Frage von FrankDr, 117

18 Jahre lang 50€ pro Monat ansparen. Wie?

Ich möchte meinem Nachwuchs zur Geburt ein "Konto" anlegen auf das ca 18 Jahre lang jeweils 50€ monatlich angelegt werden sollen. Da Tagesgeld und erst recht das - früher allseits beliebte - Sparbuch hier wohl nicht optimal sind, schaue ich als Laie nach Alternativen. Das Risiko des Totalverlust sollte ausgeschlossen sein, ein wenig Risiko aber durchaus okay, da es ein langfristiges Anliegen ist. Ich lese von ETF's, Fonds, Bausparvertrag, usw und bin letztlich gerade etwas überfordert. Nett wären mal ganz konkrete Namen, Vorgehensweisen und ggf Tipps, wie einer der Experten selbst vorgehen würde, wenn er dies für seine Tochter planen würde.

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Antwort
von Rat2010, 87

Es gibt zwei Varianten. Die eine kommt in einem von hundert Fällen in Frage und wäre nur dann ein Thema, wenn ihr schlecht abgesichert seid. Das wäre eine 18 Jahre laufende fondsgebundene Lebensversicherung (auf dein Leben). Jeder muss mal ableben dürfen und der Nachwuchs sollte dann abgesichert sein.

Die in 99 % der Fälle richtige Alternative ist bei deinen Vorgaben ein Aktienfondssparplan. Man lässt sich von einem Anlageberater einen Sparplan auf den Namen des Kindes (idealerweise) mit Rabatt und ohne Depotgebühr einrichten und spart in den Aktienfonds an. Ob man dann etwas breit anlegendes (weltweit oder Europa) oder doch mehr Deutschland, USA, Emerging Markets, Afrika, Südamerika oder Asien will, ist schnell geklärt. Nach deinen Vorgaben weltweit oder Europa.

Warum Aktienfonds: es spricht bei 18 Jahren, in denen in Raten angelegt wird nichts für Geldwerte! Geld ist Tauschmittel, zu dessen Besonderheiten es zählt, dass es langfristig wengier wert wird. Darüber, die beizumischen, kann man auch noch nach 12 Jahren nachdenken und wenn dann Aktien gerade teuer sind, kann man das nach und nach auch machen. Misch- und Vermögensverwalterfonds sind eine tolle Sache und wahrscheinlich hast du selbst dein Geld dort angelegt (wenn du es richtig machst). Langfristige Sparpläne für Kinder, die alle Nerven der Welt haben (weil sie nicht verstehen, was mit ihnen passiert) brauchen die Geldwerte nicht.

Meine Kids sind 13 und 15 und haben immer noch nur Aktienfonds. Es zeichnet sich auch ab, dass die Anlagedauer über 18 Jahren liegen wird. Vielleicht wird es ein Grundstock zu einem Haus oder sonstwas. Die Entwicklung ist so, dass das dort angelegte Geld sicher mehr (tendenziell doppelt so viel) als die Bausparsumme brachte - und dort wäre ein Teil ein Darlehen.

Ganz konkret würde ich an deiner Stelle zu einem Experten vor Ort oder im Internet gehen und der soll dch bei der Hand nehmen, einen Fonds aussuchen und einen Fondssparplan einrichten. Idealerweise mit Rabatt auf den Ausgabeaufschlag, was es auch in dem Fall auch mit Beratung und Betreuung gibt.

Kommentar von Rat2010 ,

Ich nehem das mit der fondsgebundenen Lebensversicherung zurück. Da kommt ja nur Unsinn raus. Also entweder eine ordentliche Todesfallabsicherung (Risiko) oder man hat das schon. Auf jeden Fall aber ein Fondssparplan.

Antwort
von LittleArrow, 80

Nimm dieses Wertpapier WKN DBX0BT

Siehe auch diesen Tipp: http://www.finanzfrage.net/tipp/einfacher-vergleich-meiner-depot-performance

Damit hast Du eine gute Mischung von verschiedenen Wertpapierklassen in einem kostengünstigen Wertpapier gebündelt!

Einen einzelnen Fonds (siehe die übrigen Antworten) zu wählen, ist relativ problematisch. Dazu gehört mehr Know-how und auch Glück, denn nur wenige Fonds (Aktien- oder Mischfonds) sind wirklich gut.

Etwas störend könnte der thesaurierende Effekt bei dem vorgeschlagenen Wertpapier sein, aber dieser steuerlich relevante Aspekt kommt bei diesem Wertpapier erst in den späteren Jahren - möglicherweise(!) - zum Tragen. Dein Kind ist bei eigenem Konto steuerlich durch den Sparerpauschbetrag bzw. durch den Grundfreibetrag (über die sog. Nichtveranlagungsbescheinigung) über lange Zeit geschützt.

Antwort
von gandalf94305, 64

Für meine Kinder habe ich Fondssparpläne eingerichtet, die mit einem festen Betrag pro Monat laufen. Ob ich das auch 18 Jahre beschränke oder nicht, kann irgendwann später entschieden werden. Man kann auf diese Weise auch zu besonderen Gelegenheiten (Geburtstag, Weihnachten, ...) eine zusätzliche Anlage vornehmen oder den Betrag im Laufe der Zeit erhöhen.

Ich habe einen Mischfonds gewählt, da Tagesgeld, Sparbuch und Banksparpläne zu starr oder zu verlustreich sind (selbst wenn man berücksichtigt, daß die Kinder keine Steuern zahlen müssen). Die Inflation nagt an diesen Einlagen.

Bausparverträge und irgendwelche Versicherungskonstruktionen halte ich von den Vertragskosten für zu hoch. Die Rendite unter dem Strich ist nicht sinnvoll. Außerdem bindet man sich auf eine gewisse Zahl von Jahren, was die Liquidation in Notfällen unmöglich macht.

Es bleibt also nur ein Fondsinvestment, um an der Wirtschaftsentwicklung zu partizipieren. ETFs kommen für diese Art von Anlage nicht in Frage, da sie ein aktives Management dieses Portfolios erfordern würden und ein einziger ETF nicht eine sinnvolle Abdeckung des Marktes ermöglicht.

Daher habe ich mich für einen Mischfonds entschieden, den ich natürlich beobachten und ggf. umschichten werde, wenn er nicht gut läuft, aber diese Flexibilität hat man bei dieser Anlageform ja.

Zu beachten: die Konten sollten auf die Kinder laufen, damit sie eigene Freistellungsaufträge haben. Reicht das nicht, um die Erträge abzudecken, kann man auch eine NV-Bescheinigung beantragen. Damit sollten die Kinder bis so ca. zum 14-16. Lebensjahr steuerfrei ihre Anlagen halten können. Danach kommt es auf ihr ggf. vorhandenes Einkommen an.

Kommentar von FrankDr ,

Erstmal herzlichen Dank für die vielen - wirklich detaillierten, tollen - Antworten. Nun ist es als Laie da natürlich sehr schwer da einen Überblick zu bekommen und ich habe da mehrfach (!) schlechte Erfahrungen mit Anlageberatern/Bankberatern gemacht (führt hier zu weit). Daher sind mir konkrete Tipps sehr lieb.

Wie sieht es mit dem vorgschlagenen Wertpapier "Portfolio-Indexfonds" aus Aktien und Anleihen WKN DBX0BT aus? Aber was mich irritiert - hier wurde mir ja mehrheitlich von ETF´s abgeraten und dieses nennt sich "("Portfolio-ETF" von db-x-trackers)."

Und wie gehe ich da am Besten vor? Eine Direktbank (wegen lfd. Kosten) auswählen, dort manuell das Wertpapier auswählen und einen Dauerauftrag darauf einrichten? Wenn Ihnen das nicht zu privat ist, würde mich Ihre Wahl und Realisierungsweise sehr interessieren.

Antwort
von Niklaus, 47

Eine der besten Möglichkeiten, für sein Kind zu sparen ist einen Fondssparplan mit Investmentfonds einzurichten. Will man die Vorsorge über seinen Tod absichern wollen, ist eine zusätzliche Risikolebensversicherung möglich. So ein Fondssparplan kann man quasi für das ganze Leben brauchen. Entnahmen für den Führerschein und das erste Auto, sind ebenso möglich wie die Kompensation von finanziellen Engpässen während dem Studium oder der Berufsausbildung. Wenn der Sprößling dann selbst Geld verdient, kann er den Sparplan weiter nutzen für seine Altersvorsorge. Bei dem Sparplan sind Aktienfonds zu bevorzugen wegen der vermutlich längeren Laufzeit. Fondssparpläne gibt es bereits für eine Mindesteinzahlung ab 25 € pro Monat. Verfügbarkeit, Erhöhung, Reduzierung oder Kündigung, keine feste Laufzeit, keine Stornokosten. Aktienfonds haben nachweislich alle anderen Anlageformen in Bezug auf Rendite und Sicherheit weit übertroffen. Aktienfonds sind sehr gut diversifiziert, weil sie viele Aktien im Portfolio haben. Die Anlage ist inflationsgeschützt, da Aktien Sachwerte sind und auch insolvenzgeschützt, weil Aktienfonds Sondervermögen sind. Aktienfonds schwanken, weil die Märkte volatil sind, aber das hat nichts mit Sicherheit zu tun. Zu einem Bausparvertrag einer Ausbildungsversicherung und zu ETFs würde ich nicht raten. Diese Produkte sind nicht nur unnötig sondern haben auch noch andere Nachteile

Antwort
von FrankDr, 54

Guten Tag zusammen. Erstmal herzlichen Dank für die vielen - wirklich detaillierten, tollen - Antworten. Das hilft mir schon sehr und bestätigt mich in meiner ersten Einschätzung eines Fondssparplans. Nun ist es als Laie da natürlich sehr schwer da einen Überblick zu bekommen und ich habe da mehrfach (!) schlechte Erfahrungen mit Anlageberatern/Bankberatern gemacht (führt hier zu weit). Daher sind mir konkrete Tipps sehr lieb.

Wie sieht es mit dem vorgschlagenen Wertpapier "Portfolio-Indexfonds" aus Aktien und Anleihen WKN DBX0BT aus? Aber was mich irritiert - hier wurde mir ja mehrheitlich von ETF´s abgeraten und dieses nennt sich "("Portfolio-ETF" von db-x-trackers)."

Und wie gehe ich da am Besten vor? Eine Direktbank (wegen lfd. Kosten) auswählen, dort manuell das Wertpapier auswählen und einen Dauerauftrag darauf einrichten?

Antwort
von vivaGreece, 42

man kann bei einer Onlinebank ein Depot eröffnen für die Kinder. Die Depotbanken haben Fonds und ETFs im Programm, die man ansparen kann. Hier sind die Gebühren deutlich reduziert.

Das sehe ich als sehr gute Lösung für den Plan. Hier sind 50 Euro möglich als monatlicher Betrag.

Bei der Fondsauswahl könnte ein unabhängiger Anlageberater helfen.

Antwort
von FrankDr, 46

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