Buchführung - neue und gute Antworten

  • Kassenbuch, elektronische Registrierkassen - wie funktioniert das genau?
    Antwort von wfwbinder ·

    Der Witz der elektronischen Registrierkassen liegt ja darin, dass man die Werte in eine Exceltabelle überspielen kann, oder ein ein kassenbuchprogramm. Da trägt man dann noch die Ausgaben ein.

    Wenn man buchführungspflichtig ist, reicht eine einfache Exceltabelle als Kassenbuch nicht. Es muss entweder ein laufend geführtes handschriftliches Kassenbuch sein, oder ein anerkanntes (von der Finanzverwaltung zugelassenes) elektronisches Kassenbuch.

  • Lieber auf Kassenbuch verzichten?
    Antwort von wfwbinder ·

    Als Jemand der seinen Gewinn gem. § 4 Abs. 3 EStG ermittelt (Einnahmen- Ausgabenüberschussrechnung) bist Du nicht zur Buchführung verpflichtet. Also reicht es die Einnahmen und Ausgaben zu erfassen.

    Damit besteht auch keine Pflicht zur Führung eines Kassenbuches.

    Aber Du musst sicher stellen, dass die Einnahmen zeitnah und vollständig erfasst werden.

    Kommentar von Hugo12345 ,

    Aber ich mache ja freiwillig so eine Excel-Liste in Kassenbuchform. Gefällt mir eben. Auch in meiner Buchführung erscheint das Konto "Kasse". Darf ich das weiter so machen oder sollte ich das lieber so machen wie von dir beschrieben?

    Kommentar von wfwbinder ,

    Solange eine Einnahmen - Ausgaben - Überschussrechnung gemacht wird, reicht es.

    Kommentar von Hugo12345 ,

    Hallo und danke für deine Antworten :-)

    Ok, reichen tut es.

    Aber meine Frage:

    Wenn ich freiwillig ein Kassenbuch führe, darf ich das dann mit einer Ecxeltabelle machen? 

    (Ich habe gelesen, jemand mit Einnahme-Überschussrechnung ist nicht verpflichtet ein Kassenbuch zu führen, aber wenn er es freiwillig macht, dann muß er die Kasse so führen wie es auch ein Bilanzierender tun muß). Aber leider steht überall etwas anderes.

    Kommentar von wfwbinder ,

    Das habe ich doch ausdrücklich geschrieben, solange die EÜR gemacht wird reicht es.

    Kommentar von Hugo12345 ,

    Ja, es reicht.

    Aber das war ja nicht meine Frage :-)

    Würdest du einem Mandanten, mit 99% Bareinnahmen nicht raten, freiwillig ein Kassenbuch zu führen?

    Falls ja, würdest du ihm sagen, er kann eine Exceltabelle machen, das genügt so, da er ja freiwillig ein Kassenbuch führt und somit an keine Vorschriften gebunden ist ?

    Kommentar von Hugo12345 ,

    Nehmen wir mal an, in dein Steuerbüro kommt ein neuer Mandant, ein Friseurmeister, der eine Einnahme-Überschuss-Rechnung macht.

    Würdest du ihm empfehlen, ein Kassenbuch zu führen, obwohl er ja dazu eigentlich nicht verpflichtet ist?

    Falls ja, nehmen wir mal an, er hat keine Registrierkasse und möchte eine Exceltabelle ohne irgendein Kassenbuchprogramm machen. Würdest du ihm sagen, dass er das so machen kann?

    Danke :-)

    Kommentar von wfwbinder ,

    Ich würde jedem der ernsthaft ein Gewerbe führt, raten eine Buchhaltung zu machen. Nicht weil wir damit eventuell ein paar Euro verdinen (wir können ihn auch an einen Buchführungshelfer vermitteln, oder er macht es selbst), aber allein die Zahlen, die er für die Betriebsführung gewinnt, sind sinnvoll.

    Ich mache die Buchhaltung ja nicht für das Finanzamt, sondern für mich.

    Kommentar von Hugo12345 ,

    Klar Buchhaltung.

    Aber was ist mit der Kasse?

    Kommentar von wfwbinder ,

    Eine Buchhaltung beinhaltet die Führung eines Kassenbuchs.

    Kommentar von Hugo12345 ,

    Achso, ok.

    Noch eine Frage:

    Nehmen wir mal an, zu dir kommt ein Gewerbetreibender, der macht eine Einnahmeüberschussrechnung. Würdest du ihm sagen, dass er das in Form einer Exceltabelle machen kann, da er ja normalerweise gar nicht dazu verpflichtet ist und er die Kasse deshalb führen kann wie er möchte im Gegensatz zu Bilanzierenden?

    Kommentar von wfwbinder ,

    Richtig, kann er machen, aber dann mache ich nicht seine Steuererklärungen.

    Wenn ich nicht weis, wie er auf den Gewinn gekommen ist, mache ich mit dem Ergebnis keine Steuererklärungen. und die Prüfung der Sache ist fast so teuer wie es zu ermitteln.

    Kommentar von Hugo12345 ,

    Also möchtest du mir damit sagen, dass jemand, der eine Einnahmen-Überschussrechnung macht, aber freiwillig eine Kasse führt (wie ja auch von dir empfohlen) genauso an die Vorschriften (z.B. ab 01.01.2017) gebunden ist, wie ein Bilanzierender?

    Kommentar von Hugo12345 ,

    Also führen bei dir sämtliche Mandanten eine GoBD-konforme Kasse?

    Kommentar von wfwbinder ,

    Also führen bei dir sämtliche Mandanten eine GoBD-konforme Kasse?

    Nein, das habe ich nicht gesagt.  Wenn wir die Gewinnermittlungen vornehmen, also den Jahresabschluss erstellen, nehmen wir die Aufzeichnungen des Mandanten als Basis, die er hat.

    Nur würde ich keinen vom Mandanten ermittelten Gewinn einffach ungeprüft übernehmen.

    Kommentar von wfwbinder ,

    Nein, es ist nicht an die Vorschriften gebunden, weil er nicht in die REgeln fällt. Ich empfehle nur es freiwillig zu machen.

    Kommentar von Hugo12345 ,

    Du schreibst, er ist nicht an die Vorschriften gebunden ein Kassenbuch zu führen, da eine einfache Auflistung der Einnahmen bei Einnahme-Überschuss-Rechnung ausreicht. Aber du empfiehlst es, freiwillig ein Kassenbuch zu führen und das auch so in der Buchführung zu buchen, also mit Konto "Kasse".

    Das habe ich inzwischen verstanden.

    Meine Frage war aber:

    Ich habe gelesen, ein "bisschen Kasse" gibt es nicht. Wenn Kassenbuch - egal ob freiwillig oder nicht -  dann GoBD-konform. 

    Ist diese Aussage richtig oder nicht?

    Kommentar von wfwbinder ,

    Das was Du führst ist ja kein Kassenbuch, sondern eine Aufstellung der Einnahmen. Daher also OK.

    Kommentar von Hugo12345 ,

    Nein, eben nicht. Ich führe ein Kassenbuch mit Exceltabelle.

    Täglich Einnahmen und Ausgaben und Kassenbestand. Auch in meiner Buchführung taucht das Konto "1000, Kasse" auf.

    Also ist das so nicht ok?


    Kommentar von Hugo12345 ,

    Mmh, da du annimmst, dass ich kein Kassenbuch führe und da du betonst, dass das deshalb ok mit Exceltabelle ist, nehme ich mal an, dass die Führung eines nicht GoBD-konformes Kassenbuch auch bei Einnahme-Überschuss-Rechnung nicht ok ist.

    Aber:

    Du schreibst doch, dass du jedem deiner Mandanten - auch denen mit Einnahme-Überschuss-Rechnung -  empfiehlst, ein Kassenbuch zu führen. Du schreibst  aber auch, dass nicht alle deiner Mandanten ein GoBD-konformes Kassenbuch führen. Also machen die das alle handschriftlich? Oder wie läuft das bei dir? 

    Kommentar von wfwbinder ,

    Wer eine EÜR macht, kann seine Einnahmen und Ausgaben in jeder sachgerechten Form festhalten und aufzeichnen.

    Ein Kassenbuch in klassischer Form ist die Aufzeichnung in einem durchgehenden Buch, oder Heft, wo man jede Einfügung durchStreichungen sofort erkennen könnte.

    Daher sind elektronische Kassenbücher eben nur dann als Kassenbuch anerkannt, wenn sie entsprechend durch die Finanzverwaltung geprüft und zugelassen worden sind.

    Daher bleibt es dabei, eine Exceltabelle ist kein Kassenbuch, sondern nur die Aufstellung der Bareinnahmen und- ausgaben.

    Kommentar von Hugo12345 ,

    Bist du dir da wirklich 100% sicher? 

    Noch eine Frage:

    Deinen Mandanten empfiehlst du ja, ein Kassenbuch zu führen, und zwar allen Mandanten, auch denen mit Einnahme-Überschuss-Rechnung die da eigentlich gar nicht zu verpflichtet sind.

    Wie führen deine ganzen Mandanten - auch die kleinen mit Einnahme-Überschuss-Rechnung - das Kassenbuch? 

    Kommentar von wfwbinder ,

    Ganz einfach per Hand in einem Buch. für die paar eintragungen pro Tag ist es noch immer optimal und man kann den Betand in der Kasse einfach überprüfen.

    Wenn Du mir nicht glauben magst:

    Bist du dir da wirklich 100% sicher? 

    Dann frage doch einfach Deinen Berater.

    Tatsache ist, eine Tabelle in Excel ohne Prüfsieggel der Finanzverwaltung ist kein Kassenbuch im Sinne der GOB.

    Kommentar von Hugo12345 ,

    Genau, kein Kassenbuch im Sinne der GOB, aber trotzdem ein Kassenbuch, ein nicht ordnungsgemäßes Kassenbuch, gelle???


    Kommentar von Hugo12345 ,

    Ein Kassenbuch in klassischer Form ist die Aufzeichnung in einem durchgehenden Buch, oder Heft, wo man jede Einfügung durchStreichungen sofort erkennen könnte.

    Das ist ein ordnungsgemäßes Kassenbuch.

    Aber es gibt ja auch noch nicht ordnungsgemäße Kassenbücher. Z.B. ein Kassenbuch mit einer Exceltabelle, in dem täglich Einnahmen, Ausgaben, Entnahmen, Einlagen sowie der Kassenbestand ausgewiesen wird und man das auch in der Buchführung mit einem Bestandskonto "Kasse" verbucht. Was nicht ordnungsgemäß ist, da das jederzeit nachträglich manipuliert werden kann.

  • Alle 2 Antworten
    Kommentar von Hugo12345 ,

    Hallo, danke.

    Aber so wie in den beiden oben beschriebenen Fällen ist das dann auch nicht ok, oder?

    Also wenn ein Kassenbuch geführt wird (egal wie, Exceltabelle, handschriftlich oder wie auch immer) dann muß es den Anforderungen ab 2017 entsprechen?

    Oder kann man sagen: Ich mache Einnahme-Überschussrechnung, ich mache die Kasse wie es mir gefällt.

    Sind Selbstständige mit täglich 100% Bareinnahmen zur Kassenbuchführung verpflichtet, auch wenn sie keine Bilanz machen?

    Kommentar von Petz1900 ,

    Nein, sind sie nicht.
    Aber als Fahrlehrer muss man penibel die Namen der Kunden bei der Einnahme erfassen.
    Das braucht ein Marktverkäufer natürlich nicht,

    Kommentar von Hugo12345 ,

    Verstehe ich immer noch nicht.

    Beide führen doch ein Kassenbuch.

    Ist es wirklich in Ordnung, wenn das ab 2017 genauso weitergemacht wird?

    Können beide sagen: Ich führe zwar ein Kassenbuch, aber da ich eine Einnahme-Überschuss-Rechnung mache, brauche ich mich an keine Vorschriften zu halten?

    Kommentar von Hugo12345 ,

    Also ist das so in Ordnung wenn die beiden o.g. Fälle das so machen wie beschrieben?

    ?????????????

  • Wie buche ich die Rückerstattung von Arbeitsmaterial (Ausgaben)?
    Antwort von wfwbinder ·

    Du mchst doch keine Bilanz. Für Dich ist es doch völlig egal, wo was eingegangen ist, weil Du nur die einnahmen und ausgaben zusammen stellst udn in die Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung aufnimmst.

    Ausserdem wurde Dir der Betrag erstattet. Vermekt auf die Rechnung und den Betrag in die EÜR gar nicht aufnehmen. Es ist ja tatsächlich nichts passiert. Du hast effektiv nicht bekommen udn effektiv nichts gezahlt.

    Kommentar von noFEDandEZB ,

    Danke für die Antwort. Ist ja auch plausibel. Um mit meinem Bankkonto besser rechnen zu können, würde ich das erstattete Geld wieder auf mein Unternehmenskonto mit dem Vermerk "Rückerstattung Kauf vom XX.XX. bei XXX" überweisen. Ist das legitim oder sieht das Finanzamt bei einer Steuerprüfung so etwas nicht gern (hatte ich mal irgendwo gelesen, dass so etwas kritisch sei)? 

    Kommentar von wfwbinder ,

    Kannst Du machen, ist aber aus meiner Sicht unnötig. Würde ich in meiner Buchhaltung auch nciht machen eine Bartransaktion nachträglich in eine Banktransaktion zu zwingen.