Frage von mynamehere86,

2 Minijobs, welche Folgen?

Hallo liebe Leute,

ich überlege, ob ich einen 2. Minijob anfangen soll. Mein eigtl. Arbeitgeber hat nicht mehr Stunden "Verwendung" für mich, als ich momentan arbeite, mein ehem. Arbeitgeber dagegen hat so gut wie immer Verwendung für Minijobber.

Da ich gerade knapp bei Kasse bin und sich das die nächste Zeit nicht ändern wird, ich aber nicht Vollzeit arbeiten kann, bzw immer "mehr" arbeiten kann, weil ich studiere, überlege ich, stundenweise einen anderen Job noch dazu zu machen.

Ich bin eigtl. aus Österreich und wohne erst seit Juli in Deutschland, deswegen kenn ich mich noch nicht wirklich aus, was steuerliches und Co betrifft.

Also die Facts: ich studiere in Innsbruck, pendle ca. 2x/Woche (manchmal auch 4x) nach Innsbruck, hab dafür etwa 140 Euro Kosten im Monat, sämtliches Material (Schreibwaren, Fachbücher, Druckerpatrone, Laptop usw) kommen noch dazu - das sind ja prinzipiell Werbungskosten.

Ich würde erst im Februar einen 2. Minijob anfangen (können)

Ich bin bei der AOK im Studententarif versichert - ich darf als von denen aus bis zu 20 Wochenstunden arbeiten gehen - unabhängig vom Einkommen.

Ich beziehe keinerlei Förderungen oder sonstige Transferzahlungen.

Was muss ich beachten, wenn ich einen 2. Minijob machen will? Was sind die Folgen, etc. etc. (also wirklich von Grund auf sämtliche Infos, Bitte)?

Wie sieht die Sache aus, wenn ich einen Minijob habe, allerdings im Sommer bspw. 1 Monat "voll" arbeiten gehen möchte (Praktikum)? (nehmen wir vereinfachend an, dass ich davor genug Überstunden im Minijob gesammelt habe und das Monat Zeitausgleich nehme, oder sowas - weiß nicht, ob ich Minijob und Praktikum zusammen machen "darf" - Arbeitszeitgesetz, etc.)

Ich danke euch viel viel vielmals für eure Hilfe!

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von obelix,

2 Minijobs is nich, ausser du überschreitest in Summe pro Monat nicht die Grenze von 400 Euro. Wird die überschritten, ist keiner der Jobs mehr ein Minijob.

Sollte die Gefahr bestehen, dass diese Grenze nicht eingehalten wird, so solltest du einen der Jobs auf Lohnsteuerkarte laufen lassen.

Wenn du im Sommer voll arbeiten willst, dann ist die Aussage mit den Minijobs davon unberührt. Versicherugstechnisch kannst du im Jahr 50 Tage oder 2 Monate (in den Semesterferien) soviel arbeiten wie du willst.

Bei Praktikum können ganz andere Regeln gelten. Hier muss man gesondert prüfen.

Sollte es noch Fragen geben, dann Kommentar zu dieser Antwort.

Zu Minijob: http://de.wikipedia.org/wiki/Geringf%C3%BCgige_Besch%C3%A4ftigung

Kommentar von mynamehere86 ,

Okay, danke.

Wenn ich demnach 1 Job auf Lohnsteuerkarte laufen habe, kann ich einen Minijob dazu machen, oder wie läuft das Ganze denn?

Was für Auswirkungen hat das, wenn ich auf Lohnsteuerkarte arbeite? Also nicht nur für mich (Sozialabgaben, Lohnsteuerabzug), sondern auch auf den jeweiligen Arbeitgeber? Ich denke, dass es Gründe haben wird, warum die nur Minijobber einstellten damals.. :-) Nicht, dass dann irgendwie Beschwerden kommen, weil ich dem Unternehmen zu teuer werd, weil ich zu wenig Geld hab und mehr dazu verdienen muss ....

Wie gesagt - ich kenn mich mit dem System überhaupt nicht aus, auch nicht, wie das mit Lohnsteuerkarte funktioniert (ich hab nur nen A4 Zettel bekommen, auf dem meine Steuernummer draufsteht, als ich nach Deutschland zog) - was für eine Steuerklasse hätte ich dann denn? Steuerklasse kann nur gewechselt werden, wenn mein Freund und ich heiraten, oder? Also nicht schon, wenn wir eine gemeinsame Wohneinheit haben?

Kommentar von FREDL2 ,

@Fragesteller

Wenn ich demnach 1 Job auf Lohnsteuerkarte laufen habe, kann ich einen Minijob dazu machen

Ja

Was für Auswirkungen hat das, wenn ich auf Lohnsteuerkarte arbeite? Also auch auf den jeweiligen Arbeitgeber?

Auch Sozialabgaben

was für eine Steuerklasse hätte ich dann denn?

Ich vermute mal die 1 (ledig?) Die gemeinsame Wohnung spielt hier keine Rolle.

Kommentar von mynamehere86 ,

dankeschön! jetzt ist mir das Ganze gleich um Einiges klarer!

Kommentar von Gaenseliesel ,

zum Letzteren : Steuerklasse 1 solange du ledig bist. Steuerklasse 2 ledig mit Kind. Nur Verheiratete haben andere Steuerklassen. Ein gemeinsame Wohnung hat nichts mit der Steuerklasse zu tun. K .

Kommentar von mynamehere86 ,

dankesehr, Steuerklasse 1 grundsätzlich war mir klar (also so das Schema der Steuerklassen an sich, das kenn ich schon - hätte ja sein können, dass man in der modernen Welt schon auf Lebenspartnerschaft umgesattelt ist, statt nur Ehe :-) )

Kommentar von obelix ,
  • Minijob: pauschale Abgaben für den Arbeitgeber. Du bekommst (üblicherweise) brutto für netto. Es geht nur ein Minijob (Ausnahme: wenn in Summe weniger als 400 Euro pro Monat eingenommen werden).

  • Job auf Lohnsteuerkarte/ ElStAM: die Bescheinigung gibt es beim Finanzamt. Hier wird auch festgelegt, ob du Freibeträge eintragen kannst, wie die Steuerklasse. Die ist bei Ledigen die 1, mit Kind die 2.

  • bei dem Job nach ElStAM gibt es klare Grenzen für die Sozialversicherungsfreiheit. Die hat man z.B. wenn man in den Semesterferien arbeitet bzw. max. 50 Tage im Jahr. Sonst zahlt man mind. die Rentenversicherung.

Für den Arbeitgeber ist es letztlich nicht so wichtig, welche Art Job man hat, wie er abrechnet. Ein Minijob läuft pauschal ab, damit greift hier sicherlich dr Aufwand, der geringer ist.

Antwort
von muemmel,

Ergänzend zu den anderen Antworten: Ein "normaler Job" würde die Zahlung von Rentenversicherungsbeiträgen mit sich bringen, aktuell 19,6 %, die je zur Hälfte von Ihnen und Ihrem Arbeitgeber zu tragen sind. Weitere Versicherungsbeiträge fallen wegen des Werkstudentenprivilegs nicht an. Was Steuern angeht, so sind Sie theoretisch steuerpflichtig - dazu müssen Sie aber mindestens 911 Euro/Monat verdienen (brutto), was man bei 20 Stunden pro Woche ja eher nicht schafft... Da Sie auf die steuerliche Absetzbarkeit der Studienausgaben anspielten - das sind keine Werbungskosten, sondern Sonderausgaben. Die können Sie theoretisch absetzen, praktisch wird das eher nicht gehen - wer keine Steuern zahlt, kriegt auch nichts wieder...

Kommentar von mynamehere86 ,

Dankeschön! Jetzt hab ich auch die "fehlende" Einkommensgrenze, ab der ich ESt zahlen muss, danke. Ist schon klar - wer keine Steuern zahlt, bekommt nichts zurück. Sollte ich aber 1000 Euro brutto verdienen, so wäre ein Teil durch Sonderausgaben wieder "zurückzuholen".

Rentenversicherung schadet ohnehin nie... fehlende Beitragsjahre sind nicht so erstrebenswert :-)

Also zusammenfassend - bis 911 Brutto/Monat keine Steuern, die aber selbst drüber in gewissem Rahmen zu vernachlässigen wären. (Sonderausgaben, etc. - zu viel dazuverdienen kann ich ja ohnehin nicht - sonst leidet das Studium) 19,6% /2 je "Seite" (DG/AN) zur Rentenversicherung, sonst keine weiteren Folgen, solange ich unter 20h/Woche bleib (Werkstudentenregelung). Steuerklasse 1 (ledig, ohne Kind), sobald wir verheiratet sind, insgesamt Steuerklassensumme 8 (also bspw 5 & 3 oder 4&4, jährlich wechselbar, der geringerverdienende (wäre in meinem Fall dann ich) sollte die "am höchsten besteuerte" klasse wählen)

DANKE ALLEN Kommentatoren für die hilfreichen Antworten. Liebe Grüße

Antwort
von Schiko,

Im Monat Dezember ist es zweckmäßig sein Augenmerk schon auf das Jahr 2013 sein Augenmerk zu lenken. Du kannst also ab 1.1.2013 den neuen Rahmen von monatlich 450 ins Auge zu fassen. Dies ist als monatlicher Höchstverdienst ab 1.1.2013 möglich. der AG. zahlt insgesamt 30% für Sozialversicherung und Steuer. Auch zwei Job sind zu- lässig wenn die 450 Euro Grenze nicht überschritten wird. Steuerlich hast du also bei der Einkommensteuer Erklärung damit nichts zu tun. Für den zweiten Job auf Steuerkarte, notwendig da 450 Euro mtl. erreicht sind, gelten die normalen Angaben für Steuer und Sozialversicherung.

Werden wegen unterschiedlichen Monatsbezügen tatsächlich Steuer einbehal, können diese durch eine Steuererklärung zurückgeholt werden. Als Anhaltspunkt Brutto Jahresbetrag minus Abzugsbeträge,Kranken/Pflegevers.,RV.etc. wenn nach Abzug vom Brutto im Jahre 8004 nicht überschritten werden.

MfG.

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