Frage von question,

23 - jährige möchte sich intensiver mit Fonds beschäftigen

Bei meiner Hausbank Comdirekt habe ich jetzt einmal ein Depot eröffnet. Lange habe ich drüber nachgedacht. Habe mir die Produkte in diesem Bereich einmal genauer angesehen und mit einem Musterdepot mal geübt. Dabei habe ich festgestellt, dass Aktien eher nichts für mich wären. Die Sache mit den Fonds gefällt mir hingegen sehr gut. Daraufhin habe ich mich mit dem Thema Fonds mal beschäftigt. Deka werde ich dann wohl nicht wählen :D. Ich möchte noch lange nichts kaufen nur mal so ein paar Hinweise. Ich habe angedacht monatlich ca 500 zu sparen. evt so auf 5 Fonds verteilt. Da ich das Geld im Monat locker übrig habe kann ich das auch langfristig durchziehen. Reserven habe ich auch. Alles schick. Nun frage ich mich natürlich welche Fonds ich nehmen soll. Renditevorstellung hätte ich so bei 6 - 10 %. Dafür bin ich auch bereit Risiken einzugehen. Wie gesagt das Geld ist über. Also kann es auch mal in die Verlustzone gehen. Einen recht hohen Aktienfondsanteil kann ich mir gut vorstellen.

Wie kombiniert man Fonds miteinander? Was sollte dabei für einen wichtig sein? Worauf sollte man achten? In welche Fondskategorien investieren? Habt ihr ein paar gute Fonds, die ich mir mal genauer ansehen könnte? In was sollte man in der heuigen Zeit investieren?

Wie könnte mein Portfolio dann mit 5 Fonds aussehen? Gibt es Allzweckwaffenfonds die man immer kaufen kann? Mit welchen Produkten könnte in Zukunft zu rechen sein.

Viele Fragen, wofür man nen Hellseher bräuchte. Hoffe jedoch trotzdem ein paar hilfreiche Antworten zu bekommen auch wenn die Frage hier etwas unstrukturiert ist.

Später möchte ich mir dazu auch nen Berater zur Seite nehmen. Allerdings möchte ich nicht ganz ahnungslos ´ran gehen. Deshalb sammel ich vorher mal schon Infos.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds,

Besorge Dir mal dieses Buch: http://www.amazon.de/Die-wichtigsten-Fragen-Investmentfonds-Fondsinvestment/dp/3...

Das erfordert etwas Lesearbeit und vielleicht auch über ein paar Monate hinweg die Begleitung mit einem Musterdepot.

Wichtig:

  • Diversifikation: suche Dir ein paar Fonds zusammen, die eine gute Mischung ergeben, jedoch nicht zu viele, denn das wäre Verzettelung.

  • In der Ruhe liegt die Kraft: Geldanlage ist ein langfristiges Thema, bei dem es auch mal Durststrecken geben kann. Diese sind jedoch Gelegenheiten für das Nachkaufen, um später in Erholungen wieder zu profitieren.

  • Sparplan: nicht einmal investieren und hoffen, sondern schrittweise Vermögen aufbauen und beobachten. Lieber vier Sparpläne mit 25 EUR zu verschiedenen Zeitpunkten als einer mit 100 EUR.

  • Strategie: welche Anlagebereiche möchtest Du wie gewichten? Welche Fonds nimmst Du dafür? Nicht billig ist gut, sondern langfristiger Ertrag, d.h. ETFs sind IMHO nichts fü den Anfang, sondern später vielleicht etwas für Akzente im Portfolio.

  • Nachrichten: schau online bloomberg.com/tv oder besorge Dir irgendwelche anderen Finanzpublikationen. Du wirst feststellen, daß die auch nur mit Wasser kochen. Sogenannte Analysten, Investmentexperten und sonstige Gurus können genauso wie andere mal kräftig falsch liegen. Die Zukunft ist ungewiss.

  • Auf und Ab: nicht verrückt machen lassen, wenn es mal ganz schlimm aussieht: jede Krise hat ihre Erholung. Also kaufe dann, wenn die Panik am größten ist. Verhalte Dich eher still, wenn alle euphorisch sind :-)

  • Investiere Geld, das Du nicht kurzfristig wieder benötigst. Halte immer etwas Reserven parat, mit denen mal gezielt ein Fondskauf im Tief erhöht werden kann. So wird ein Vermögensaufbau daraus.

Das fiel mir mal auf die Schnelle so ein :-)

Kommentar von question ,

Vielen Dank für diese ausführliche Antwort. Habe mir jetzt mal das Buch 222 Fragen zu Investmentfonds bestellt. Deine Anregungen machen für mich Sinn und sind gut zu verstehen. Hast Du evt ein paar Fonds von denen Du selbst überzeugt bist zum Anschauen? Ich habe mir jetzt so überlegt evt einen Mischfonds so als Basis, einen Rentenfonds, offenen Immobilienfonds und zwei Aktienfonds zu nehmen. Je breiter man da aufgestellt ist umso besser oder? Also lieber einen internationalen Aktienfonds anstelle eines Fonds für zb Pharma?! Würde mich über ein paar Fonds in den Kategorien sehr freuen. Worauf kommt es denn bei der Mischung an? Habe mir jetzt mal die Top 10 bei Comdirekt angesehen. Comgest grow europa finde ich interessant. DWS Top Dividende macht für mich auch einen guten Eindruck genau wie Ethna Aktiv. Sind solche Fonds für Anfänger geeignet? Angenommen ja, wie würde man daraus dann eine sinnvolle Mischung basteln?

Kommentar von gandalf94305 ,

Vieles bei diesem Thema ist einfach gesunder Menschenverstand und etwas Erfahrung im Risikomanagement, die mit der Zeit kommt. Das geht nach dem Grundsatz "Good judgement comes from experience, but experience comes from bad judgement." Daher: Rückschläge gehören dazu, Fehlentscheidungen werden passieren - wichtig dabei ist nur, daß diese sich nicht auf Dein Portfolio zu schlimm auswirken.

  • Ein Branchenfonds ist riskanter als ein über Branchen hinweg investierender Fonds.

  • Ein Länderfonds ist riskanter als ein Fonds über eine ganze Region hinweg.

  • Zwei in sehr ähnliche Bereiche investierende Fonds reduzieren nicht das Risiko, sondern belassen es gleich oder verstärken Risiken ggf. sogar.

  • Über Anlageklassen (Anleihen, Aktien, Immobilien, Rohstoffe, Private Equity) hinweg zu investieren, kann Volatilitäten puffern und damit ein ruhigeres Fahrwasser für den Fonds ergeben, kann bei schlechtem Management jedoch auch genau das Gegenteil oder eine negative Entwicklung bewirken.

  • Globale Aktienfonds investieren meist primär oder ausschließlich in die Industrieländer. Emerging Markets fehlen dann.

  • Hast Du einen Mischfonds - vielleicht sogar einen anleihenlastigen Mischfonds - kannst Du wahrscheinlich auf den klassischen Rentenfonds verzichten, da der Mischfonds bereits einen deutlichen Rentenanteil hat.

  • Offene Immobilienfonds (z.B. hausinvest oder grundbesitz Europa) können beigemischt werden, müssen aber nicht. Manche Multi-Asset-Fonds investieren auch in Immobilien.

  • Da Du in Europa im EUR-Raum lebst, wäre dieser Bereich auch zu berücksichtigen, damit Du nicht zu sehr in Fremdwährungsrisiken gehst.

Du hast ja schon ein paar gute Fonds genannt. Überlege Dir nun mal, wie die Gewichtung aussehen soll. Beispielsweise etwas in der Art

  • Mischfonds 50%
  • Globaler Aktienfonds 20%
  • Europäischer Aktienfonds 20%
  • Emerging Markets Aktienfonds 10%

Mit 23 kann man auch den Mischfondsanteil geringer ansetzen und dafür etwas mehr die Aktienfondsanteile erhöhen, z.B.

  • Mischfonds 30%
  • Globaler Aktienfonds 25%
  • Europäischer Aktienfonds 25%
  • Emerging Markets Aktienfonds 20%

Oder Du setzt auf einen aktienlastigen Mischfonds und legst noch einen Rentenfonds dazu:

  • Mischfonds 20%
  • Globaler Rentenfonds 10%
  • Globaler Aktienfonds 25%
  • Europäischer Aktienfonds 25%
  • Emerging Markets Aktienfonds 20%

Finde eine Mischung, die Dir gefällt und sinnvoll erscheint. Dann suchst Du dafür Fonds - ggf. mit einem Berater zusammen. Ideen gibt es für Fonds viele:

  • Mischfonds: z.B. Ethna Aktiv, Carmignac Patrimoine, Flossbach von Storch Multiple Opportunities, Allianz Kapital Plus, ...
  • Globaler Rentenfonds: z.B. Templeton Global Total Return, ...
  • Globaler Aktienfonds: z.B. DWS Top Dividende, M&G Optimal Income, MFS Meridian Global Concentrated Fund, Vontobel Global Value, ...
  • Europäischer Aktienfonds: Comgest Growth Europe, Threadneedle European, Smaller Companies, JPM Europe Equity Plus, ...
  • Emerging Markets Aktienfonds: Aberdeen Emerging Markets, First State Emerging Markets, Templeton Frontier Markets, ...

Schau sie Dir an und vergleiche (z.B. auf ariva.de oder bei comdirect). Finde Fonds, die eine solide Entwicklung hingelegt haben und in Krisen nicht gleich einbrechen bzw. die sich danach immer schnell wieder erholen.

Willst Du nicht gleich Geld in die Hand nehmen, kannst Du ja noch etwas warten und erst mit einem Musterdepot mal beobachten, wie sich Sparpläne entwickeln würden.

Wichtig bei der Fondsauswahl ist, daß diese Fonds einen langfristigen Aufwärtstrend abbilden. Daher sind dann Kursrückgänge Nachkaufgelegenheiten und nicht Verkaufszeitpunkte. Es geht ja irgendwann auch wieder nach oben :-)

Und noch etwas: man muß nicht alles selbst machen. Einen Berater zu konsultieren (oder ein paar davon) ist ok und hilft Dir ggf. auch, eine andere Perspektive auf gewisse Anlagen zu bekommen. Der Sinnloscheck: verstehst du auch am nächsten Tag die Argumente des Beraters vom Vortag? ;-)

Gehe einen Weg, der für Dich komfortabel ist und das gewünschte Ergebnis herbeiführen kann. Äh... ich meine... finde erst mal diesen Weg... und geh' ihn dann :-)

Antwort
von Klauxs,

Da würde ich eher Fondssparen machen. Man zahlt monatlich eine bestimmte summe ein und nimmt dabei die Kursschwankungen mit. Das heißt, wenn der Kurs fällt bekommt man mehr Anteile. Das über mehrere Jahre, man rechnet so im 10 Jahreszeitraum, dürfte sich das Invest. rechnen. Ansonsten lässt man es noch eine Weile liegen, vielleicht auch mal an die Rente dabei denken.

Antwort
von UweMeier1,

Neben den schon erwähnten guten Büchern, kann dir auch ein Börsenforum wie zum Beispiel das http://www.boersen-forum.eu helfen denn dort kannst du bei Fragen auch immer Hilfe bekommen und bist immer gut informiert.

Ggf. solltest du auch über ein sogenanntes Musterdepot nachdenken um das ganze ohne Risiko ausprobieren zu können.

Antwort
von Tritur,

Offensichtlich hast Du ein gutes Einkommen. Da nichts von nichts kommt, bist Du wahrscheinlich beruflich ziemlich ausgelastet und hast wenig Zeit Dich um Deine Geldanlagen zu kümmern.

Unter diesen Umständen kommen weder Aktien noch eine bunte Mischung vieler verschiedener Fonds in Frage. Damit muss man sich doch wieder intensiv befassen oder einen teuren Berater engagieren.

Die beste Anlage wäre in Deinem Fall der Kauf von ein bis maximal drei, international breit anlegender Mischfonds mit dem Anlageschwerpunkt bei Aktien. Diese streuen schon von sich aus ihre Anlagen breit und versuchen alle wirtschaftlichen Entwicklungen in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen.

Kriterien welche Fonds in dieser Fondskategorie in Frage kommen, sind die Performance der letzten 5 Jahre (auf keinen Fall kürzer!) und die Höhe der internen Verwaltungskosten. Fonds die derzeit deutlich unter früheren Höchstkursen liegen, sollten ebensowenig in Frage kommen, wie Fonds mit einer Gesamtkostenquote von über 1,5% pro Jahr oder gar einer Gewínnbeteiligung des Managements. Die erforderlichen Informationen findet man in den Verkaufsprospekten und den Geschäftsberichten der jeweiligen Fonds auf der Homepage ihrer Kapitalanlagegesellschaft.

Vorsicht ist übrigens bei Fonds angebracht, die ihren Ruhm dadurch erworben haben, dass sie irgendwann mal riskant gegen den Markt gezockt und gewonnen haben. Ein Beispiel dafür ist der Carmignac Patrimoine, dessen Erfolg vor allem auf einer erfolgreichen Spekulation gegen den Markt in den 6 Monaten von Sept. 08 bis Febr. 09 zurückzuführen ist. Solchen Managern ist zuzutrauen, dass sie, ihr Glück mit Genie verwechseln, sowas wiederholen und dann möglicherweise kein Glück haben.

Antwort
von qtbasket,

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