Die geplante Grenze von 100.000 EUR je Sparer und Bank gilt je Engagement, d.h. ob das nun ein Verrechnungskonto, ein Girokonto, ein Festgeldkonto oder ein Tagesgeld/Geldmarkt-Konto ist, spielt keine Rolle.
Wenn Du ausstehende Aufträge hast, die sich so überlappen, daß am Tag X 150.000 EUR aus Wertpapierverkäufen eingehen, am Tag X+1 der Insolvenzfall eintritt und zu einem Tag X+Y der folgende Aktienkauf passieren würde, wird aufgrund der Insolvenz auch der Aktienkauf nicht mehr erfolgen.
Da das durchschnittliche Depotvolumen deutscher Sparer je nach Bank bei ca. 20.000 EUR bis ca. 45.000 EUR liegt, dürfte dieser Effekt nur sehr wenige Privatpersonen betreffen. Wenn deutsche Privatpersonen solche Beträge tatsächlich liquide benötigen, dann sind das eher Immobiliengeschichten als Wertpapieraufträge.
Abgesehen davon: wenn deutsche Banken reihenweise diesen Insolvenzfall durchexerzieren sollten, dürfte auch der Rest Europas in einem derart desolaten Zustand sein, daß man sich um sehr viel elementarere Dinge Gedanken machen sollte. Wer diese Paranoia hat, sollte sich Goldmünzen, einen Bauernhof mit ausreichend Ackerland und eine Biogasanlage zulegen... autark sein, wäre hier das Motto.
Und noch eins: wenn Du einem Energieunternehmen 1.200 EUR als Vorauszahlung anvertraust, um den Strom für die nächsten 12 Monate zu liefern, dann dieses Unternehmen gleich darauf bankrott geht, sind diese 1.200 EUR auch dahin. Müssen wir jetzt über eine Einlagensicherung für Energieversorger reden? Das Dumme bei der Insolvenz ist, daß die Gläubiger immer das Nachsehen haben. Meist ist nicht nur ein kleiner Teil, sondern in der Regel fast das ganze Kapital hinfort. Banken haben einen Sonderstatus, da ihr Geschäftszweck ja in der Durchführung der Geldgeschäfte und Abwicklung von Geldströmen besteht, aber im Grunde sind das doch auch nur Unternehmen, die irgendwann insolvent gehen können. Für Deine Fondsanlagen bekommst Du keine Zinsen, da die Bank nicht damit arbeiten darf. Für Deine Sparanlagen bekommst Du Zinsen, da die Bank damit arbeiten darf. Die Zinsen sind also die Entschädigung der Sparer für etwas einzugehende Risiken durch die Nutzung der Spareinlagen durch die Bank. Wenn Du also eine sichere Geldanlage möchtest, dann gibst Du treuhänderisch einem Anwalt oder Notar den Geldbetrag zur Aufbewahrung. Das ist dann Sondervermögen und unantastbar. Aber: es gibt auch keine Zinsen.
Es sollte aus meiner Sicht mal diese schizophrene Diskussion beendet werden, auf der einen Seite immer höhere, risikolose Verzinsungen zu fordern, auf der anderen jedoch die Einschnitte bei Insolvenzen zu beschreien und über steigende Inflationsraten zu jammern. Ist denn nicht klar, daß das alles zusammenhängt?
Der Glaube der meisten Deutschen an den Endsieg war auch nach der Schlacht von Stalingrad ungebrochen. Wir glauben eben an unsere Führung.
Das ist nun wirklich total banane......
Der Vergleich Einlagensicherung und Stalingrad ist völlig unangebracht. Außerdem war der Glaube nach Stalingrad gar nicht mehr ungebrochen, was mir gestern erst wieder eine Ausstellung bestätigt hat.