Erbe + Erbrecht - neue und gute Antworten

  • Anspruch auf Hälfte des Erbes ?
    Antwort von Privatier59 ·

    Unterstellt, daß es keinen überlebenden Ehegatten gibt, keine weiteren Kinder und kein anderslautendes Testament, ist Dein Bruder nach gesetzlicher Erbfolge Erbe zu 1/2; er ist es und braucht es nicht erst zu beanspruchen.

    Wenn Gründe für eine Erbunwürdigkeit vorliegen würden, hättest Du das bestimmt geschrieben. Schau her, welche Gründe das sind:

    https://dejure.org/gesetze/BGB/2339.html

    Natürlich kennen wir die familiären Verhältnisse nicht. Ich unterstelle aber mal, daß die Mutter nie Kost und Logis vom Bruder verlangt hat und es sich wohl auch leisten konnte, es nicht zu verlangen.

    Was fair und was unfair ist, ist eine Sache der Perspektive. Ich habe vor vielen Jahren einen Fall anwaltlich betreut, der ähnlich war. Da hatte sich die Tochter gleich nach der Volljährigkeit in die USA verabschiedet und der Sohn war es, der sich um die Eltern gekümmert hat. Nach dem Tode des letztversterbenden Elternteils machte die Tochter dann Pflichtteilsansprüche geltend. Sie war nämlich von ihren Eltern enterbt worden und zwar gerade deswegen weil sie ausgezogen war und sich kaum gemeldet hatte. Es folgte ein jahrelanger und mit einem für alle Beteiligten unbefriedigendem Vergleich endender Prozeß.

    Du siehst: Aus der Warte Deines Bruders könnte das alles anders aussehen. Der könnte es als fair empfinden überproportional bedacht zu werden für sein lebenslanges Bemühen um Deine Mutter , und sei es auch nur als Gesellschaft um die elendige Langeweile zu vertreiben.

    Und was man tun kann? Die bestehende Gesetzeslage zu akzeptieren statt zu versuchen, mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen.


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    Kommentar von LittleArrow ,

    lebenslanges Bemühen um Deine Mutter , und sei es auch nur als Gesellschaft um die elendige Langeweile zu vertreiben.

    Das ist wirklich sehr einfühlsam geäußert.

    Der Dornenvogel ist ja schon früh ausgeflogen und damals gab es vermutlich ordentlich, unvergessenen Zoff mit den Eltern. Aber an der gesetzlichen Erbfolge ändert das alleine nichts;-)

  • Anspruch auf Hälfte des Erbes ?
    Antwort von Rat2010 ·

    Wenn es keine anderen Erben erster Kategorie gibt (Vater, Geschwister), steht ihm genau so viel zu wie dir. 

    Wie kommst du darauf, dass das unfair sein sollte?

    Aus dem Sachverhalt geht nicht hervor, warum deine Mutter sein Leben finanziert hat. Die Lebenserfahrung sagt nur, dass sie dazu nicht gezwungen wurde. Wahrscheinlich hat er mehr Zeit mit ihr verbracht als du.

    Vermutlich hat sie ziemlich bewusst kein Testament gemacht, in dem du oder er auf Pflichtteil gesetzt worden wäre.

    Jeder die Hälfte ist auch dann gerecht, wenn ein Kind aus irgendeinem Grund nicht für sein Leben aufgekommen ist.

  • Anspruch auf Hälfte des Erbes ?
    Antwort von Snooopy155 ·

    Er hat halt schom immer verstanden die Gutmütigkeit der Mutter auszunutzen und jetzt steht ihm auch tatsächlich auch noch die Hälfte des Erbes zu, wenn die Mutter nur 2 Kinder hatte. Du kannst nur darauf drängen, daß er ab dem Tag nach dem Tod alleine für die Kosten der Mietwohnung aufkommt, so Du bereits ausgezogen bist.

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    Kommentar von Daunenvogel ,

    ICH BIN SCHON MIT 18 JAHREN AUSGEZOGEN. ICH BIN 53Jahre und mein Bruder 57.Ich finde das unfair. 

    Kommentar von Angelsiep ,

    Da ist jetzt nichts mehr zu machen.

    Kommentar von Snooopy155 ,

    Das Leben ist oft unfair.

    Hättest Du diese Ungleichheit verhindern wollen, dann hättest Du Deine Mutter zu Lebzeiten dazu drängen müssen, ein Testament abzufassen, in dem dies berücksichtigt wird.

  • Fällt die Gundsteuer beim Immobilienkauf von der Tante bzw. Oma an und wie wird der Grundbucheintrag gehandhabt?
    Antwort von baufinord ·

    Nur die Oma kann die Immobilie verkaufen (mit oder ohne Betreuer ja nach Status). Die Tante kann erst verkaufen, sobald sie beispielsweise durch Erbschaft Eigentümerin geworden ist. Theoretisch kann Sie eine entsprechende Absichtserklärung abgeben, aber ist die tatsächlich etwas wert? Was ist, wenn die Immobilie frei veräußert werden muss, um die Heimkosten "für Oma" abzudecken?

    Wenn die Tante erbt, muss sie keine Grunderwerbsteuer zahlen.

    Wenn die Tante an Sie verkauft, zahlen Sie den vollen Grunderwerbsteuersatz, da Sie mit Ihrer Tante nicht in direkter Linie verwandt sind (das sind nur Eltern, Großeltern, Kinder, Enkel).

    Wenn Oma keinen Betreuer hat, ist sie augenscheinlich noch voll geschäftsfähig. Insoweit könnte Oma gleich Sie verkaufen (keine Grunderwerbsteuer). Die Tante erbt dann was von dem Kaufpreis bei Tod Ihrer Oma noch übrig ist.

  • Wie berechnet sich der Pflichtteil bei Nießbrauchrecht?
    Antwort von wfwbinder ·

    Vermutlich interessiert Dich nicht, dass A mildernde Umstände bekäme, wenn er den amtierenden Notar, oder den beratenden Steuerberater/Rechtsanwalt erschlagen würde.

    Fangen wir mit Frage 3 an:

    Pflichtteilsergänzungsansprüche entfallen, weil eine Schenkung aus 1995 nur bis zum entsprechenden Datum 2005 einen Pflichtteilergänzungsanspruch auslöst.

    Frage 2

    Wenn A wirksam enterbt werden soll, müssten Gründe dafür vorliegen. Also nach dem leben getrachtet haben, in großer Not keine Hilfe gewährt. Oder, falls in der Schenkungsurkunde über das Haus ein darüberhinausgehender Erbverzicht erklärt worden sein.

    Frage 1

    Wenn in 2017 50.000,- Euro vererbt werden und B wurde zum Alleinerben bestimmt, so tritt die gesetzliche Folge gem. § 2303 BGB ein.

    Wenn A aus der Erbfolge ausscheidet (siehe 2.) würde das gesetzliche Erbe an den 50.000,- für B und C je 25.000,- sein. Der Pflichtteil für C 1/2 davon, also 12.500,- Euro.

    Wäre die Enterbung nicht wirksam, so die gesetzlichen Erbteile 16.666,- für jeden und damit die Pflichtteile für A und C je 8.333,-.

    Kommentar von FrauFanta ,

    Ich dachte, durch das Nießbrauchrecht entfällt die 10 Jahresregel und die Schenkung fällt mit in die Erbmasse? Zumindestens prozentual ? 

    Kommentar von wfwbinder ,

    Stimmt, in der Regel ist es so, dass die 10 Jahresfrist mit dem Wegfall des Nießbrauchs beginnt. Wenn der auf Lebenszeit wäre, so erst beim Erbfall.

    Somit 50.000,- Erbe + 150.000,- Schenkung = 200.000,- 

    gesetzliches Erbe für jeden 66.667,- Euro. Pflichtteil 33.333,-

    B 33.333,-  - 50.000,- = Anspruch - 16.667,- Euro, somit 0,- Euro.

    C 33.333,- - 0,- = Anspruch 33.333,- Euro, 

    Kommentar von FrauFanta ,

    So und jetzt noch mal zur Ausgangsfrage: denn es wird ja noch der Kapitalwert Wert abgezogen (Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit seiner Entscheidung vom 27.4.1994 eine "Leistung" im Sinne des § 2325 Abs. 3 BGB verneint, wenn sich der Erblasser bei der Schenkung eines Gegenstandes den Nießbrauch vorbehalten hat. Damit muß das verschenkte Objekt auch nach Ablauf der Zehnjahresfrist in die Berechnung des Pflichtteilsergänzungsanspruchs einbezogen werden - allerdings - so der BGH - nur mit dem Wert zur Zeit der Schenkung und nach Abzug des Kapitalwerts des Nießbrauchs. Eine Leistung im Sinne dieser Vorschrift verneinte der BGH, weil die Nießbraucherin den "Genuß" des verschenkten Gegenstandes nicht aufgegeben habe. Aus der Verknüpfung dieser Vorschrift mit § 2325 Abs. 2 Satz 2 BGB folgerte er, daß der Zeitpunkt der Schenkung und nicht der des Erbfalls für die Bewertung maßgebend ist, wobei es für die Bewertung unerheblich sei, ob die Zehnjahresfrist abgelaufen sei oder nicht. ). Der Kapitalwert beträgt 200 tsd Euro ( beruhend auf die Mieteinnahmen die der Nießbraucher zwischen Schenkung und versterben hatte)! An welcher Stelle genau wird das abgezogen? Das hättest du nämlich in deiner Berechnung gar nicht berücksichtigt. Oder mache ich gerade einen Denkfehler ? Hab ich was im Gesetzestext falsch verstanden ? 

    Kommentar von wfwbinder ,

    Ich kannte das Urteil bisher nicht, habe es mir aber im Volltext rausgesucht und ausgedruckt.

    Im Ergebnis sind wir damit (aber natürlich mit anderer Begründung) wieder bei meiner ersten Antwort.

    Die Schenkung ist einzubeziehen, aber mit den Werten zum Zeitpunkt der Schenkung. Der war negativ und eine Einbeziehung eines negativen Werts bei der Berechnung des Pflichtteilsergänzungsanspruchs ist nirgends die Rede.

    An dem Urteil sind einige Punkte unlogisch, insbesondere weil ausdrücklich auf die wirtschaftliche Betrachtungsweise verwiesen wird. Aber OK, die Bundesrichter sind die höchste Instanz.

    Es bleibt aber vor allem dabei, dass die Lösung einkommensteuerlich schwachsinnig war.

    Kommentar von FrauFanta ,

    Ja, vielen Dank! 

  • Fällt die Gundsteuer beim Immobilienkauf von der Tante bzw. Oma an und wie wird der Grundbucheintrag gehandhabt?
    Antwort von topbaugutachter ·

    Und wenn der Oma das Geld ausgeht zahlt der Staat für das Altenheim.??Verkaufen kann nur der Eigentümer. Falls er nicht mehr Geschäftsfähig ist der Betreuer. Dein Tante veräppelt dich, was auch immer im Vertrag steht. Erben kann man nur das was übrig bleibt, und so ein Altenheim ist teuer,Nur weil Oma nicht will bedeutet nicht das es dann anders gehen muss. Man müsste die Oma unter betreuung stellen, der Betreuer könnte dann verkaufen. Wobei hier die Tante als Betreuer ausfällt.Der Notzar kann dich NICHT in Grundbuch eintragen, du wirst nicht Eigentumer. Und das Geld wird weg sein, wenn du es irgendwann mal zurpck willst.

    Gerne kann man mauscheln, man lässt sich aber nicht mauscheln ohne Gewinn


  • Fällt die Gundsteuer beim Immobilienkauf von der Tante bzw. Oma an und wie wird der Grundbucheintrag gehandhabt?
    Antwort von LittleArrow ·

    Den Inhalt der notariellen Beurkundung wäre interessant zu kennen. Ohne deren Kenntnis spekulieren wir hier herum. Z. B.: Möglicherweise handelt es sich um ein Berliner Testament, an dem voraussichtlich die Oma nichts mehr ändern kann, also auch nicht das Haus an Dich verkaufen.

    Deine Tante kann derzeit das Haus gar nicht verkaufen, da es ihr nicht gehört. Die Tante bekommt das Haus erst im Erbfall und kann dann darüber (frei?) verfügen.


  • Fällt die Gundsteuer beim Immobilienkauf von der Tante bzw. Oma an und wie wird der Grundbucheintrag gehandhabt?
    Antwort von Privatier59 ·

    Laut Notar ist dieses Geschäft machbar indem das ganze irgendwie über ein Treuhandkonto läuft.

    Ich mag nicht glauben, daß ein Notar so etwas erzählt.

    Der Sachverhalt ist wohl so zu verstehen, daß die Oma geschäftsunfähig ist. Da es an einer Betreuung fehlt, ist derzeit NIEMAND in der Lage, einen verbindlichen Kaufvertrag über die Immobilie abzuschließen.

    Natürlich könnte sich die Tante vertraglich verpflichten, das ihr dereinst zufallende Haus an Dich zu verkaufen. Das wäre dann aber zum einen nur ein Kaufvorvertrag und zum anderen auch keiner zwischen Dir und Deiner Oma.

    Konkret:

    Zu 1: Ja, wenn das Geschäft dann nach dem Tode der Oma mit der Tante zustande kommt.

    Zu 2: Mangels der Möglichkeit einen wirksamen Kaufvertrag mit der Oma abschließen zu können, die Oma.

    Lösungsmöglichkeit: Bestellung eines gerichtlichen Betreuers. Allerdings muß das Amtsgericht der Veräußerung dann nochmals separat zustimmen.

    Ob es Deine Tante fröhlich stimmen wird, daß sie in dem Falle erheblich höhere Erbschaftsteuern zu zahlen hat, steht auf einem anderen Blatt.

  • 2 Erben, 1 Haus - Kann der eine Erbe es nicht selber kaufen?
    Antwort von LittleArrow ·

    Außer Überzeugungsarbeit kann A gegen den Widerstand von B nichts machen. Ein Erbe als Miteigentümer kann jederzeit gegenüber allen anderen Miterben eine (Zwangs)Versteigerung zur "Teilungsauseinandersetzung" durchsetzen.


    wenn sich dann niemand findet

    Diese Bedingung ist ja purer Nonsense, denn es wird immer jemanden geben, der bereit ist, das Grundstück zu kaufen. Was der mit dem Haus dann macht, hat den Verkäufer nicht mehr zu interessieren. Mir scheint es hier eher so zu sein, dass B dem A das Grundstück mit dem Haus nicht gönnt und deshalb auf die bereits gemachten, sehr vernünftigen Vorschläge nicht eingeht.

    A könnte zur Sicherung seines Kaufinteresses noch darauf bestehen, beim Notarvertrag ein Vorkaufsrecht aufzunehmen. Allerdings könnte diesen Wunsch B mit der Drohung der Zwangsversteigerung abschlagen. Aber B sollte sich darüber klar sein, dass der maximale Verkaufspreis sicherlich nicht bei einer Zwangsversteigerung erzielt wird. A kann bei der Versteigerung übrigens mitbieten!



  • 2 Erben, 1 Haus - Kann der eine Erbe es nicht selber kaufen?
    Hilfreichste Antwort von wfwbinder ·

    Person B kann doch allein das Haus nicht verkaufen. Einfache Lösung des Falls, A unterschreibt nicht.

    A macht B ein Angebot zur Übernahme von dessen Hälfte.

    Geht B nicht darauf ein, kann er den Verkauf nur über ein Teilungsversteigerung erzwingen. Bei der Teilungsversteigerung kann A dann einfach das Haus ersteigern.

    Alle 2 Antworten
    Kommentar von Hntzii ,

    Vielen Dank, das macht Sinn und habe das nun verstanden echt Danke nochmal :) 

    Das Angebot gab es ja an sich bereits A hatte B ein Angebot gemacht, wo auch der Makler meinte das der Preis ok sei. 

    Also gesagt für wie viel er das Haus insgesamt kaufen möchte als gesamten Preis, als wäre er ein fremder Käufer als Preis für das Haus ohne Schulden, anderes Erbe etc. abzuziehen hinzuzufügen. 


    Natürlich müsste man dann noch umrechnen, da beim Erbe auch noch Geld und anderen Schulden vorhanden sind. Aber B war nicht einverstanden und will es via Makler machen, mal abwarten was jetzt passiert, danke für den Tipp mit der Teilversteigerung.

  • Nacherbe wie ausschlagen?
    Antwort von LittleArrow ·

    Es war wohl mal das Haus der Großmutter, nun ist das Grundstück Eigentum des Vaters bzw. der Mutter, wenn der Vater schon gestorben ist. (Beim Tode des Vaters könnte ein Abkömmling (Kind) einen Pflichtteil beanspruchen. Aber dies soll nur erwähnt und hier nicht unbedingt empfohlen werden.)

    Der Nacherbe kann natürlich auch das Erbe nach dem Tod der Mutter ausschlagen. Hierzu hat er 6 Wochen Zeit ab dem Tag, an dem er Kenntnis erhält, dass die Mutter tod ist und er Erbe ist. Innerhalb dieser 6 Wochen muss er das Erbe beim Amtsgericht schriftlich ausschlagen.

    Bei der Ausschlagung kümmert den Nacherben (Dein Mann) die Erbschaftsteuer nicht.

    Wenn er das Erbe annimmt, dann ist bei dem Erbe insgesamt ein Freibetrag von € 400.000 gegeben. Der Grundstückswert (inkl. Haus) reduziert sich natürlich um den Schuldenbetrag. Also fällt vermutlich keine Erbschaftsteuer an.