Erbe + Erbrecht - neue und gute Antworten

  • Ich habe das Erbe meines verstorbenen Ehemannes ausgeschlagen. Jetzt möchte der Anwalt der Erben Angaben zu meinem geschiedenen Mann wissen. Ist das zulässig?
    Antwort von Gaenseliesel ·

    Hallo,

    du hast anscheinend verständlicherweise seit vielen Jahren mit deinem Ex und dessen Familie abgeschlossen.

    Antworte aus Höflichkeit und bedauere es, dem Anwalt nicht behilflich sein zu können, da seit 18 Jahren keinerlei Kontakte zur Familie des Geschiedenen bestehen. 

    Damit sollte die Angelegenheit für dich erledigt sein, der Anwalt muss eben andere Informationsquellen finden. 

  • Auskunftspflicht der Stiefmutter?
    Antwort von imager761 ·

    uns Auskunftspflichtig ist bezüglich ihres Vermögens am Tag
    des Todes unseres Vaters?

    Ja: 

    Gem. § 2121 I BGB hat "der Vorerbe (...) dem Nacherben auf Verlangen ein Verzeichnis der zur Erbschaft gehörenden Gegenstände mitzuteilen. Das Verzeichnis ist mit der Angabe des Tages der Aufnahme zu versehen und von dem Vorerben zu unterzeichnen; der Vorerbe hat auf Verlangen die Unterzeichnung öffentlich beglaubigen zu lassen."

     wäre da nicht das sie das Haus schon leergeräumt hat und die
    Wertvollen Sachen mitgenommen hat. Z.B. Münzsammlungen,
    Briefmarkensammlungen, Möbel, TV, Auto usw.

     wäre da nicht das sie das Haus schon leergeräumt hat und die
    Wertvollen Sachen mitgenommen hat. Z.B. Münzsammlungen,
    Briefmarkensammlungen, Möbel, TV, Auto usw.

    Fragt sich nur, ob das Verzeichnis vollständig wäre. Den sog. Voraus, also die zur Haushaltsführung notwendigen Hausratsgegenstände wie TV, Möbel und Auto gehören allein ihr und müssen nicht angegeben werden, die Münz- und Briefmarkensammlung mögen vor 11 Jahren verschenkt oder lebzeitig verkauft worden sein, um euch Führerschein, Abschlussfahrt usw. ermöglichen zu können. Wie will man da etwas anderes beweisen?

    G imager761

  • Gehört das Auto, das mein Vater mir 3 Monate vor seinem Tod überlassen hat weil er selbst nicht mehr fahren wollte, zur Erbmasse?
    Antwort von imager761 ·

    Überlassen meint nicht geschenkt. Selbst eine Haltereintragung in den Papieren belegt gerade kein(en) Eigentum(swechsel) :-O

    Das kann man in Zeilen C.4c auf den Papieren sogar ausdrücklich nachlesen. Es klärt vielmehr den Haftungsübergang (Knöllchen, HU, Reifen, ...) auf dich, da das Fzg. vom Eigentümer nicht mehr selbst gefahren werden will.

    Im Ergebnis kann man sich mit den Erben herrlich darüber streiten, inwiefern hier eine Handschenkung vorlag.

    Blieb der vermeindliche Schenker unverändert Kfz-Steuerschuldner und hat noch den Zweitschlüssel in seinem Besitz, deutet das vielmehr darauf hin, dass er sich Eigentum daran vorbehielt.

    Wie löst man das Problem? Die Miterben überlassen dir in dem Fall zwar diesen Nachlassgegenstand, aber gegen Anrechnung auf dein gesetzl. Erbe bzw. du kaufst Ihnen das Auto zum Zeitwert im Erbfall ab, so man sich dahingehend einigen könnte.

    Läge unstreitig und anerkannt eine Schnekung vor, schuldest du dann eine Pflichtteilsergänzung, sofern das tatsächliche Erbe ohne das Auto niedriger wäre als der hälftige fiktive Nachlasswert mit Schenkungswert.

    G imager761


    Alle 3 Antworten
    Kommentar von Johannachris ,

    Hallo und danke für die Antwort. Nein das Auto läuft komplett auf mich. Ich hab Schein und Brief auf meinen Vater. Und ja, er hat es mir geschenkt, er wollte nicht, das das Auto kaputt geht (stand auf dem Parkplatz vor dem Haus) weil es nicht bewegt wurde. Ich musste eine neue Batterie einbauen, ist schon nicht mehr angesprungen und auch Bremsen und einige Schutzbleche austauschen, weil diese durchgerostet waren. Hat mich 1000,- € gekostet.

    Kommentar von Luscinia ,

    Also lauten Schein und Brief des Autos noch auf Deinen Vater? Solange der Brief auf ihn läuft, gehört es aber nicht Dir!

    Wie hat er es Dir denn geschenkt? Schriftlich? Mündlich? Kannst Du die Schenkung nachweisen?

    Kommentar von imager761 ,

    Noch einmal: Weder deine Kostentragung, auch an Reparaturaufwand, noch die Erklärung, der Wagen solle von dir bewegt werden, geben eine Schenkung her.

    Wenn dein Vater sogar noch als Halter und Kfz-Steuerpflichtiger geführt wird ("hab Schein und Brief auf mein Vater"), läge hier eine Leihe vor.

    Und die können die Erben als Rechtsnachfolger herausbeanspruchen, das Fahrzeug zählt demnach zum Nachlass.

    Inwiefern man sich hier im Wege der Erbauseinandersetzung darauf einigen könnte, den Wagen zu behalten, wäre verhandelbar.

    G imager761

  • Gehört das Auto, das mein Vater mir 3 Monate vor seinem Tod überlassen hat weil er selbst nicht mehr fahren wollte, zur Erbmasse?
    Antwort von Sammy760 ·

    Hat er Dir das Auto wirklich geschenkt? Oder hast Du es deinen Vater abgekauft? Für Kfz. ist keine Form eines Kaufvertrages vorgegeben, "Handschlag" genügt.

    Alsoooooo, wenn es so wäre, dass Du es erworben hast, auch als Eigentümer im "Brief" drin stehst, weshalb wollen Deine Geschwister etwas???

    Alle 3 Antworten
    Kommentar von imager761 ,

    Einem Kauf- oder Schenkungsvertrag mangelt es gerade und ein Blick in Zeilen C 4c der Zulassungsbescheinigungen I und II klärt, das Haltereintragungen eben keinen Eigentumsnachweis hergeben.

    G imager761

  • Gehört das Auto, das mein Vater mir 3 Monate vor seinem Tod überlassen hat weil er selbst nicht mehr fahren wollte, zur Erbmasse?
    Antwort von Snooopy155 ·

    Es war eine Schenkung. Damit gehört es nicht mehr zur Erbmasse. Aber es kann unter Umständen ein Pflichtteilergänzungsanspruch bestehen, wenn Dein Vater ein Testament gemacht hat, bei dem ein Pflichtteilsberechtigter nicht ausreichend berücksichtigt wurde .Bei dieser Berechnung wird der Wert der Schenkung mit herangezogen.

    Alle 3 Antworten
    Kommentar von Johannachris ,

    Mein Vater hat kein Testament hinterlassen. Wir sind 3 Geschwister und haben von dem kleinen Vermögen die Beerdigungskosten u.s.w. bezahlt. Nun ist für jeden von uns noch ein klein wenig übrig und das Auto wurde auch beim Amt nicht angegeben. Nun haben meine Geschwister verlangt, das ich ein Gutachten mache und dann beide 1/3 von dem Restwert bekommen.(Jeder 335€) Auto ist 16 Jahre und hat einen Hagelschaden. Danke für die Antwort

    Kommentar von wfwbinder ,

    1/2 von dem Drittel ist richtiger.

    Erbschaft 0,- + 999,- Euro Auto Schenkung = 999,-

    gesetzlicher Erbteil wäre 1/3 = 333,-

    Aber es geht hier um den Pflichtteilsergänzungsanspruch. der ist 1/2 vom gesetzlichen Erbe. also 1/2 von 333,- also pro Nase 165,50 Euro.

    Thema beendet.

    §§ 2303+ 2325 BGB

    Kommentar von Gaenseliesel ,

    "Thema beendet" 

    grins ...... so wurden unangenehme Themen von meiner Chefin auch oft beendet. ;-)

    Kommentar von wfwbinder ,

    ES war hier nur so gemeint, dass dies die passende §§-Kombination ist udn auch die richtige Rechtsfolge. ;-) :-)

    Kommentar von Gaenseliesel ,

    ist schon klar, ich habe es auch so verstanden. Alles gut !    :-) 

    " Thema beendet " ...hat mich eben nur an vergangene Zeiten erinnert. Heute kann ich darüber nur lachen :-)) 

    Kommentar von wfwbinder ,

    Davon mal abgesehen, was ich früher gegenüber von Kollegen für Sprüche gerissen habe, würde ich mir heute überlegen. Auch wenn es leider wahr war, was ich gesagt habe.

    Einer davon war:

    "Wenn man sich hier mit einem intelligenten Menschen unterhalten will, muss man Selbstgespräche führen."

    Kommentar von Gaenseliesel ,

    auwei........mit dieser überheblichen Art hast du dir sicher keine Freunde gemacht ;-)

    So etwas aus deinem Munde ? ich bin jetzt einigermaßen schockiert ....grins ! 

    Ich hätte mir über diese grenzenlose Selbstherrlichkeit so meine ganz eigenen Gedanken gemacht ...... :-)

    Zum Glück heben  m a n c h e  Menschen nicht auf Dauer ab. Du hast zweifellos auch rechtzeitig die Kurve gekriegt, sonst würdest du dich hier nicht so toll einbringen. 

  • Auskunftspflicht der Stiefmutter?
    Antwort von EnnoWarMal ·

    Patchworkfamilie und Berliner Testament. Wie doof muss man sein, um das zu machen?

    Der Vater hinterlässt seiner Frau alles - und wenn die stirbt, erben deren Abkömmling und ihr acht Kinder könnt mit dem Ofenrohr ins Gebirge gucken.

    Wenn ihr nicht euren Pflichtteil verlangt, ist alles, was euer Vater je geschaffen hat..... nun ja, nicht "weg" - aber es gehört jemandem anders.

    Ich würde das Angebot annehmen, offenbar ist die böse Stiefmutter auch nicht die hellste Kerze auf der Torte.

    Alle 4 Antworten
    Kommentar von imager761 ,

    Nur wer so "doof" ist wie du, kennt Inhalt wie die Rechtsbindung eines Berliner Testamentes nicht. Die Kinder des erstverstorbenen Mannes bekommen ihre Erbe am Nachlass des Vaters plus dem der Stiefmutter eben erst später mit Erbfall der Stiefmutter.

    Das macht viel Sinn, der Witwe nicht 1/2 sondern mind. 3/4 seines Vermögens zuzwenden, damit sie in Alter und Krankheit abgesichert ist und insbesondere den Kindern ein Miteigentumsrecht und damit Mitspracherecht am gemeinsamen Haus zu verweigern, mit dem die miteigentümenden Kinder der Stiefmutter willkürlich fremde Mieter ins Haus setzen könnten, gar eine Zwangsversteigerung der Ehegattenwohnung und damit Zwangsauszug der Gattin betreiben könnten.

    Du kennst natürlich das Verhältnis der Kinder zu seiner zweiten Frau ganz genau, um dir das nicht vorstellen zu können, schon klar.

    G imager761

    Kommentar von EnnoWarMal ,

    Aus welchem Rechtsgrund sollten die Kinder des Mannes, die ja NICHT die Abkömmlinge der Frau sind, von der Frau erben?

    Das BGB sieht da nichts vor, und dann müsste es durch Testament geregelt werden mit der Folge, dass die Stiefkinder den tollen Freibetrag von 20.000 Euro in Anspruch nehmen können, während es für die Abkömmlinge der Mutter bei 400.000 Euro bleibt.

  • Auskunftspflicht der Stiefmutter?
    Antwort von Gaenseliesel ·

    Hallo,

    du kannst auch gern hier(Antwort auf eine ähnliche Frage aus dem Schwesternportal gf.net) ergänzend zum bereits genannten Link nachlesen:

    http://www.gutefrage.net/frage/vater-leider-verstorben-stiefmutter-informiert-mi...

    Alle 4 Antworten
    Kommentar von LittleArrow ,

    Guter Hinweis! Leider hat bei der Frage die Celina19581 uns nicht wissen lassen, wie es weitergegangen ist.

    Kommentar von Gaenseliesel ,

    stimmt, das vermisse ich übrigens nicht nur bei dieser gf.net Frage.

    So manches Mal hätte ein späteres Feedback auch mich brennend interessiert, schade eigentlich !

    Na, zumindest kommt hin und wieder mal ein Danke - man kann eben nicht alles haben :-( .....grins ! 

  • Auskunftspflicht der Stiefmutter?
    Antwort von Petz1900 ·

    Der Vorerbe (hier die Witwe) hat dem Nacherben auf Verlangen ein Verzeichnis mitzuteilen, steht in § 2121 BGB:
    https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2121.html

    Alle 4 Antworten
    Kommentar von EnnoWarMal ,

    Ich sehe hier keinen Vorerben.

    Die Ehefrau hat alles geerbt und die Kinder dürfen ihren Pflichtteil verlangen - das wars.

    Kommentar von Petz1900 ,

    hm, nicht dass das BGB mein Spezialgebiet ist, aber genau das macht doch ein Berliner Testament aus:
    http://www.brennecke.pro/176897/Einfuehrung-ins-Erbrecht-Teil-7-Vor-und-Nacherbs...

    Kommentar von imager761 ,

    Ich schon: Es wurde ein Berliner Testament errichtet, wonach die längstlebenden Witwe als Vorerbin des Nachlasses des Erstversterbenden eingesetzt wurde und die Kinder des Erstverstorbenen als Nacherben im Fall des Erbfalls der Ehegattin bestimmt sind.

  • Muss der Grundbucheintrag geändert werden?
    Antwort von imager761 ·

    Natürlich müssen Grundbucheintragungen durch Miteigentumsveränderungen durch Erbfolge berichtigt werden. Im ersten Jahr wäre dies noch kostenfrei möglich.
    Die Tochter wird nicht Erbin, sie ist es,  § 1922 BGB. Da liegt es doch auf der Hand, dass die nunmehr erbberechtigte und damit miteigentümende Tochter des Erblassers nicht ausgebootet werden kann oder ein gutgläubiger Käufer sich in Jahren mit ihr darüber auseinandersetzen wollte :-O

    Der Erbanspruch eines Abkömmlings verjährt übrigens erst in 30 Jahren.

    Sofern man ihr den Miteigentumsanteil nicht abkaufen könnte oder sie einer Auszahlung ihres Mieterbes erst in Jahren zustimmt, kann die Tochter Mieteinnahmen fordern, (Mit-)Eigennutzung oder (Teil-)Vermietung beanspruchen oder Teilungsvollstreckung betreiben, wenn man ihr da dumm käme.

    Wenn du auf deine Erbauszahlung lebzeitig deiner Mutter verzichtest, kann doch davon der Anspruch deiner Halbschwester befriedigt werden?

    G imager761