Freibetrag - neue und gute Antworten

  • Mein ehemaliger Arbeitgeber überträgt die Ansprüche auf Ruhegeldzahlung auf einen Pensionsfonds (Allianz). Behalte ich meinen bisherigen Vorsorge-Freibetrag?
    Antwort von Petz1900 ·

    Einen Vorsorgefreibetrag gibt es nicht.

    Es gibt einen Versorgungsfreibetrag nach § 19 Abs. 2 EStG, den es dann nicht mehr gibt:
    https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__19.html

    Nach § 24a EStG könnte es evtl einen Altersentlastungsbetrag geben, da müsste man hier die Nr. 4 prüfen:
    https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__24a.html

    Die verweist auf § 22 EStG, den sich wohl Juristen ausgedacht haben müssen:

    11Wird eine Versorgungsverpflichtung nach § 3 Nummer 66 auf einen Pensionsfonds übertragen und hat der Steuerpflichtige bereits vor dieser Übertragung Leistungen auf Grund dieser Versorgungsverpflichtung erhalten, so sind insoweit auf die Leistungen aus dem Pensionsfonds im Sinne des Satzes 1 die Beträge nach § 9a Satz 1 Nummer 1 und § 19 Absatz 2 entsprechend anzuwenden; § 9a Satz1 Nummer 3 ist nicht anzuwenden

    Mir ist der Satz zu kompliziert.......

  • Mein ehemaliger Arbeitgeber überträgt die Ansprüche auf Ruhegeldzahlung auf einen Pensionsfonds (Allianz). Behalte ich meinen bisherigen Vorsorge-Freibetrag?
    Antwort von GoaSkin ·

    Betriebsrenten, private Zusatzrenten und sonstige Ersparnisse sind drei paar Schuhe.

    Der Sparer-Freibetrag (801 Euro im Jahr) bezieht sich nur auf Zinsen und Kapitalerträge von Geldanlagen, die nicht im Rahmen einer Rentenversicherung erzielt werden.

    Unter dem Deckmantel einer Rentenversicherung kann man dann privat weiteres Geld gewinnbringend zum Zwecke der Altersvorsorge anlegen. Auch hier kann es u.U. zu einer Besteuerung der Erträge kommen, aber auf einer anderen rechtlichen Grundlage und unabhängig von den 801 Euro.

    Doch was nun ein Betrieb für seine Mitarbeiter unternimmt, um eine betriebliche Altersvorsorge zu ermöglichen, hat mit beiden genannten Fällen ebenfalls nichts zu tun. Was der Betrieb für eine betriebliche Altersvorsorge aufwendet, ist für den Arbeitnehmer kein steuerpflichtiger, geldwerter Vorteil, sondern viel mehr wie ein Gehaltsverzicht. Betriebliche Vorsorge hat auch ihre Grenzen, doch sie sind viel mehr wie eine Betriebsausgabe, mit der der Arbeitnehmer nichts am Hut hat, bis er irgendwann einmal Betriebsrente bekommt. Steuerrechtlich ist das so, als ob das Kapital dem Betrieb gehört und nicht dem Arbeitnehmer, auch wenn der Arbeitnehmer einen Anspruch darauf hat, irgendwann Betriebsrente zu erhalten.

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    Kommentar von AnniCordes ,

    Die Antwort geht an meiner Fragestellung vorbei: Ich bin Altrentner und erhalte bereits Bezüge vom ehemaligen Arbeitgeber. Was ändert sich durch Übertragung der Zahlungsverpflichtung des AG in steuerlicher Sicht für mich: Behalte ich den Freibetrag für Versorgungsbezüge obwohl die Allianz die Bescheinigung der Zahlungen als nach § 22 Nr. 5 S. 1 EStG verschickt? Ich wäre dankbar, wenn Sie fachlich fundierte Rat geben können.

  • Kann man einen Steuerfreibetrag rückgängig machen?
    Antwort von tt290 ·

    Ein Wechsel der ELStAM ist immer nur zum 1. des Folgemonats möglich, sprich du bist für 2017 zur Abgabe der ESt-Erklärung verpflichtet. Diese Pflichtveranlagung wird bei Eintragung der ELStAM vermerkt, sodass die Abgabe der Erklärung maschinell überwacht wird.

    Aus welchem Grund willst du denn keine Erklärung abgeben?

  • Steuerfreibetrag oder doch lieber Einkommenssteuererklärung?
    Hilfreichste Antwort von EnnoWarMal ·

    Ich verstehe nicht, was gemeint ist.

    Den Lohnsteuerjahresausgleich macht der Arbeitgeber, wenn er dazu verpflichtet ist oder es freiwillig tut. Dabei fragt er nicht nach individuellen Merkmalen, sondern startet lediglich einen Probelauf im Lohnprogramm. Damit werden die über das Jahr entstandenen Spitzen in der Progression geglättet. Mehr passiert da nicht.

    Gesetzliche Grundlage ist § 42b EStG: http://www.buzer.de/gesetz/4499/a62294.htm

    Damit hast du als Arbeitnehmer nichts zu tun, außer dass du im November einen langen Lohnzettel bekommst.

    Was meinst du also?

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    Kommentar von menko ,

    Vielleicht habe ich das falsche Wort benutzt. Ich bin in dem Thema nicht sehr bewandert. Ich meine die Steuererklärung, die man am Anfang des nächsten Jahres für das vorangegangene abgibt und bei der man hoffentlich immer ein bisschen was zurück bekommt. 

    Kommentar von EnnoWarMal ,

    Ich meine die Steuererklärung

    Das wäre in deinem Fall die Einkommensteuererklärung.

    Ich finde es praktisch, wenn man die Dinge so nennt, wie sie heißen. Erstens haben sie den Namen extra dafür und zweitens macht es anderen Leuten einfacher zu verstehen, wovon die Rede ist.

    Im Fall der Einkommensteuererklärung steht der Name sogar gleich ganz vorn auf der ersten Seite ganz oben draufgedruckt. Muss man also nur ablesen.

    So ergibt die Frage auch einen Sinn:

    Eine Einkommensteuererklärung musst du ohnehin abgeben, siehe mein Kommentar zu Tina34.

    Kommentar von menko ,

    Zunächst einmal vielen Dank für die Aufklärung. Also, wird ein Steuerfreibetrag eingetragen, ist es Pflicht eine Einkommenssteuererklärung abzugeben, verstehe ich das richtig? Ist dem so, stellt sich für mich jedoch immer noch die Frage: Was lohnt sich in meinem Fall mehr? Gibt es überhaupt Unterschiede zwischen beiden Modellen? (Modell A Freibetrag / Modell B Einkommenssteuererklärung) Wie gesagt, ich würde ein Mehr an monatlichem Netto deutlich präferieren. 

    Kommentar von EnnoWarMal ,

    Was lohnt sich in meinem Fall mehr?...ich würde ein Mehr an monatlichem Netto deutlich präferieren.

    Na dann ist doch die Sache klar. Der Freibetrag muss beantragt werden.

    Dann wird weniger Lohnsteuerabgezogen und entsprechend weniger Lohnsteuer auf die Festzusetzende Einkommensteuer angerechnet.

    Kommentar von menko ,

    Also macht es am Ende keinen Unterschied? Diesen Fahrtkostenersatz muss ich gleichermaßen auch in der Einkommenssteuererklärung angeben?

    Kommentar von EnnoWarMal ,

    Natürlich. Es muss doch dasselbe bei rauskommen.

  • Steuerfreibetrag oder doch lieber Einkommenssteuererklärung?
    Antwort von Tina34 ·

    Brutto vom AG pauschaliert?  Wobei wenn ich mal pauschal rechne:

    76 x 15 x 0,30 = 342 € - 250 € = 92 € x 12 = 1104,- € 

    ob da noch wirklich viel übrig bleibt für den Steuerfreibetrag......

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    Kommentar von menko ,

    Danke für die schnelle Antwort. 

    Na dann macht es wohl wenig Sinn. 

    Entnimmt das Finanzamt diese Summe auch im Lohnsteuerjahresausgleich?

    Kommentar von EnnoWarMal ,

    ob da noch wirklich viel übrig bleibt für den Steuerfreibetrag.....

    Falsche Herangehensweise. Du hast Einnahmen und Werbungskosten nicht getrennt, sondern durcheinandergeschmissen.

    Eben weil der Arbeitgeber Werbungskosten erstattet, müssen sie in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Ansonsten unterliegt der Erstattungsbetrag - soweit er die Werbungskosten nämlich übersteigt - der tariflichen Einkommensteuer.

    Und das hat auch nicht mit einem eingetragenen Werbugskostenfreibetrag zu tun. Außer dass dieser dafür sorgt, dass eine Abgabeverpflichtung besteht.

    Kommentar von menko ,

    Okay, soweit so gut. Nur was bedeutet das jetzt für mich und meine Frage? Lohnt es sich eher die Einkommenssteuererklärung zu machen, oder ist es im Grunde völlig unerheblich, da beides aufs selber hinausläuft?