Frage von Homm2000, 57

Meine erste Steuererklärung als Kleinunternehmer (Kleinunternehmerregelung)

Guten Tag liebes Forum,

ich sitze gerade bei meiner ersten Steuererklärung und mir sind jetzt noch ein paar Fragen nicht ganz klar. Ich würde mich freuen, wenn Ihr bei mir ein wenig Licht ins dunkeln bringt.

  • Ich nutze das Programm WiSO Steuersparbuch
  • Ich habe alle meine Privaten Daten eingetragen ( Fahrkosten zur meiner richtigen Arbeit und mein Lohn von meinem ersten Job )
  • Ich hätte bei diesen Eingaben ein Betrag X an Ersattung. Sagen wir mal 600€
  • Nun hab ich bei Gewerbebetriebe meine Kleinunternehmer Tätigkeit eingetragen. Bei "Betriebseinnahmen als umsatzsteuerlciher Kleinunternehmer" habe ich jetzt meinen Umsatz von 500€ eingetragen.
  • Nun wurde von meinem Erstatteten Betrag ungefähr 70€ abgezogen. Ist das richtig so ? Das jetzt, wo mein Umsatz von der Nebentätigkeit bekannt ist, mein erstatteteter Betrag schrumpft?
  • Mich verunsichert der Punkt, dass dort was mit umsatzsteuerlicher kleinunternehmer steht. Normalerweise bin ich doch von der Umsatzsteuer befreit, oder verstehe ich diesen Punkt falsch?
  • Habe mich nun wegen derBetriebsaufgaben einmal belesen. Ich kann also die KM Anzahl, die ich zum Kunden gefahren bin, dort als Betriebsausgaben angeben ja? Wenn ich dann als eine Ausgabe es angebe, wächst mein ersatteter Betrag wieder. Ist es gerade so der Sinn, dass man sich so sein Geld wieder zurück holt? Hat es auswirkung auf die 17.500 Grenze? Wenn ich zum Beispiel mein Handy angebe, würde ich laut des Programmes 15€ mehr erstattet bekommen.

Ich hoffe ich hab mich verständlich ausgedruckt, wenn nicht, werde ich es nochmal detailierter erklären

vielen Dank für die Information

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Antwort
von blackleather, 41

Ist das richtig so ? Das jetzt, wo mein Umsatz von der Nebentätigkeit bekannt ist, mein erstatteteter Betrag schrumpft?

Ist doch nicht nur richtig, sondern sogar logisch, oder? Oder wann und auf welche Weise willst du deine gewerblichen Einkünfte denn sonst versteuern?

Normalerweise bin ich doch von der Umsatzsteuer befreit, oder verstehe ich diesen Punkt falsch?

Bist du doch auch. Die Frage auf dem Einkommensteuerforumular EÜR hat doch auch mit der Umsatzsteuer unmittelbar gar nichts zu tun; sie wirkt sich vor allem nicht darauf aus.

Ich kann also die KM Anzahl, die ich zum Kunden gefahren bin, dort als Betriebsausgaben angeben ja?

Die Anzahl der Kilometer allein nützt gar nichts; du musst sie auch bewerten, denn in dem Formular ist nicht nach km gefragt, sondern nach EUR und Cent.

Ist es gerade so der Sinn, dass man sich so sein Geld wieder zurück holt?

Nein. Erstens ist es nicht der Sinn eines Steuersystems, sich überhaupt irgendwelches Geld "zurückzuholen". Und zweitens dient die Angabe der Betriebsausgaben lediglich der Umsetzung des steuerlichen Nettoprinzips, wonach immer nur das effektive Einkommen (oder populärwissenschaftlich ausgedrückt: das, was "unterm Strich" übrig bleibt) besteuert wird. Folglich zahlt man auf einen Gewinn, der beispielsweise durch Reisekosten gemindert ist, weniger Steuern als auf einen ungeminderten.

Hat es auswirkung auf die 17.500 Grenze?

Nein. Eine solche Grenze gibt es im Einkommensteuerrecht nicht.

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Warum arbeitest du dich nicht erst mal grundlegend in die Systematik des Einkommensteuer- bzw. des Umsatzsteuerrechts ein, bevor du irgendwas im Selbstversuch anstellst? Mit entsprechendem fundiertem und umfassenden Hintergrundwissen wäre die Beschäftigung mit diesem Thema jedenfalls deutlich leichter für dich.





Kommentar von Homm2000 ,

Vielen dank für die flotte Antwort.

Ich wollte mich mit Hilfe des Programmes eigentlich weiter in die Thematik einarbeiten. Für 500€ Umsatz wollte ich noch keinen Steuerberater auf suchen.

Das mit der Angabe von den KM ist in diesem Programm super dargestellt. Dort wird jeder km schon mit 30 cent berechnet und man muss nur noch die fahrten eintragen.

da ich einen raum in meiner wohnung als büro für meine tätigkeit nutze, werde ich den dann wohl mit hilfe der software auch noch angeben. schließlich sind das alles kosten die mein einkommen effektiv mindern ( so habe ich es verstanden, genauso auch wenn ich ein geschäftsessen habe ) und somit zahle ich logischweise auch weniger steuern.

Kommentar von vulkanismus ,

Blackleather hat es Dir so schön erklärt, aber Du scheinst nach wie vor etwas "ausserhalb" zu denken.

Mit dem WISO-Gelumpe wirst Du - was das Lernen betrifft - nicht weit kommen. Schon Wikipedia ist das viel besser.

Dann wäre Dir z.B. klar, dass die Sache mit dem Arbeitszimmer nicht so einfach ist. Ein solches ist ansonsten privat genutzter Raum nämlich nicht.

Auch mit den Geschäftsessen wäre ich vorsichtig. Bei einem Umsatz von 500 € wird jeder Finanzbeamte stutzig.

Übrigens: Du solltest Dich bei diesem Thema an Fachbegriffe gewöhnen. Immer und immer wieder vorgekaut mögen manche dies für Korinthenkackerei halten. Allerdings haben die auch nicht die vielen Erfahrungen. Wenn der Laie so sagt, versteht der Fachmann so. Und schon kannst Du ein Missverständis haben, das sehr ins Geld geht. 

Dein Einkommen wird nicht gemindert. Du hast einen niedrigeren Gewinn aus Gewerbebetrieb.

Dadurch wird Dein zu versteuerndes Einkommen nicht zu hoch (bei dauernden Verlusten wirst Du Probleme mit dem Finanzamt bekommen).

Ein Nebengewerbe dient nicht dazu, Steuern zu sparen.

Antwort
von Homm2000, 37

Vielen Dank für die erneute Antwort.

Ich glaube ich nehme das Arbeitszimmer wieder raus. Du hast recht, die werden bei 500€ schon genau hingucken und überlegen was ich in dem Zimmer mache, wenn ich nur 500€ erwirtschafte.

Ich hatte jetzt das Zimmer zu 50% zu genutztem Arbeitszimmer drin.

Das mit den weiteren Ausgaben wie zum Beispiel die Fahrt zum Kunden, werde ich aber wohl rein nehmen. Das das Finanzamt nicht gerne eine +- Bilanz sehen möchte ist mir auch klar. Deshalb ist am Ende schon ein Gewinn zu verzeichnen.

Aber ich denk mir diese Fahrten oder ähnliches ja nicht aus.

Dennoch vielen Dank für Eure Mühe

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