlossen haben keine Ahnung von den Charakteristika, der Wirkungsweise und all den Vor-und Nachteilen.

Was heisst denn "...Nachteile der Wohnriester zu hart ausfallen." ? Welche Nachteile sind das denn ?

Eine Riester-Rente ist übrigens auch "wohnriesterfähig" ! Hier wir soviel undifferenzierter Blödsinn erzählt und jeweils die anderen Produkte schlecht geredet.

Sie haben doch die beiden BSVs aus ganz bestimmten Gründen abgeschlossen, insbesondere den riester-geförderten. Sind diese Gründe denn nicht mehr relevant oder haben sich Ihre Priorotäten bzw. Wünsche verändert ? Das Problem der Bausparsummen ist das Eine, das Ihres riester-geförderten BSVs u.U. das andere.

Sie brauchen einen unabhängigen Berater (Makler !) mit dem Sie mal diese ganze Sache durchsprechen und der mit Ihnen die ganzen Merkmale, Einschränkungen, Vor- und Nachteile durchspricht. Und der vorher mit Ihnen Ihre Wünsche und Schwerpunkte bespricht und dann ggf. Optionen aufzeigt.

VG,

Kommentar von Kevin1905 ,
Eine Riester-Rente ist übrigens auch "wohnriesterfähig" ! Hier wir soviel undifferenzierter Blödsinn erzählt und jeweils die anderen Produkte schlecht geredet.

Bingo! :)

Kommentar von Freeze ,

Vorerst vielen Dank für Ihre Antwort. Das hat mir schon sehr geholfen.

Die Planung war es innerhalb von 5-6 Jahren eine Immobilie zu erwerben.

Dazu habe ich einen Bausparvertrag abgeschlossen.

Um Förderungen/Steuervorteile zu erhalten wurde ich „beraten“ doch einen riester geförderten BSV abzuschließen. Habe ich natürlich gemacht, warum denn auch Geld verschenken „lach“.

Zum Telefonat:

Er hat mich mit einstudierten Argumenten überschüttet so dass ich diese gar nicht alle wiedergeben kann. Hauptargument war jedoch: „Wenn Sie kaufen möchten, können Sie Ihren riester geförderten BSV von 68.000€ komplett beleihen und das zum festen Zinssatz von 2,3%. Daher habe ich die Bausparsumme auf 68.000€ gelegt damit möglichst ein hoher Anteil der Gesamtsumme (Preis der Immobilie) mit einen Zinssatz von 2,3% festgesetzt wird -für 10Jahre-.“

Aber im AGB steht im §4 ich benötige für die Zuteilung mind. 40% der Bausparsumme!!

Ein unabhängiger Berater meinte zu mir folgendes: Wenn ich nur die Steuervorteile bzw. Zulagen nutzen möchte, dann schließe für die Altersvorsorge besser eine Riester-Rente ab. Hier habe ich die Nachteile der „Wohnriester“ nicht, z.B. bei möglicher Scheidung, Tod, Umzug.

Rückfrage:

Was genau ist gemeint mit: „Eine Riester-Rente ist übrigens auch "wohnriesterfähig"! Hier wir soviel undifferenzierter Blödsinn erzählt und jeweils die anderen Produkte schlecht geredet.“ Können Sie mir das bitte genauer erklären was Sie damit meinen?

Von wem kann ich mich neutral betaren lassen? Gehe ich zur LBS, irgendwelche Versicherungen mit Finanzdienstleistung oder Deutsche Bank etc. bekomme ich doch nie eine richtige Beratung, weil eins wollen doch nur alle -> verkaufen und sich die Taschen voll machen…

Momentan würde ich alles kündigen und das Geld für ein Eigenheim selbst ansparen. So fallen keine Gebühren, Provisionen etc. an..

Oder den Wunsch auf Eigenheim komplett vergessen... mit 27Jahren anfangen zu sparen ist wohl eh zu spät...

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