Hallo AMICA,
Sie schreiben:
Frührente ja oder nein?
Antwort:
Das Wort "Frührente" ist ein Überbegriff und beinhaltet sowohl vorgezogene Altersrenten mit entsprechenden Abschlägen als auch teilweise- und volle Erwerbsminderungsrenten mit ebenfalls entsprechenden Abschlägen.
Da Sie nichts von einer Erkrankung oder Leistungsminderung schreiben ist wohl davon auszugehen, daß Sie eine vorgezogene Altersrente mit Abschlägen meinen.
Wenn Sie also aktuell 63 Jahre sind, dann wären Sie nach Adam Riese ca. 1950 geboren.
Die in Frage kommenden Möglichkeiten sind, je nachdem wie Ihre Erwerbsbiographie ist, sehr unterschiedlich.
Eine umfassende Darstellung der einzelnen Möglichkeiten finden Sie unter folgendem Link der DRV:
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/258148/publica...
Auszug:
Ab dem Jahr 2012 wird für ab 1947 Geborene bis zum Jahr 2029 die Regel-
altersgrenze schrittweise auf 67 Jahre angehoben; ab dem Geburtsjahr
gang 1964 ist 67 die Regelaltersgrenze. Schwerbehinderte Menschen und
Ver sicherte, die 45 Jahre Pflichtbeitragszeiten und Berücksichtigungs
zeiten zurückgelegt haben, können aber weiterhin ohne finanzielle Einbu
ßen nach Vollendung des 65. Lebensjahres in Rente gehen. Schwerbehin
derte Menschen, die vor 1952 geboren sind, können bereits ab 63 Jahren
eine Rente ohne Abschläge erhalten.
Lesen Sie die weiteren Einzelheiten bitte direkt in der Broschüre nach und wenn dann noch Fragen offen sind, wenden Sie sich direkt an Ihre DRV und lassen sich entsprechend beraten.
Richtig ist, daß die Witwenrente bei Überschreiten gewisser Freibeträge gekürzt wird, was sich sowohl auf die Rente als solche als auch auf Ihren Zusatzverdienst auswirkt.
Was da dann letztendlich unter den zusätzlichen, steuerlichen Gesichtspunkten unter dem Strich exakt dabei rauskommt, das ist ein Kapitel für sich.
Sie müßen also zunächst mit Ihrer Rentenversicherung abklären, in welcher Höhe Ihre Rentenbezüge ganz genau ausfallen und mit diesen Infos mit einem Lohnsteuerhilfeverein genau ermitteln, welche Steuern dann ggf. genau anfallen.
Oft gestaltet sich das Ganze für Bezieher von Witwen/Witwerrenten als Nullsummenspiel, weil ja die Witwenrente unter dem Hinzuverdienst leidet, sprich Leistungswillige werden durch Kürzungen bestraft und viele Bezieherinnen von Witwenrenten zahlen unter dem Strich drauf!
Ein weiterer Gesichtspunkt sollte natürlich auch die Lebensqualität mit einbeziehen, denn wenn Sie nicht mehr zur Arbeit müßen, haben Sie in der Regel weniger Aufwand und weniger Stress, Sie erhalten spürbar mehr Freizeit für Hobbys und können mehr für Ihre Gesundheit tun.
Viele Leute arbeiten bis zum letzten Tag und fallen dann in ein tiefes Loch, weil Sie mit sich und den Ihrigen in der Freizeit nichts anzufangen wissen!
Auch Freizeit muß gemanagt werden, auch Freizeit braucht ein tägliches Programm!
Was ist die klügere Lösung, kann man das sagen?
Antwort:
Die klügere Lösung ist, wie oben beschrieben, alle Einkünfte und Abgaben einander gegenüber zu stellen und den gesundheitlichen Aspekt nicht außer acht zu lassen.
Das Leben ist sehr kurz, niemand weiß, was morgen ist!
In den letzten Jahren jagt eine Rentenreform die nächste und nach den kommenden Wahlen wird es sicherlich wieder manche Überraschungen geben.
Denken Sie doch nur an die brutale Heraufsetzung des Renteneintrittsalters für die armen Frauen von ursprünglich 60 Jahre auf aktuell 67 Jahre, je nach Geburtsjahrgang.
Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit
Konrad Huber
Hier noch einmal der Link, der nun hoffentlich funktioniert:
http://www.brutto-netto-rechner.info/grundsicherung.php