Gold - neue und gute Antworten

  • Wieso steigt der Goldpreis (langfristig, konjunkturunabhängig) viel langsamer als das BIP?
    Antwort von coolsweet ·

    Hallo,

    Gold hat mit dem BIP so gut wie nichts zu tun, da dadurch ja nicht automatisch die Nachfrage nach Gold steigt, schließlich erwerben bspw. in Deutschland aktuell weniger als 9% der Bürger Gold. Es gab mal Zeiten in denen der Anteil der Goldbesitzer wesentlich höher war. Dies liegt natürlich auch u.a. an den privaten Medien welche lieber den Kunden auf Anlagen aufmerksam machen, welche wesentlich höhere Provisionen einbringen.

    Was Gold allerdings über Jahrhunderte und sogar Jahrtausende immer in etwa gut abbildet und daher gilt es auch zurecht als das einzig wahres Geld, ist der Kaufkrafterhalt. Für die selbe Einheit Gold in Gewicht bekam man bspw. schon im antiken Rom einen Anzug und heute einen Maßanzug, ebenso wie Anfang des 20 Jahrhundert einen Mittelklassewagen wie heute im 21. Jahrhundert. Gold ist also "langfristig" eine gute Anlage um Kaufkraft zu erhalten. 

    Der Hauptgrund hingegen weshalb Gold in Dollar und Euro immer teurer wird ist schlichtweg der Verfall des heutigen Papiergeldes, so bekam man bspw. Anfang der 20er Jahre ein Ford T-Modell für nur paar hundert Dollar, heute hingegen kostet ein Mittelklassewagen mindestens etwa 30.000 USD. Wenn Du jetzt also eine Zeitmaschine hättest, was würdest Du mitnehmen: Dollar oder Gold?

    Zudem wird natürlich auch Gold teilweise durch andere faktoren wie auch Spekulanten im Preis bestimmt, da es aber nicht künstlich erzeugt werden kann stellt sich "langfristig" zumindest immer etwa der kaufkrafterhalt ein. Selbst zu Zeite als die Spanier Mittelamerika des Goldes beraubten und den europäischen Markt quasi mit Gold überschwemmten gab es nur eine moderate Goldinflation.

    Mein Tipp: Betrachte Gold als Sicherheit - daher gehören bekanntlich auch 10 bis 30% Gold in jedes gesunde Vermögensportfolio dazu. Als Spekulationsobjekt hingegen ist Gold generell nicht geeignet. Wobei man sich natürlich auch fragen sollte ob bspw. Alternativen wie bspw. ein Riestervertrag mit 0,9% Garantiezins besser sind, wenn allein die Inflation im Durchschnitt bei 3% liegt. Gold kennt keine Inflation und daher braucht Gold auch keine Zinsen, welche, wie obiges Beispiel zeigt, generell eh nur Wertsteigerung vorgaukeln.

    Besten Grüße

  • Wieso steigt der Goldpreis (langfristig, konjunkturunabhängig) viel langsamer als das BIP?
    Antwort von wfwbinder ·

    Wenn Du es schaffen solltest einen Zusammenhang zwischen BIP und Goldpreis herzustellen und das wissenschaftliche zu begründen, dann hast Du vermutlich Chancen den Nobelpreis für Wirtschaftswisssenschaften zu bekommen.

    Den ersten Sprung machte der Goldpreis von 1972 bis 1981, nach der Aufhebung der Golbindung des Dollars. Dann kam eine "Hängematte" die von 1981 bis ca. 2006 reichte, erst da wurde der Preis von 1981 wieder erreicht.

    Dann kam eine Zeit der Anstiege (krisenbedingt), aber auch Verlusten.

    Gold ist ein Spekulationsobjekt.