Frage von bmwlotte, 274

1% Regelung

Hallo,

ich habe einen Dienstwagen nach 1% Prozentmethode, soll aber auch noch nach Dienstwagenverordnung ein Fahrtenbuch führen und habe 850km frei, danach soll ich 0,30€ pro gefahrenen KM zahlen. Ist denn eine Begrenzung erlaubt, wenn 1% angewendet wird?

Bin im Aussendienst, habe auch keine Fahrten für Dienststelle-Wohnung.

Antwort
von LittleArrow, 249

Die Methode Deines Arbeitgebers könnte von N. Berggruen (sog. "Retter von Karstadt") stammen: vorne was geben und hinten was nehmen.

Dein Sachverhalt ist ziemlich problematisch, da der geldwerte Vorteil durch die Teilkostenbelastung mit € 0,30/km aufgehoben wird. Du findest hier einige Überlegungen zu solch strubbeligen Regelungen: https://www.smartsteuer.de/portal/lexikon/F/Firmenwagenueberlassung-an-Arbeitneh...

Ich hoffe, dass die 850 km sich nur auf die Privatfahrten beziehen, wobei auch noch unklar ist, ob dies ein Wert pro Monat oder pro Jahr ist.

Du solltest vielleicht überlegen, ob dies der richtige Arbeitgeber für Dich ist.

Kommentar von bmwlotte ,

das frage ich mich auch!

850 km sind im monat privat, ab 851 kommen noch zu den 1% die 0,30€ pro weiteren kilometer, was ich nun überhaupt nicht verstehe. da frage ich mich, wenn ich mit dem wagen in großen urlaub fahren würde, was mir der AG am monatsende dann noch überweisen will? ;)

Antwort
von Mikkey, 213

Ein Dienstwagen wird im Allgemeinen durch eine individuelle Vereinbarung überlassen. Da sind theoretisch alle möglichen Einzelregelungen erlaubt. Die Tatsache, dass Du den Wagen mit einem Prozent versteuern musst, bedeutet nicht, dass Du

  • den Sprit für Privatfahrten vom Arbeitgeber bezahlt bekommst
  • Wagenwäschen bezahlt bekommst
  • eine Regelung für Werkstattaufenthalte organisiert wird
  • ...

All diese Dinge kann der Arbeitgeber kostenlos im Rahmen der Dienstfahrzeugüberlassung gewähren - muss er aber nicht

Dir steht es frei, auf die private Nutzung komplett zu verzichten, dann brauchst Du auch das eine Prozent nicht zu versteuern.

Kommentar von bmwlotte ,

genau da ist das problem, ich "MUSS" die ein prozent zahlen, ob ich will oder nicht, das sei so üblich, sagte man mir, obwohl in der Dienstwagenverordnung was anderes steht. dort wurde keine silbe von 1 prozent erwähnt sondern kam als bonbon mit der ersten gehaltsabrechnung.

privatfahrten hab ich auch nicht, weil ich ein eigenen pkw hab.

Kommentar von Mikkey ,

§ 1: Das haben wir schon immer so gemacht

§ 2: Das haben wir noch nie so gemacht

§ 3: Der Chef hat immer recht

Lohnbuchhalter sind nun mal nicht unfehlbar. Da muss man sich manchmal den Mund fusselig reden.

Hast Du eine Dienstwagenvereinbarung oder ist diese im Arbeitsvertrag enthalten? Dann wird es sicher schwieriger - Du kannst aber nach §226 BGB die Aufhebung der Vereinbarung (zumindest bzgl. der Privatnutzung) verlangen.

Kommentar von bmwlotte ,

ich habe einen AV und eine DWVO! Und an letztere scheint sich der AG garnicht halten zu wollen.

Kommentar von Mikkey ,

DWVO? Dienstwohnungsverordnung?

Worin ist denn die Privatnutzung vereinbart. Es muss schon eine Vereinbarung sein, die Du auch unterschrieben hast.

Kommentar von bmwlotte ,

die hab ich unterschrieben, in dem gleuben, fahrtenbuch und 850km frei ist okay, dann mit er ersten gehaltsabrechnung kam dann aber 1% und die 850km bleiben aber, ist nichts daran zu rütteln, ich find das schon arglistige täuschung.

Kommentar von Mikkey ,

Nö, ist keine Täuschung der Arbeitgeber kann schließlich nicht wissen, dass Du auf die Privatnutzung keinen Wert legst.

Sprich Deinen Chef an, die Dienstwagenvereinbarung zu ändern, so dass Du den Wagen nur geschäftlich nutzt.

Ist dann Vorteil für Dich und Vorteil für Arbeitgeber, wer könnte etwas dagegen haben außer einem faulen Personalsachbearbeiter,.

Kommentar von EnnoBecker ,

Dort wurde keine Silbe von 1 Prozent erwähnt,... [schlampige Schreibung behoben]

Muss auch nicht. Es ergibt sich bereits aus dem Gesetz. § 8 (2) Sätze 2 bis 5 EStG: http://www.buzer.de/s1.htm?a=8&g=estg

Kommentar von bmwlotte ,

Die Privatnutzung kann ich nicht abschlagen, das macht der AG nicht mit, er könne es ja nicht kontrollieren ( Firmensitz 650 km von mir weg)

Kommentar von Mikkey ,

Das muss er aber mitmachen. Der erwähnte §226 verbietet dem AG, dass er auf Klauseln herunreitet, an denen er nicht das geringste Interesse zu haben braucht.

Wenn Du ein Fahrtenbuch führst, ist das Kontrolle genug.

Außerdem: Wenn er kontrollieren kann, ob Du den 851. Kilometer fährst, kann er auch kontrollieren, ob Du den ersten Kilometer fährst.

Antwort
von freelance, 180

die 1%-Regelung kommt aus den gesetzl. Rahmenbedingungen. Die weiteren Vorgaben kommen von deinem Arbeitgeber. Der AG hat hier die Freiheit, die Dienstwagenüberlassung zusätzlich nach seinem Gusto zu gestalten. Am Gesetz mit dem 1% kommt er nicht vorbei - ausser er wendet die Fahrtenbuchmethode an.

Damit kann er das so gestalten, wie du beschreibst, auch wenn es nachteilig für dich ist. Ich hatte mal die Möglichkeit, einen Dienstwagen zu bekommen, aber die Regelungen durch den AG waren so unlukrativ, dass ich darauf verzichtete.

Das ist so möglich, wenn auch unschön für dich!

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