Steuerklasse - neue und gute Antworten

  • Kann man das Jahr 2015 rückwirkend anders veranlagen, wenn man im Dezember im Ausland heiratet und die Ehefrau erst Mitte 2016 nach Deutschland ziehen kann?
    Antwort von EnnoWarMal ·

    Deine Zeitmaschine würde ich mir gern ausborgen. Gern auch gegen Geld, welches ich dir am 21. März 1865 in bar ausgehändigt haben werde.

    In unserer Zeit jedenfalls kann man Veranlagungen NUR "rückwirkend" durchführen. Mit diesem Manko müssen wir leider im Moment noch gelebt haben werden.

    Aber wie ist denn nun der konkrete Sachverhalt? Was 2016 passiert gewesen sein wird, wirst du ja sicherlich wissen. Man muss kein Prophet sein, um die richtigen steuerlichen Schlüsse zu ziehen.

  • Kann man das Jahr 2015 rückwirkend anders veranlagen, wenn man im Dezember im Ausland heiratet und die Ehefrau erst Mitte 2016 nach Deutschland ziehen kann?
    Antwort von wfwbinder ·

    Die Ehefrau wird erst durch ihren Zuzug nach Deutschland hier unbeschränkt steuerpflichtig. Wenn sie erst in 2016 nach Deutschland zieht, kann es auch erst ab 2016 die Zusammenveranlagung geben.

    Eine Ausnahme gibt es nur bei Leuten, wo der im Ausland lebende Ehegatte in einem EU-Land lebt. Da kann der Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht gestellt werden.

  • Wie ich bemerkt habe, wurde meine Steuerklasse seit Januar von 2 auf 1 geändert, auf Anfrage meinte das FA, weil ich 2014 geschieden wurde, was kann ich tun?
    Antwort von EnnoWarMal ·

    auf Anfrage meinte das FA, weil ich 2014 geschieden wurde,

    Entweder hat das Finanzamt keine Ahnung oder du hast was falsch verstanden. Ich tippe auf die erste Variante.

    Oder du meinst nicht die Lohnsteuerklasse.

    Wer verheiratet ist und Arbeitnehmer, hat zwangsläufig die 3, 4 oder 5.

    1 und 2 können nur Unverheiratete haben.

    6 können alle haben.

    Deinem Kommentar bei gandalf zufolge müsstest du die 2 haben.

    Nun ist der Unterschied sind 2.148 Euro im Jahr, also 179 Euro pro Monat. Als Freibetrag. Bi einem Steuersatz von angenommen 30% hast du also 54 Euro weniger im Monat netto. Mithin eine Erstattung von 648 Euro bei der Festsetzung und Abrechnung der Einkommensteuer - isoliert betrachtet.

  • Wie ich bemerkt habe, wurde meine Steuerklasse seit Januar von 2 auf 1 geändert, auf Anfrage meinte das FA, weil ich 2014 geschieden wurde, was kann ich tun?
    Hilfreichste Antwort von gandalf94305 ·

    Steuerklasse 2 ist für Alleinerziehende.

    Steuerklasse 1 wäre nicht anzuwenden, wenn Du weiterhin alleinerziehend bist, d.h. mit keiner volljährigen Person, für die Du kein Kindergeld beziehst, in einem Haushalt lebst.

    Steuerklasse 1 wäre anzuwenden, wenn das Kind, das noch in 2014 bei Dir lebte, nicht mehr bei Dir, sondern dem anderen Elternteil lebt. Dann bist Du zwar alleinstehend, aber nicht alleinerziehend.

    Daher stellen sich Fragen:

    - Welche Kinder gibt es?

    - Wie alt sind die Kinder?

    - Bei wem leben die Kinder?

    - Was hat sich daran zwischen 2013 bis heute geändert?

    Alle 2 Antworten
    Kommentar von Ratlos1966 ,

    Danke erstmal. Antworten:

    Alleinerziehend seit 2008 1 Kind 22 Jahre, Schüler, erhalte Kindergeld 1 Kind 15 Jahre, Schüler, erhalte Kindergeld. beide leben bei mir. Kein weiterer Erwachsener bei mir gemeldet. Geändert hat sich lediglich 2014 mein Status von getrennt lebend zu geschieden.

    Hätte dies gerne bei meiner Frage schon angegeben - hatte aber nur 2 Zeilen zur Verfügung. Habe die Änderung der Steuerklasse wegen meines wechselnden Einkommens nicht bemerkt. Sicher erst mal mein Fehler - hätte ich prüfen müssen.

    Habe beim FA nachgefragt. Nach deren Auskunft habe sie die Steuerklasse wegen der Scheidung geändert?! Ich solle jetzt einen vereinfachten Antrag auf Lohnsteuerermässigung stellen. Für die Zeit von Januar bis jetzt, werde ich aber kein Rückerstattung bekommen. Gerade dies ärgert mich aber.

    Kommentar von gandalf94305 ,

    Für die Einordnung in Steuerklasse 2 spielt es keine Rolle, ob Du ledig, getrennt lebend, geschieden oder verwitwet bist. Insbesondere ändert sich durch die Scheidung dieser Status nicht. Grundlage ist §24b EStG. Der steuerliche Status "alleinerziehend" ist dadurch definiert,

    • daß Du für mind. ein minderjähriges Kind, für das Du Kindergeld bekommst, im eigenen Haushalt sorgst und
    • daß keine weitere volljährige Person im Haushalt lebt, für die Du kein Kindergeld bekommst.

    Das ist nach Deiner Schilderung gegeben. Also stellst Du einen Antrag auf Einstufung in Steuerklasse 2 unter Berufung auf §24b EStG, dessen Voraussetzungen vorliegen.

    Die Steuerklasse ist nicht der wesentliche Punkt. Zu viel bezahlte Lohnsteuer bekommst Du bei der Veranlagung im Folgejahr wieder zurück. Es geht um die Anerkennung des Alleinerziehenden-Freibetrags von 1.908 EUR plus 240 EUR für das zweite Kind. Bei einem Steuersatz von z.B. 25% spart Dir das knapp 600 EUR an Steuern.

    Kommentar von EnnoWarMal ,

    spart Dir das knapp 600 EUR an Steuern.

    Nein. Eine Steuerklasse spart keinen Cent Steuern. Sie verschiebt nur den Zahlungsfluss.

    Sonst eine super Antwort. DH!

    Kommentar von gandalf94305 ,

    Es spart schon Steuern, denn mit Einordnung in StKl 1 ist das Finanzamt ja offensichtlich der Meinung, daß die Voraussetzungen für StKl 2 nicht vorliegen, mithin der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende nicht zu gewähren ist. Es geht also nicht nur um Lohnsteuer, die ggf. im Folgejahr zurückerstattet wird, sondern anscheinend auch um die generelle Frage der Gewährung des Freibetrags.

    Kommentar von LittleArrow ,

    Hätte dies gerne bei meiner Frage schon angegeben - hatte aber nur 2 Zeilen zur Verfügung.

    Ja fast, nämlich eine begrenzte Zeichenzahl von 160 für die Hauptfrage.

    Aber gehe bitte nochmal spasseshalber in eine neue Frageeingabe. Dort findest Du unter dem Feld für die Hauptfrage den fast unübersehbaren Link "Weitere Details hinzufügen", das wäre Dein zusätzlicher Platz für die Fragebeschreibung gewesen.


    Kommentar von Ratlos1966 ,

    Meine Frage bezieht sich auf die Steuerklasse.

    Nach meiner Trennung 2008 erhielt ich auf Antrag Steuerklasse 2. Seit 2015 habe ich Steuerklasse 1, obwohl ich alleine mit zwei Kindern lebe, für die ich Kindergeld beziehe. Auf Nachfrage beim FA (als ich das erst jetzt bemerkt habe!) weshalb das geändert wurde, erhielt ich die Auskunft das liege an meiner Scheidung im letzten Jahr. Zwar könne ich ab sofort wieder die Steuerklasse 2 beantragen, aber dies würde nicht mehr rückwirkend gehen.

    Bezüglich einer möglichen Rückerstattung:

    Ich habe zum einen noch nie einen Lohnsteuerjahresausgleich gemacht. Zum anderen brauche ich monatlich jeden Euro.

    Sicher hätte ich es sofort bemerken sollen - habe ich aber halt nicht. Dachte auch nicht das das FA einfach mal so die Steuerklasse ändert. Was soll ich denn außer dem Antrag auf Lohnsteuerermässigung noch tun um für die Monate ab Januar zuviel gezahlte Lohnsteuer wieder erstattet zu bekommen?

    Danke für die bisherigen Antworten, besonders auch an LittleArrow bezüglich der Frageeingabe.

    Kommentar von gandalf94305 ,

    Ok. Dann ist das wohl so:

    - Steuerklasse X - und dann Trennung und auf Antrag Steuerklasse 2.

    - Scheidung - Finanzamt ist ahnungslos und stuft Dich auf Verdacht in Steuerklasse 1 ein. Das ist eine Änderung der ELStAM-Daten und hätte eine Nachricht an Dich auslösen müssen.

    - Du kannst nun erneut einen Antrag auf Steuerklasse 2 stellen, der wohl genehmigt wird, aber nur für September und folgende Monate gilt (für August ist es wahrscheinlich zu spät).

    - Die zuviel gezahlte Lohnsteuer (aufgrund Fehlens des Freibetrags für Alleinerziehende) für Jan-Aug bekommst Du erst in 2016 per Einkommensteuererklärung zurück.

    Generell (und das ist unabhängig von Deiner Lohnsteuerklasse und den obigen Ereignissen) kannst Du einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung stellen, um absehbare Werbungskosten etc. bereits beim Lohnsteuerabzug zu berücksichtigen, wenn das zu einer Steuerermäßigung führen wird.

  • Ich habe Steuerklasse 2, habe 1 Kind, bin allein erziehend, kann ich mit einer Steuerrückerstattung rechnen wenn ich 2014 nur 3,5 Monate gearbeitet habe?
    Antwort von wfwbinder ·

    1. Das wichtigste, das Elterngeld fehlt noch immer, ich schätze es nach den Lohndaten auf ca. 900,- - 920,- Euro.

    2. Deine tatsächliche  Werbungskosten fallen nicht ins Gewicht, denn statt der 400,- Euro bekommst Du die 1.000,- Euro Arbeitnehmerpauschale angerechnet.

    3. mal ganz vorsichtig geschätzt (wegen der fehlenden Angaben) denke ich Deine Steuerschuld für 2014 auf ca. 330,- Euro und demnach eine Erstattung von 270,- Euro. Aber wie geschrieben mit Vorsicht. Es könnte auch nur eine Erstattung von 150,- werden.

    Kommentar von Bambi6 ,

    Hallo, zuersteinmal vielen Dank, dass Du Dich nochmals meines Problems angenommen hast :-).

    zu Punkt 1) Ich habe kein Elterngeld, sondern Hartz IV bis 15.09.14 bekommen, zzgl. Unterhaltsvorschuß vom Jugendamt und Kindergeld.

    zu Punkt 2) Ist es nicht so, dass wenn ich über 1.000 € Werbungskosten komme, dass dann anders berechnet wird? Da würde ich ja mit den km und den Werbungskosten schon drüber kommen, ferner hätte ich evtl. noch berufliche Dienstreisen/Vorstellungsgespräche mit 1.500 € abzusetzten (habe aber keine Belege darüber, sondern müsste einen sogenannten "Eigenbeleg" erstellen, dann eben zzgl. die ca. 400 € evtl. auch noch mehr....aber die km und die 400 € wären ja dann schon ca. 1.700 €

    zu Punkt 3) ich könnte die Beträge heute genau nachsehen und mich morgen hier nochmals melden....

    Vielen Lieben Dank aber schon mal vorab für die fachmännische Auskunft! Ich tendiere jetzt doch in die Richtung, die Erklärung zu erstellen, wenn ein bissl etwas raus kommen würde, ware schön :-)

    Viele Grüße Nicole

    Kommentar von wfwbinder ,

    1. Damit warst Du nicht im Mutterschutz sondern in ALG II und somit fällt bei Dir keine Steuer an, denn ALG II ist steuerfrei. Also volle Steuererstattung.

    2. ist gem. 1. völlig unbeachtlich, weil bei der Summe die Steuer sowieso 0,- euro ist.

    3. Wie schon geschrieben, ALG II ist nicht steuerpflichtig udn unterliegt nicht dem Progressionsvorbehalt. Du brauchst die Erklärung nur in der einfachen Form auszufüllen udn alles kommt zurück.

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