Frage von Anilein, 50

Bin verheiratet, 2 Söhne, haben Haus - können wir es an den Sohn vererben, der Pflege übernimmt?

Guten Abend, ich bin verheiratet, wir haben ein großes Haus und 2 erwachsene Söhne. Können wir unser Eigenheim mal den Sohn vererben, der zusagt, unsere späte Pflege mal zu übernehmen? Oder was ratet Ihr? Der andere Sohn würde natürlich einen finanziellen Ausgleich bekommen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von imager761, 45

Rechtlich gesehen hättet ihr beide all eurer Vermögen einschl. Immobilienbesitz für eure Pflegekosten einzusetzen.

Reicht das nicht aus, wären beide Söhne zum Elternunterhalt in Höhe der Pflegekostenlücke verpflichtet.

Da man ein Haus schlecht an zwei Erben vererben kann und besser diese Pflgepflicht vertraglich mit einem regelt, macht eure Idee Sinn.

Zum Inhalt: Notarieller Schenkungsvertrag mit Pflegepflichtvereinbarung. Die muss der Sohn nicht persönlich, aber finanziell leisten.

Zur Berechnung: Dieser geldwerte Vorteil wäre von dem Schenkungswert abzuziehen (2 x 500 EUR x 120 Monate = 120.000 EUR). Macht bei einem Verkehrswert von 250.000 EUR eine Schenkung von 130.000 EUR, die man hälftig dem zweiten Sohn als Ausgleich zuspreche könnte.

Allerdings hätte der Pflegende in euer beider Erbfälle das Recht, die tatsächlichen Pflgeleistungen vom Nachlass abzuziehen. Daher wäre es sinnvoll, keine konkrete lebzeitige Ausgleichszahlung vorzunehmen sondern in einem Testament festzuschreiben, das ein Ausgleich des schenkungswerten Anteils der Übergabe (130.000 EUR) nach Bereinigung des Pflgeausgleichsanspruchs auch dann vorzunehmen wäre, wenn die 10-Jahres-Frist dafür abgelaufen wäre, wenn ihr das so wollt.

Da das notariell beurkundet werden muss, solltet ihr das mit dem Notar besprechen.

G imager761

Antwort
von Rentenfrau, 32

Hallo Anilein, wenn ich Euch einen guten Rat geben darf, verbindet nicht die Pflege mit dem Haus vererben, das geht oft schief, denn zur persönlichen Pflege kann man niemanden "zwingen" auch nicht, wenn man ihm das Haus vererbt. das wäre auch ein richtiger Knebelvertrag. Es gibt doch die Hilfen der Pflegeversicherung (je nach Pflegestufe unterschiedlich hohe Hilfen), man hat Rente und Ihr könntet Euer Haus zur Absicherung Eurer Pflegekosten einsetzen. Braucht es das nicht, könntet Ihr das Haus dann beiden Söhnen vererben.

Kommentar von imager761 ,

verbindet nicht die Pflege mit dem Haus vererben, (...) das wäre auch ein richtiger Knebelvertrag.

Keinswegs. Die Pflgepflicht muss nämlich nicht persönlich erbracht werden, sondern es ist nur jemand zur Kostentragung verpflichtet.

Hilfen der Pflegeversicherung (je nach Pflegestufe unterschiedlich hohe Hilfen), man hat Rente

Du kennst offenbar das Pflegekostenrisiko nicht. Max. 1500 EUR der Pflegeversicherung und eine durchschnittlich halbe Rente (wovon soll der Ehepartner leben?) reichen nicht einmal für einen Pflegplatz Stufe I aus.

Ihr könntet Euer Haus zur Absicherung Eurer Pflegekosten einsetzen.

Und wo und vor allem von was lebt der nichtpflegebedürftige Partner? Und wenn er später zum Pflegefall würde?

Und kaum jemand möchte im Alter aus seiner gewohnten Umgebung entrissen in einem Heim untergebracht werden und seinen Lebenspartner nur als Besucher treffen :-O

Nein, die Idee ist schon gut: Wir möchten in unserem Haus gemeinsam alt werden, erforderlichenfalls rund um die Uhr Pflege für den Bedürftigen erhalten, keines unserer Kinder mit Elternunterhaltspflicht belasten, zum Sozialhilfeempfänger werden und Streit um das Haus vermieden, wenn einer von uns stirbt und eines der Kinder Pflichtteilsansprüche stellt, die zum Zwangsverkauf und "Umsiedelung" führen.

Statt dessen bekommst du, Sohn 1, schon jetzt das Haus, wenn du das alles zusicherst (Wohnrecht, Pflegepflicht).

G imager761

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community