Frage von haribi2000, 56

25000 Euro - 10 Fonds - zu viel?

Hallo, ich habe ein Depot mit Fonds. Gerne würde ich mir demnächst noch einen breit gestreuten Fonds dazu kaufen. Evt habe ich aber schon ausreichend Diversifikation und das wäre schwachsinnig?! Aktuell habe ich bei 25000 Euro Anlagesumme bereits 10 Fonds im Depot. Sind 10 Fonds bei diesem geringen Anlagevolumen gerechtfertigt? Ich bin 22 Jahre alt und zahle monatlich in die Fonds ein.Fehlt Eurer Meinung etwas in diesem Depot?

Das Portfolio teilt sich auf in : (Angaben in Prozent gerundet - trifft am Ende nicht die 100%, dient der Orientierung)

  • Aktien Welt 14%
  • Aktien Europa 14%
  • Aktien Schwellenländer 14%
  • Misch Europa defensiv 14%
  • Misch Welt Flexibel/Ausgewogen 14%
  • Misch Welt Flexibel 7%
  • Aktien Frontier 14%
  • Aktien Asien/Pa ex Japan 7%
  • Aktien Emerging Europe , Naher Osten, Afrika 7%

Eine andere Idee wäre verstärkt noch Rohstoffe und Immobilien mit einzubringen. Gerne würde ich mich über Meinungen dieser Gemeinschaft hier freuen - Auch Hinweise und Kritik nehme ich gerne an - bin ja noch jung und lerne stets dazu.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305, Community-Experte für Aktienfonds, 56

Mischfonds machen gut ein Drittel des Portfolios aus. Das scheint mir zu viel. Der Rest kann aus meiner Sicht von der Allokation her durchaus passen. 10 Fonds für den von Dir genannten Betrag sind eindeutig zu viel, wenn Du ein Portfolio planst, aber da das ja längerfristig über Sparpläne weiter aufgestockt wird, ist die Zahl akzeptabel.

Blickst Du da jedoch wirklich durch und überprüfst auch die einzelnen Fonds auf ihre Sinnhaftigkeit in einer regelmäßigen Form?

Von Rohstoffen und Immobilien würde ich an Deiner Stelle die Finger lassen. Das ist nicht notwendig. Diversifikation ist nicht Verzetteln.

Kommentar von haribi2000 ,

Auf welche Sicherheitskomponente würdest Du denn hier setzen? In regelmäßigen Abständen prüfe ich meine Fondsauswahl wie sie sich zu Mitbewerbern schlagen. Bisher habe ich da noch nichts tauschen müssen. Meine Auswahl muss nicht ganz vorne in den Performancelisten stehen. Im oberen Viertel reicht mir. Weiterhin spielen noch andere Faktoren eine Rolle. Ich entscheide mich lieber für nen Fonds, der 2 % weniger Rendite abwirft - dafür allerdings auch ne deutlich niedrigere Schwankungsbreite aufweist.

Ich habe mehrere Ansätze wie ich noch einen Fonds mit einbinden möchte. Mir fehlen global und europäisch auch Smallcaps und Midcaps. Global setze ich bisher nur auf einen Dividendenfonds. Wie sehr viele wahrscheinlich. Deshalb würde ich auch einen Fonds oder auch zwei Fonds mit einbeziehen, die etwas mehr Dynamik versprechen. Europäisch habe ich da an Barings Select Trust gedacht. Global fällt mir diese Sache deutlich schwieriger.. Ich kann aufgrund fehlender Erahrungen in diesem Bereich keine guten Vergleiche anstellen. Da bleibt der Blick in die Performancetabelle des Fondsfinders meines Anbieters. Da kommen Fonds, die hier neulich schon mal in Fragen oder Antworten genannt wurden. Robeco Global Premium, JPM Global Focus, JO Hambro Global Select (diese 3 scheinen mir die aussichtsreichsten zu sein) -

Ich habe glaube ich gerade eine jährliche Fondssparleistung von knapp 5000 Euro. Wenn ich das noch ne Zeit lang so durchziehe sollten hoffentlich 10 Fonds nicht zu viel sein.

Antwort
von Tritur, 38

10 Fonds sind viel zu viel. Egal wie hoch der Anlagebetrag ist.

Fonds sind nicht nur dazu da, dem Anleger schon für relativ kleine Anlagebeträge eine breite Streuung seiner Anlage zu ermöglichen. Sie sollen den Anleger auch von der meist lästigen Mühe entlasten, seine Anlage laufend der jeweils aktuellen Wirtschaftsentwicklung optimal anzupassen.

Die Empfehlung, sich zur Streuung der Risiken einen Strauß von vielen verschiedenen Fonds zuzulegen, wie sie von den meisten Anlageberatern und Vermittlern ausgesprochen wird, ist die Perversion dieses Fondsgedankens.

Die einzigen wirklich empfehlenswerten Fondsanlagen sind die international und flexibel anlegenden Mischfonds. Bei diesen Fonds kümmert sich ein professionelles Fondsmanagement um Art, Ort, Zeit und Gewichtung der Anlagen in seinem Fonds. Ein oder maximal zwei solcher Fonds reichen für jeden Anleger und für jeden Anlagebetrag vollkommen aus.

Hat der Anleger einen international anlegenden, flexiblen Mischfonds gekauft, muss sich um nichts mehr kümmern und spart Zeit und Geld für die Eigeninformation oder eine regelmäßige Anlageberatung und die Umschichtungen. Da ist es nachvollziehbar, dass solche Fonds von der Gilde der Anlageberater und Vermittler höchst selten empfohlen werden.

Wichtigbei der Auswahl eines solchen Fonds ist:

  • Breite internationale Streuung der Anlagen über alle Branchen hinweg und derzeit den Schwerpunkt auf Aktien,
  • eine weit überdurchschnittliche Performance über mindestens 6 bis 7 Jahre hinweg,
  • Gesamtkosten des Fonds (Verwaltungskosten + Gewinnbeteiligung + Transaktionskosten) von maximal 1,5% p.a.
  • Domizilierung in Deutschland (hier ist die Aufsicht strenger als in Luxemburg u.a.)     


Antwort
von LittleArrow, 40

Und dazu hast Du noch mindestens 3 Nettogehälter als Notgroschen auf dem Festgeldkonto oder? Wenn nein, dann wäre das die erste Priorität zum Sparen.

Rohstoffe sind auf lange Sicht m. E. ungeeignet, da sie an sich nur Inflations-, Preisveränderungschancen-/-risiken haben, aber keine ureigenste Rendite liefern. Immobilien willst Du wie einbringen? Das scheint mir eher die Frage für einen 50-65-Jährigen.

Zu mutig finde ich den Schwellen-, Frontier- und Asienmarkt mit ca. 35 %. Aber Dir steht die Zukunft über viele Jahrzehnte noch offen. Ich würde eher die Quote auf ca. 20-25 % setzen.

Die Mischfonds könnten bei einem Zinsanstieg wegen der in unbekannter Quote und Restlaufzeit (über 10 Jahre?) eingeschlossenen Anleihen arg zurückfallen.  

Schließlich ist noch das Währungsrisiko zu beachten, was sich auch als Chance herausstellen kann. Aber wie hoch ist der Euro-Anteil in Deinem Depot? Den und den Weltanteil würde ich noch aufstocken auf je 20 %. 

Kommentar von haribi2000 ,

Notgroschen ist vorhanden auf dem Tagesgeldkonto. Das sollte auch für einen unvorhergesehenen Umzug mit Neubeschaffung von Möbeln reichen. Nebenbei baue ich diesen Notgroschen allerdings monatlich weiter aus.

Zum Thema Immobilien: Meine Vorstellungen gingen Richtung Immobilienaktien (REITs) ;

Zu den Schwellenländern bin ich der Meinung, dass diese einen großen Teil des Welt BIP ausmachen und sich dieser Anteil in Zukunft noch steigern wird. Da ich jung bin wollte ich gerne eine etwas offensivere Aufstellung in diesem Bereich wählen. Daher auch der Frontier Anteil.

Die Aktienquote im Depot beträgt ca. 78%; Fondswährungen sind zu 80% in Euro gehalten und innerhalb der Fonds sind natürlich Währungen bunt gemischt. Da werde ich wohl den Fachleuten trauen müssen. 

Antwort
von Privatier59, 41

Ich sehe nur Aktienfonds und Mischfonds. Was machst Du denn, wenn es an den Börsen nicht mehr so gut läuft? Hoffentlich brauchst Du dann Dein Geld nicht. Ansonsten mußt Du Verluste realisieren und das in erheblichem Umfang. Sofern Du Dir nicht absolut sicher sein kannst, daß Du Deine Ersparnisse in den nächsten 10 Jahren nicht anderweitig einsetzen mußt, würde ich vorsichtiger anlegen.

Kommentar von haribi2000 ,

Danke erstmal für die Meinung. Was sollte ich denn Deiner Meinung nach als zusätzliche Sicherheitskomponente mit einbauen?

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