Einspruch - neue und gute Antworten

  • Finanzämter lassen sich oft viel Zeit mit der Entscheidung von Einspruchsverfahren, welche Nachteile können dem Steuerpflichtigen dadurch entstehen?
    Antwort von Gaenseliesel ·

    Hallo,

    wenn man nicht sicher ist, dass der Einspruch Erfolg haben wird, ist man erst einmal gut beraten, die im Bescheid festgesetzten Steuern zu bezahlen( auf eine Aussetzung der Vollziehung verzichten )

    Bei einem Einspruch gegen einen Steuerbescheid, wird dieser Steuerbescheid jedoch erst einmal nicht bestandskräftig. Der komplette Steuerfall wird aber neu aufgerollt und jede einzelne Zahl und Angabe der Steuererklärung wird akribisch geprüft – nicht nur der im Einspruch beanstandete Fehler.

     Beantragt man im Einspruch gleichfalls die Aussetzung der Vollziehung und verliert, müssen nicht nur die bisher ausgesetzten Steuern nachgezahlt werden, sondern auch Aussetzungszinsen pro Monat ab Fälligkeit. Die Zinsen können bei einem monatelangen Streit mit dem Finanzamt ganz schön ins Geld gehen.

    Es an passieren, dass der Sachbearbeiter im Finanzamt neben dem Fehler, wegen dem du Einspruch erhebst, einen weiteren Fehler zu deinen Ungunsten findet. Dann wird auch dieser Fehler im Einspruchsverfahren korrigiert.

    Ansonsten kenne ich ( als Nichtfachfrau) keine Nachteile.

    Kommentar von wurzlsepp6682 ,

    ich habe beim Finanzamt noch einen Einspruch für das Jahr 2010 laufen ...

    Anruf bei der Rechtsbehelfstelle: wann wurde der eingereicht? Antwort: im April 2014 (Anruf war im Herst 2015 ...) Kommentar des Sachbearbeiters: och, dann ist ja praktisch die Farbe des Eingangsstempels noch nicht mal trocken ....

    Momentane Bearbeitungszeit Rechtsbehelfstelle: MIND. 3 Jahre .....

    Problem: Mandant bekommt durch Einspruch wieder Geld zurück, wird zwar verzinst, aber Gefahr besteht, dass der Zins über den Freibetrag geht und somit auf den Zins Einkommensteuer fällig wird ...

    Kommentar von Gaenseliesel ,

    ist ja irre.... 5 Jahre brauchen die für  die Bearbeitung ? 

    Sieh mal hier betr. Zinsen auf Steuererstattungen: 

    https://www.smartsteuer.de/portal/tipp/zinsen-auf-steuererstattungen/483.html

    Kommentar von LittleArrow ,

    @wurzlsepp6682:

    auf den Zins Einkommensteuer fällig wird

    Selbst der Nettoertrag nach ca. 28 % Kapitalertragsteuer, Soli und KiSt von 6 % p.a. ist doch nach 5 Jahren nicht zu verachten:-)

    Kommentar von Gaenseliesel ,

    grins.... da lohnt es sich die Beine still zu halten, stimmt !

    Kommentar von Moneysac ,

    Das ist die beste sichere Zinsanlage überhaupt :D Kann man nicht ab 6 Monaten sogar Untätigkeitsklage einreichen? Nicht, dass ich das in diesem Fall tun würde mit dieser Verzinsung ;-)

    Worum es mir geht, sind so Sachen wie Verjährungsfristen, letztendlich hat man ja erst absolute Rechtssicherheit, wenn die Verjährungsfrist abgelaufen ist, solange kann ein Bescheid auch durch aberwitzige "neue Tatsachen", "offenkundige Unrichtigkeit" etc. noch verändert werden. Auf der anderen Seite verfolge ich die Rechtssprechung genau und sollte sich ein Vorteil ergeben kann beim offenen Bescheid auch noch der ein oder andere Antrag gestellt werden.

    Kommentar von Gaenseliesel ,

    Hi,

    eine Verjährung kann meiner Meinung nach nicht entstehen, weil sich der Steuerfall noch in Bearbeitung befindet.

    Ein Widerspruch gegen den Widerspruchsbescheid ist nicht statthaft.

    Dir bleibt dann nur gemäß § 74 Abs. 1 Satz 1 VwGO die Anfechtungsklage, die innerhalb eines Monats nach Zustellung des Widerspruchsbescheids erhoben werden muss. 

    Zur Möglichkeit der Untätigkeitsklage:

    http://www.steuertipps.de/lexikon/u/untaetigkeitsklage

    oder google selbst nach Stichworten wie: Steuer/ Widerspruch/Untätigkeitsklage

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