Gesetzliche Krankenversicherung + Krankenkasse - neue und gute Antworten

  • Midi-Vertrag: Arbeitgeber hat mich von Krankenkasse abgemeldet weil ich unter 450€ gekommen bin - darf er das?
    Antwort von RHWWW ·

    Hallo,

    wie kam es zur Unterschreitung der 450-Euro-Grenze? Was ist mit Krankheit konkret gemeint? Welche Auswirkungen auf die Arbeitszeit?

    Gruß

    RHW

    Alle 3 Antworten
    Kommentar von simpoa ,

    Hallo! 

    Es kam zur Unterschreitung der 450€ (sek 

    Kommentar von simpoa ,

    Hallo!
    Es kam zur Unterschreitung der 450€ (sehr knapp, um ca. 20-30€) aus mehreren Gründen:
    1) Mir wurden nicht genügend Schichten zugeteilt obwohl ich weit mehr Verfügbarkeiten angegeben habe. Das ist mein Hauptargument.
    2) war ich einige Male krank: für Krankheitstage wird ein Durchschnittswert berechnet. Weniger als wenn ich gearbeitet hätte. Wäre ich nicht krank gewesen, wäre ich auf über 450€ gekommen.
    3) in einem Monat habe ich unbezahlten Urlaub genommen, der auch genehmigt wurde. Wäre ich über die Abmeldung / Problematik benachrichtigt worden, hätte ich bezahlten Urlaub beantragt.
    Was mich am meisten ärgert ist, dass es meinen Arbeitgeber nicht mal eine Benachrichtigung wert war. Einfach eine Frechheit.

    Für mich würde das einen Schaden von 500€ für freiwillige Versicherung bedeuten. Den ich leicht hätte vermeiden können, wäre ich informiert gewesen.

    Was denkt ihr?

    Kommentar von RHWWW ,

    Hallo,

    der Arbeitgeber hat den zukünftigen Verdienst zu schätzen, wenn dieser schwankend ist. Am besten das Gespräch mit der Personalabteilung suchen und alle Argumente nennen, die dafür sprechen bzw. sprachen, dass der Durchschnitt weiter über 450 Euro bleibt. Den unbezahlten Urlaub würde ich dabei rausrechnen, wenn es schriftliche Vereinbarung darüber gibt.

    Wenn sich Änderungen ergeben, muss der Arbeitgeber eine neue Schätzung für die Zukunft machen.

    Ggf. auch bei der Minijobzentrale zum Thema Schätzung beraten lassen.

    Gruß

    RHW

  • Midi-Vertrag: Arbeitgeber hat mich von Krankenkasse abgemeldet weil ich unter 450€ gekommen bin - darf er das?
    Antwort von Juergen010 ·

    Hallo Simon, bitte schiebe noch ein paar Informationen, via Kommentarfunktion nach.

    - Wie lange arbeitest Du schon in dem Betrieb?

    - Hat Du noch einen 2. Arbeitgeber?

    Das mit den geringeren Stunden wegen Krankheit kann eigentlich kaum dazu führen, dass man bei einem Midi-Job unter die 450 €-Grenze fällt, da ja vom Arbeitgeber Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall gezahlt werden muss.

    Selbst wenn Du unter die Grenze fällst, ist dein Gehalt sozialversicherungspflichtig. Folglich müssen auch - dann zwar sehr geringe - KV-Beiträge gezahlt werden.

    Zuguterletzt: Dein Arbeitgeber kann Dich, ohne dein direktes Zutun, bei deiner KV nicht einfach abmelden. Für den Wechsel der KV bist einzig und alleine Du zuständig, da KV-Versicherungspflicht für jeden Arbeitnehmer besteht. Daher muss bei der Abmeldung auch die Anmeldung bei einer anderen KV vorgelegt werden.

    Alle 3 Antworten
    Kommentar von barmer ,

    Naja. der Arbeitgeber kann ihn schon abmelden in dem Sinne, dass er keine Sozialabgaben mehr abführt. Natürlich bleibt er dort versichert und muss nur sich selbst um die Beiträge kümmern.

    Kommentar von Juergen010 ,

    ...;-) schon klar. Siehe mein Kommentar unter deiner Antwort.

    Kommentar von simpoa ,

    Hallo! Vielen Dank für die schnelle Antwort :)

    Ich arbeite seit Mai dort. Das ist mein einziger Areitgeber. In den Monaten Juni, Juli, August bin ich jeweils knapp unter 450€ gekommen. Es handelt sich um 20-30€ darunter. 

    Mir wurden die Krankeitstage bezahlt (Ca 5-7 Tage in jedem Monat), jedoch weniger als wenn ich normal gearbeitet hätte. Es wird irgendein Durchschnittswert verwendet. Ohne Krankheit wäre ich leicht über die 450€ gekommen. 

    Dazu haben wir ein System wo man seine Verfügbarkeiten angibt. Oft wurden mir viel weniger Schichten eingeteilt als ich eigentlich wollte / Zeit gehabt hätte. 

    Was mich an dieser Geschichte am meisten ärgert, ist dass mich mein Arbeitgeber in kleinster Weiße informiert hat über die Abmeldung. Hätte ich das gewusst hätte ich dementsprechend reagieren können. 

    Kann mein Arbeitgeber mich einfach als Mini-Jobber einstufen, obwohl ich einen Midi-Vertrag habe? 

    Besten Dank! 

    Kommentar von Juergen010 ,

    Eventuell wollte dir dein Arbeitgeber sogar einen Gefallen tun, in dem er annimmt, dass Du so viel Netto vom Brutto wie möglich erhalten willst.

    Dass er dir damit einen Bärendienst erweist, weil Du dich nun freiwillig KV versichern musst (monatlicher Beitrag bei ca. 150 €) hat er wohl möglich gar nicht auf dem Sender gehabt.

    Kommentar von Kascha ,

    Hallo, 

    kurze Zwischenfrage: Was steht in Deinem Arbeitsvertrag (AV)?! Ein Arbeitgeber kann nicht einfach eine Änderung vornehmen, wenn dies fest im AV vereinbart worden ist. 

    Wenn Du einen Midi Vertrag hast, kann er es nett meinen, Dich herunter zu stufen, da Du dadurch weniger Kosten und dadurch mehr Netto hast. Jedoch (gebe ich Jürgen recht) hat er Dich dadurch nicht auf dem Schirm gehabt, da eine freiw. KV nun für Dich die Hölle ist. 

    LG  

  • Midi-Vertrag: Arbeitgeber hat mich von Krankenkasse abgemeldet weil ich unter 450€ gekommen bin - darf er das?
    Antwort von barmer ·

    Hallo, mehr Details wären gut. 

    Bei Krankheit hast Du Anspruch auf Lohnfortzahlung, daher kann man sich eine Reduzierung des Lohns nicht gut vorstellen. Nach mehr als 6 Wochen Krankheit endet die Lohnfortzahlung, dafür gibts dann Krankengeld und die Krankenversicherung läuft beitragsfrei weiter. Wenn das so ist, wie Du schreibst, hat der Arbeitgeber mehrere Fehler gemacht.

    Wenn die Reduzierung allerdings gerechfertigt ist, muss der Arbeitgeber Dich abmelden, wenn die 450 EUR unterschritten werden.

    Viel Glück

    Barmer

    Alle 3 Antworten
    Kommentar von Juergen010 ,

    Hallo Barmer,

    Ich weiß, dass Du in SV-Fragen ein Profi bist ..;-)

    Aber diese "Untergrenze" beim Einkommen gibt es defakto nicht.

    Selbst für eine stundenweise Aushilfe die z.B. nur 300 € verdient, sind KV-Beiträge abzuführen.

    Sehe das jeden Monat bei uns im Betrieb. Da werden die (zugegeben dann geringen) SV-Beiträge anhand des Brutolohns errechnet und an die KV abgeführt. 

    Kommentar von barmer ,

    ja, aber das sind dann keine Beiträge mehr, für die der Arbeitnehmer Versicherungsschutz erwirbt, sondern Pauschalen für einen Minijob

  • Darf man in den letzten 3 Monaten ohne Krankenversicherung in Deutschland studieren?
    Antwort von Privatier59 ·

    Es gibt eine allgemeine Krankenversicherungspflicht. Rechtens ist das Vorhaben also nicht.

    Darüber hinaus ist es höchst riskant.Wenn Du Dich beim nächsten Ausflug auf die Nase legst, kostet allein der Notarzteinsatz mehr als Du im Monat einsparst. Im Krankenhaus bist Du dann notgedrungen Selbstzahler, also Privatpatient, und darfst dann pro Tag ebenfalls mehr löhnen als Du an Prämie im Monat sparst.

  • Das Kind ist beim Vater privatversichert. Die Eltern leben in Scheidung. Das Kind lebt bei der Mutter. Wer zahlt Eigenbeteiligung für Kieferorthopädie?
    Antwort von RHWWW ·

    Hallo,

    ist die Scheidung schon rechtskräftig?

    Wenn nein: Liegen die Bruttoeinkünfte (nach Abzug der Werbungskosten) des Kindesvaters höher als 56.250 Euro jährlich?

    Besteht die private Krankenversicherung für das Kind bereits länger als 3 Monate?

    Hat der Kindesvater als Beamter o.ä. Anspruch auf Beihilfe?

    Gruß

    RHW


    Alle 2 Antworten
    Kommentar von Lici12 ,

    Hallo,

    danke für die Rückmeldung. Die Bruttoeinkünfte liegen nach Abzügen nicht höher als o.a. Betrag.

    Die PKV besteht ab Zeitpunkt der Geburt, also jetzt schon 12 Jahre.

    Der Vater hat keinerlei Ansprüche auf Beihilfe etc.

    Gruß

    Kommentar von RHWWW ,

    Wenn die Bruttoeinkünfte des Vaters inkl. Weihnachts-/Urlaubsgeld, Miet- und Zinseinkünften (aber nach Abzug der vom Finanzamt anerkannten Werbungskosten) unter 56.250 Euro liegen, kann das Kind kostenlos über die Mutter familienversichert werden. Dies ist auch rückwirkend möglich.

    Die PKV kann aber nur 3 Monate rückwirkend ab Beginn der Familienversicherung gekündigt werden. Sonst ist die Kündigung nur zum Ende des Monats, in dem die Kündigung bei der PKV eingeht, möglich.

    http://www.gesetze-im-internet.de/vvg_2008/__205.html

    -> Absatz 2

    Belege über die Zahlung der 20% gut aufbewahren (von welchem Konto wann gezahlt?). Wenn der Kindesvater (auch) das Sorgerecht hat, hat er unter bestimmten Umständen Anspruch auf Erstattung der 20%.

    Kommentar von Lici12 ,

    Sorry, die Einkünfte liegen höher als o.a. Betrag.(hatte mich vertippt!) Geschieden sind wir nach 4,5 jährigem Rechtsstreit immer noch nicht! Ich kriege meine Tochter ohne seine Zustimmung nicht aus der PKV. Bin nun am überlegen, ob ich nun alle bevorstehenden Termine zum Zähneziehen und Brackets aufkleben absage. Die Scheidung abwarte und dann meine Tochter aus der Pkv klage, um sie bei mir unterzuversichern.

    Kommentar von RHWWW ,

    Ab Rechtskraft der Scheidung (oft nicht identisch mit dem Scheidungstermin) kann das Kind in die kostenlose GKV-Familienversicherung wechseln. Ob daneben weiterhin eine PKV parallel bestehen bleibt, ist für die GKV ohne Bedeutung. Eine Klage gegen die PKV ist daher nicht erforderlich. Die Beitragsrechnungen der PKV erhält der Ex-Ehemann. Es reicht dann eine nachweisbare Mitteilung über die GKV an den Ex-Eheman (und evtl. die PKV).

  • Wie viele Jahre kann die Krankenversicherung nachfordern (bei jährlich angefallenen Kapitaleinkünften in früheren Jahren über der Grenze) bei Angehörigen?
    Antwort von RHWWW ·

    Hallo,

    wenn das Mitglied den regelmäßigen (jährlichen?)  Fragebogen zur Familienversicherung falsch ausgefüllt hat, kann die Krankenkasse die Beiträge für 30 Jahre nachfordern.

    Wenn die Krankenkasse den Fragebogen gar nicht verschickt hat, sind die Beiträge für 4 ganze Kalenderjahre nachzuzahlen.

    Seit 1.4.2007 besteht die Verpflichtung, eine Krankenversicherung zu haben (§ 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V). Davor gab es diese Verpflichtung nicht.

    Gruß

    RHW

  • Wie viele Jahre kann die Krankenversicherung nachfordern (bei jährlich angefallenen Kapitaleinkünften in früheren Jahren über der Grenze) bei Angehörigen?
    Antwort von barmer ·

    Ja, die Kasse kann 4 Jahre nachfordern. 

    Nachzahlung der angefallenen Krankheitskosten ist nicht vorgesehen.

    Viel Glück

    Barmer

    Alle 3 Antworten
    Kommentar von Igel7754 ,

    noch ne Frage zu diesem Thema: 

    Seit welchem Jahr sind Kapitalerträge KV-pflichtig?

    Kann die KV wirklich nur 4 Jahre nachfordern?

    Kommentar von Casio58413 ,

    § 25 Abs.1 SGB IV

    (1) Ansprüche auf Beiträge verjähren in vier Jahren nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem sie fällig geworden sind. Ansprüche auf vorsätzlich vorenthaltene Beiträge verjähren in dreißig Jahren nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem sie fällig geworden sind.

    Wird in der Regel wohl Satz 2 sein (30 Jahre). Ob ein "Ich wusste es nicht" zu "nicht-vorsätzlich" zählt ist fraglich.

  • Das Kind ist beim Vater privatversichert. Die Eltern leben in Scheidung. Das Kind lebt bei der Mutter. Wer zahlt Eigenbeteiligung für Kieferorthopädie?
    Antwort von barmer ·

    Hallo, das vernünftigste wäre, das Kind jetzt schon zu eigenem Beitrag bei der Kasse der Mutter zu versichern. Denn ab Scheidung ist das Kind beitragsfrei bei der Mutter versichert, der Vater wird die private Versicherung des Kindes kündigen und der private Heil- und Kostenplan nebst Zusage kann in die Tonne.

    Da sind die 180 EUR für das Kind für die restlichen Monate bis zur Scheidung das kleinere Übel.

    Bei dem beschriebenen Vorgehen des Vaters wird alles andere nicht funktionieren.


    Viel Glück

    Barmer


    Alle 2 Antworten
    Kommentar von Lici12 ,

    Dies setzt voraus, dass der Vater einem Kassenwechsel zustimmt und weiterhin die Beiträge zur freiwilligen, gesetzlichen Krankenversicherung zahlt. Ich als alleinerziehende und in teilzeit arbeitende Mutter kann mir das nicht leisten. 

    Kommentar von RHWWW ,

    Hallo barmer, hallo lici12,

    ein Wechsel von der PKV in die GKV ist vor der Scheidung nicht möglich. Eine freiwillige Mitgliedschaft ist vorher nicht möglich, da keine der Voraussetzungen nach § 9 Abs. 1 SGB V zutrifft. Bei der Geburt des Kindes bestand für 3 Monate eine Wahlmöglichkeit zwischen GKV und PKV.

    Gruß

    RHW

    Kommentar von barmer ,

    leider ja